Sägeblattwechsel auf Dauer

Seit 5 Jahren arbeite ich in meiner Werkstatt mit einer Bandsäge von Hammer. Im Großen und Ganzen bin ich mit der Maschine zufrieden. Auch wenn ich sie schon einige Male an ihre Grenzen gebracht habe.
Mir ist es bei dieser Maschine nun schon zum 2. Mal gelungen, dass ich eine deutlich spürbare Qualitätsverbesserung erreichen konnte.

Die erste Verbesserung, war der Tausch der Rollenführung gegen eine Keramikführung. Ich hatte darüber berichtet. Mit der Keramikführung wird meines Erachtens das Sägeblatt sehr viel besser geführt, die Abnutzung ist geringer (bisher konnte ich eigentlich keine feststellen) und der Geräuschpegel beim Sägen ist deutlich nach unten gegangen. Weiterlesen

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Küche 3/12 fertig

OK….. nicht ganz fertig!
Ich warte noch auf die Lieferung von einem bestellten Fräser – dann bekommen alle Türen eine Gratleiste nachträglich verpasst.

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Küche 2/12 fertig

Ausdrücklich weise ich an dieser Stelle darauf hin, dass man mich mit den letzten Kommentaren dazu genötigt hat, vom Baufortschritt der „Großküche“ hier regelmäßig Bilder einzustellen. Ich mach das also nicht freiwillig und nur unter allergrößten Protest 😉

Liebe Grüße
Volker

PS: Übrigens habe ich mich schweren Herzens dazu durchgerungen, die Türen innen mit Leisten (keine Gratleisten sondern mit Leisten die verschraubt werden) gegen Verziehen zu sichern. Die Gefahr, dass bei 12 Schränken eine Türe aus der Form will, ist mir einfach zu groß – auch wenn sie bisher keine sichtbaren Anstalten gemacht haben, die „Planheit“ aufzugeben.

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„Saubermachen“ ist nie verkehrt

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Hier ist wieder ein Beitrag von mir zum Küchenbau!
Das wird jetzt ein paar Leute freuen, vermutlich auch den einen oder anderen ärgern, aber mit absoluter Sicherheit den Großteil der Menschheit nicht im Geringsten interessieren.
Im Leben gibt es Wichtigeres als Bloglesen – erst Recht dann, wenn es sich um einen Holzwerkerblog handelt. Somit reduziert sich die Notwendigkeit einen solchen zu betreiben und Beiträge zu publizieren, auf eine nicht mehr definierbare kleine Größe.
Man tummelt sich auf dem Spielplatz der Bedeutungslosigkeit!

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Ungefähr viele Tage noch…

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„Ungefähr viele Tage noch, dann bin ich mit der Küche für meine Tochter fertig. Ich freue mich schon auf ein neues Projekt!“
Diese ungewöhnliche Formulierung hält mich bei Laune. Stellt sie mir doch ein Fertigwerden – zumindest irgendwann – in Aussicht. Meine Strategie hat sich inzwischen von Gesamtziel in Etappenziele Erreichen geändert. Ab und an muss man ein wenig mogeln wie es einem das Leben vormacht.

Es darf im Augenblick zwar immer nur ein Schrankkorpus in die Werkstatt damit genügend Platz bleibt, aber irgendwie ist es mir gelungen für alle 12 Schränke die Fronten schon aufzutrennen. Das wollte ich zwar nicht – ist aber jetzt so. Liegt vermutlich an den zusätzlichen Arbeitsböcken, dass man sich so mit Arbeit zustellt. Meine Frau lässt mich nur noch mit eingeschaltetem Handy in die Werkstatt – sie hofft mich so, im Notfall orten zu können.

Und wenn man so wie in Trance (veränderte Bewusstseinszustände mit einem intensiven mentalen Erleben) Küchenfronten zusammenstellt, kommen die tollsten Bilder zu Stande…

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Einspannhilfe für Ziehklingen

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Ziehklingen sind eine richtig tolle Sache – wenn sie scharf sind! Ja das gilt auch für die  Ziehklingen, die man zum Leim abkratzen verwendet.

Damit man Ziehklingen richtig schärfen kann, muss man sie einspannen. Der eine macht das mit Hilfe der Hobelbank, der andere nimmt lieber einen Schraubstock dafür. Gut fest sitzt sie, wenn man die Ziehklinge zwischen 2 kleine Brettchen spannt. Das verhindert auch ein Wegtauchen, wenn von oben Druck auf die Kante ausgeübt wird. Weiterlesen

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Null Bock …. oder was?

Sagt der eine Holzwerker zum anderen Holzwerker:
„Eh…. hast Du auch null Bock?“

Darauf antwortet der andere Holzwerker:
„Nein…. seit heute hab ich sogar sechs!“

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So oder so ähnlich könnte ich mir einen Gesprächsverlauf unter Holzwerkern vorstellen. Na ja, nicht mit allen… aber mit ein paar von ihnen schon… oder zumindest mit dem Timo würde das Gespräch so verlaufen. Und weil halt der Timo null Bock hat, widme ich Ihm diesen Beitrag. Eventuell verhilft er ihm ja dazu, dass er in absehbarer Zeit auch behaupten kann. „Jetzt endlich hab ich in der Werkstatt auch Bock!“

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Endlich wieder richtiges Holz

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Vor genau einem Monat hatte ich mit der Küche begonnen. In den vergangenen Wochen habe ich 12 Küchenschränke – also den Außenkorpus – aus Multiplex-Platten gebaut. Nun geht es weiter mit richtigen Holz. Die Fronten der Küche versuche ich aus massiven Ahorn-Holz herzustellen.

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Nichts Neues… einfach nur langweilig

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Das Wochenende habe ich mit dem Küchenbau verbracht – wen wundert’s! Den Bericht kann ich mir auch sparen, weil zu berichten, gibt es nichts Neues. Wenn du mal beschrieben hast, wie du einen Schrankkorpus gebaut hast, dann wird die Sache nicht interessanter, wenn du beschreibst, wie du den 2. Schrankkorpus bauen wirst. Oder doch, wollt ihr das wirklich lesen? Ich warne Euch, es werden 12 Schränke nach dem gleichen Prinzip gebaut. Nein, keine Angst – ich erspare das mir und meinen Lesern. Weiterlesen

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Zum Hochstapler geworden

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Aber mir ist doch gar nichts anderes übrig geblieben. Die Umstände waren einfach… ach sie waren einfach so…. doof! Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, aber mir blieb doch nur der eine Ausweg. Ein wenig hoch stapeln.

Angefangen hatte es ja eigentlich ganz harmlos. Wenn ich mich noch recht entsinnen kann, war es der 2. Januar 2016.

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„Stapelverarbeitung“ in der Holzwerkstatt

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Das Holzwerken betreibe ich in meiner Freizeit und versuche in diesen Stunden einen möglichst großen Abstand zu meiner beruflichen Tätigkeit herzustellen. „Work Life Balance“ nennt man das auf Neudeutsch. Ich bezeichne es noch immer mit „Ausgleich“ und habe beschlossen, mich an die Neudeutsche Bezeichnung nicht mehr zu gewöhnen. Quasi ein innerlicher Protest, den ich mir gönne und der sonst niemandem schadet.
Seit ein paar Tagen praktiziere ich „Stapelverarbeitung“ in meiner Werkstatt und sie wird mich auch noch länger begleiten. Der Begriff erinnert mich dann doch ein wenig an meinen IT-Job…. und das in meiner Freizeit – ich hoffe das schadet jetzt nicht meinem „Ausgleich“. Weiterlesen

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Das Weihnachtsgeschenk in letzter Minute

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Ich glaube der 24. Dezember ist der Tag, an dem die größte Hektik aufkommt. Das fängt bei einigen morgens schon damit an, dass sie aufstehen, feststellen heute ist ja Weihnachten und sich die Frage stellen: „Was schenke ich nur?“. Kritisch wird es dann, wenn die Spezies der „Geschenkebesorger an heilig Abend“ auf die Spezies „ich brauch noch was zum Essen an heilig Abend“ im Straßenverkehr trifft. Die Wegezeiten verdreifachen sich – auch wenn das viele in ihre Planungen nicht einbezogen haben.
Beim Bäcker und beim Metzger bilden sich Schlangen, die gefühlt erst 2 Häuserblöcke weiter ihren Anfang haben. Ich denke mir immer, so muss es nach dem Krieg gewesen sein, als die Menschen mit ihren Essensmarken für das Wenige anstanden, was es in den Läden zu Kaufen gab. Da kommt an diesem Tag immer ein wenig Demut auf, wenn man sich verinnerlicht, dass es sich in diesem Fall um ein Luxusproblem handelt.

Karl Valentin hat mal gesagt: „Wenn die staade Zeit vorbei ist, wird’s ruhiger!“

Besser könnte man es nicht beschreiben!

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1. kommt es anders und 2. als man denkt!

Über diese Weisheit habe ich heute bei Tee und Keksen länger in meiner Werkstatt nachgedacht. Waren doch meine Planungen vor wenigen Tagen noch ganz andere.

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Das Optimale geht doch noch besser

Aus einer optimalen Werkstatt wird man nie eine optimalere oder die optimalste Werkstatt machen können. Das scheitert schon alleine daran, dass eine Komparation von „optimal“ bereits ein sprachlicher Blödsinn ist. Mit optimal bezeichnet man bereits den „höchsten Grad“ – den kann man nicht mehr toppen, sonst wäre es ja nicht optimal.

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Trotzdem gelingt es uns Holzwerkern regelmäßig das Optimale zu verbessern. Bestes Beispiel dafür, ist die Gestaltung der Werkstatt. Was wird nicht in diesen Räumlichkeiten regelmäßig optimaler gemacht! Weiterlesen

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Was haben Hasen und Hobel gemeinsam?

20150413 020_HEs war wohl das Jahr 2010 in dem ich mir meine ersten beiden Hobel gekauft habe.
Was mich zu dem Kauf damals genau bewogen hat, weiß ich heute nicht mehr. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch überwiegend „maschinenlastig“ in meinem Hobby unterwegs. Vermutlich überwältigte mich ein Anflug von Sentimentalität und ich dachte „jeder Holzwerker braucht auch einen „richtigen Hobel“. Damit meinte ich natürlich einen Hobel aus Eisen – die Dinger sehen ja wirklich gut aus. Holzhobel kannte ich nur die Üblichen (Marken nenne ich jetzt nicht) und hatte definitiv ihnen gegenüber Vorurteile. Somit unternahm ich einen Ausflug nach Niederbayern zu einem tollen Werkzeugladen. Einige nennen den Laden auch den Zalando für Holzwerker.

An das dumme Gesicht des Verkäufers kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich sagte nämlich zu ihm: „ich möchte einen Hobel…. einen aus Eisen“. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass man sich mit einem kleinen Satz so die Blöße geben kann. Er zeigte mit dem Finger auf einen größeren Tisch hinter sich und antwortete „welcher darf es denn sein?“ Da standen schätzungsweise um die 80 verschiedene Hobel – allesamt aus Metall.

Nun gut, es war schon passiert… ich hatte mich zum Deppen gemacht! Dem fachkundigen Herren erklärte ich deshalb, dass es für Ihn heute ein Scheißtag ist, er dürfe mich jetzt beraten, ich hätte nämlich keine Ahnung vom gemeinen Hobel. Er lachte und sagte… „ja solche Scheißtage gibt es“. Wir beide verstanden uns.

Nach einem längeren und sehr intensiven Fachgespräch verließ ich den Laden mit einer Tüte. Darin meine Raubank und ein Einhandhobel – beide von Veritas. Mit dem Gefühl, dem ultimativem Holzwerken wieder etwas näher gekommen zu sein, trat ich die Heimreise an.

Es war nicht nur ein Scheißtag für den Verkäufer (in Bezug auf den Beratungsaufwand), sondern auch ein Tag an dem ich gleich mehreren Irrtümern aufgesessen bin. Ein Irrtum z.B. war, dass ich glaubte, mit einer Raubank (qualitativ höherwertig) flutschen mir die glatten Bretter nur so von der Hobelbank! Der 2. Irrtum war, dass ich die Meinung vertrat, mit einer Raubank und einem Einhandhobel besitze ich nun die „Allterrain-Tools“ mit denen ich dem Großteil der Hobelherausforderungen gewachsen wäre. Ich empfand den 2. Hobel zu diesem Zeitpunkt eher noch als überflüssigen Luxus, den ich nur noch deshalb mitgenommen habe, weil der arme Fachberater so einen Scheißtag und ich Mitgefühl hatte.

Heute, im Nachhinein betrachtet, amüsiert mich am meisten, dass ich den Einhandhobel von Anfang an sehr viel im Einsatz hatte (also den überflüssigen Luxus), weil er unkompliziert zu handhaben war. Die Raubank stand beinahe 2 Jahre unbenutzt im Regal. Sie hinterließ auf dem Holz nur unansehnliche Oberflächen und deshalb bei mir Frust. Wenn man nämlich naiv glaubt, mit einer neuen Raubank erwirbt man auch ein gebrauchsfertiges und richtig scharfes Eisen, ist man dem nächsten Irrtum aufgesessen. Aber wie scharf ein richtig geschärftes Eisen sein muss, wusste ich zu dem Zeitpunkt ebenso wenig, wie auch wie das Schärfen von Hobeleisen geht und man das Eisen im Hobel richtig einstellt. Diese Erfahrungen machte ich erst 2 Jahre später. Erst mit diesem Wissen im Gepäck, erzielte ich mit der Raubank tolle Ergebnisse und der „Hobelvirus“ hatte mich infiziert. Inzwischen, einige Jahre später, frage ich mich nicht mehr, wozu die vielen verschiedenen Hobel zu gebrauchen sind. Richtig angewendet, sind sie ein tolles Werkzeug und stellen die motorisierte Konkurrenz der Oberflächenveredler leicht in den Schatten.

Meine Hobelauswahl ist übrigens wieder etwas größer geworden. Um engere Rundungen innen aushobeln zu können, habe ich mir 2 weitere Krenov-Hobel mit gewölbter Sohle gebaut. Die Messer stammen aus dem Hause Gerd und haben eine Breite von 32mm bzw. 25 mm. Die Hobel habe ich parallel gebaut und sie sind an 2 Wochenenden entstanden.

Hier noch ein paar Bilder vom Bau der Hobel:

Nachdem ihr Euch jetzt wieder mal durch einen Schwank aus meiner Holzwerkerjugend gequält habt, fragt ihr euch bestimmt noch, was nun Hasen und Hobel gemeinsam haben? Ganz einfach… wenn man mit den richtigen 2 anfängt, werden es sehr schnell sehr sehr viele 😉

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„Aus einem Stück Holz“ ist nun fertig

Der Titel klingt ein wenig schräg, aber ich habe ihn bewusst so gewählt!
Wie häufig kommt es denn vor, dass wir Hobbyisten ein anspruchsvolleres Möbelstück aus nur einem Stück Holz anfertigen? Ich meine jetzt nicht die Variante: „man baut den Schrank aus Erle oder Eiche“ – ich meine die Variante: „gefertigt aus einer Bohle oder aus aufeinander folgenden Bohlen des selben Stammabschnitts.
Die Herausforderung dabei ist, achtsam das Material so aufzuteilen, dass man das natürliche Gesamtbild im späteren Möbelstück als Besonderheit erkennt und schätzt.

Das hört sich jetzt logisch und sehr einfach an. Vielleicht ist es das ja auch. Ich finde es nur sehr selten bei Möbeln – egal, ob vom Hobbywerker oder vom Schreiner erschaffen.
Aber wenn ich es sehe, dann sind dies die seltenen Stücke, die meine Augen und meine Gedanken für einen Moment anhalten lassen. Und diese Momente sammle ich für mein Leben gerne. Den kleinen Wandschrank aus Birne im Krenov Stil, nehme ich in diese „Momentesammlung“ auf.

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Bevor es aber so weit war, mussten noch ein paar Arbeiten erledigt werden:
Alle Einzelteile wurden vor dem Leimen noch mit Schellack behandelt. Nach einer Trocknungszeit von 24h wurde der Korpus zusammengeleimt, dann die Zwischenbretter eingesetzt und die Rückwand eingeklebt. Die Aufhänger waren zu montieren, die Schubladen mussten noch passend gehobelt  und danach auch mit Schellack behandelt werden.
Da nach jedem Schellack-Auftrag eine Trocknungszeit von 24h eingehalten werden sollte, zogen sich diese Abschlussarbeiten auch über ein ganzes Wochenende hin.

Die Bilder sind kommentiert

Aber danach war es soweit…. „my finger-tip adventure“ ging zu ende.
Der Schrank war fertig.

Die wesentlichen Bauetappen habe ich in 8 Blogbeiträgen dokumentiert.

  1. Die Türe
  2. Boden und Deckel
  3. Die Rückwand
  4. Die Zwischenfächer
  5. Feinarbeiten am Korpus
  6. Schubladen Teil 1
  7. Schubladen Teil 2
  8. Einsetzen der Türe

Mein Fazit:

Der Schrank ist mit Sicherheit kein Projekt für einen Neuling. Etwas mehr Erfahrung sollte man schon mitbringen. Auch benötigt man Geduld und Ausdauer und darf sich nicht durch den ein oder anderen Fehlversuch entmutigen lassen.
Aber wer diese Voraussetzungen erfüllt und sich auf so ein Projekt „Abseits der geraden Flächen“ einlässt, der wird eine gewaltige Lernkurve erleben.

Und was mach ich nun, nach diesem Projekt?
Ich glaube erst mal Schreiner-Urlaub… und in dem baue ich 2 Hobel, die ich während dem Projekt gut gebrauchen hätte können. 😉

Und noch ein paar Bilder:

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Wandschrank aus Birne im Krenov Stil #7 Die letzten Meter

In den vergangenen Jahren bin ich, was die Holzbearbeitung anbelangt, in vielerlei Hinsicht vorsichtiger geworden. Ich habe mir z.B. angewöhnt, auf den letzten Metern der Fertigstellung eine „Was steht noch an-Liste“ zu erstellen. Diese „To Do-Liste“ (ich hasse dieses Wort), schreibe ich immer dann, wenn ich das erste Mal im Projekt mit dem Gedanken spiele: „An diesem Wochenende könntest du doch fertig werden“.

20151017 001Dieser Gedanke ist gefährlich. Er verführt, die Fertigstellung erzwingen zu wollen und man übersieht so leicht noch auf den letzten Metern eine Kleinigkeit. Und wir wissen alle,  Kleinigkeiten können die Ursache für fatale Folgen sein. Deshalb nehme ich mir Zeit für diese „Was steht noch an – Liste„.

Sehe ich den gefüllten Zettel vor mir liegen, macht sich Ernüchterung breit und das Vorhaben, an diesem Wochenende fertig zu werden, ist wieder ad acta gelegt. Es ist ein idealer Zeitpunkt, um einen Appell an sich zu richten: “ Mach langsam, wenn es schnell gehen soll!!!“

Vor dem nächsten Arbeitsschritt habe ich richtig Respekt. Die Scharniere müssen in die Türe eingelassen werden. Ein mächtiges Potential um die wunderbare Türe zu zerstören. Im Gegensatz zu den Schubladen kann ich die Türe nicht neu machen. Der Schrank ist nach der gewölbten Türe gebaut, nicht die gewölbte Türe nach dem Schrankkorpus.

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Den Versuch in die Türe die Nut per Hand zu Stemmen (in das Stirnholz – Birne!!!) habe ich nach 5 Minuten aufgegeben. Da bricht mir nur noch was aus und richtig schön bekommt man das nicht hin. Das schönste Ergebnis könnte man sicherlich mit der Oberfräse erzielen – aber wie kann man die Oberfräse präzise auf einer 2cm starken und  gewölbten Türe führen. Ohne vernünftige Auflage sah ich da keine Möglichkeit. Ich habe mir aus Abfallholz einen Rahmen gebaut, den ich mit einem Keil und einer Schraubzwinge an der Türe fixieren konnte. Auf diesen Rahmen wollte ich meine Frässchablone aufschrauben.

Bilder sind kommentiert:

Das mit dem Hilfsrahmen hat funktioniert. Ich konnte mit der Oberfräse ganz sicher meine Aufnahmenut für die Scharniere in die Türe fräsen. Per Hand in Stirnholz wäre das mit Sicherheit nicht so schön geworden.

Die Bilder sind kommentiert:

Als ich die Türe zum Anzeichnen der Scharniere im Schrankkorpus platziert hatte, musste ich mir erst mal eine Tasse Kaffee holen und 5 Minuten diese Aussicht genießen….

Nun wird die Position der Scharniere auf dem Boden und dem Schrankdeckel angezeichnet.

Die Bilder sind kommentiert

Für dieses Projekt muss man einen alten Kugelschreiber opfern. Man benötigt nämlich die Feder, damit später die Schranktüre nicht von alleine aufgeht.
So baut man sich ganz einfach einen „Türzuhalter“…

Die Bilder sind kommentiert

Die Restarbeiten vor dem Finish…

Die Tür soll natürlich auch einen Griff bekommen. Auch hier habe ich wieder eine „organische“ Lösung bevorzugt (Danke Andreas für die schöne Bezeichnung!).
Die Rückwand musste auch noch eingepasst werden. Danach wurde der komplette Schrank zerlegt. Die Einzelteile werden nun mit Schellack behandelt.

Die Bilder sind kommentiert:

Nächstes Wochenende werden die Einzelteile dann zusammengeleimt. Hab ich es doch gewusst, daß er dieses Wochenende noch nicht fertig wird.
Das hab ich nun von meiner „Was steht noch an – Liste!“ 😉

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Wandschrank aus Birne im Krenov Stil #6 „Irgendwann ist es dann aber auch mal gut….“

ich kann ja nicht ewig kleine Schubladen bauen!

Gefühlte 3 Monate war ich mit den Schubladen unterwegs. Nach diesem Wochenende soll das nun mein finaler Schubladenpost sein. Mit dem Ergebnis bin ich jetzt zufrieden.

20151012 069Zunächst musste ich die Schubladenböden noch einbauen. Schon mal einen Boden in eine gewölbte Schubladenfront eingebaut? Dazu muss man nur eine Nut in ein gewölbtes Brett fräsen. Aber wie? Ich habe lange überlegt, bis ich eine Lösung hatte. Aber so geht es:

(die Bilder sind kommentiert)

Nachdem die 4mm starke Nut in die Schubladenseiten gefräst war, musste noch der Boden eingepasst werden. Ich habe den Boden auch aus Birnenholz gemacht. Die Seiten wurden abgeschrägt, bis sie in die Aufnahmenut passen.

Nun fehlen nur noch Griffe. Bestimmt habe ich damit einen ganzen Tag zugebracht, bis Griffe fertig waren, die mir gefallen haben. Die schöne rötliche Maserung im oberen Bereich der Schublade wollte ich durch die Griffe nicht unterbrechen.  Zunächst wollte ich den Griff am Boden anordnen. An einer verpfuschten Schublade habe ich das erst getestet. Das sah doof aus. Ich platzierte deshalb die Griffe mittig in der unteren Hälfte der Schubladen. Die Griffe habe ich aus einem Ast, der sich polieren lies gemacht.

(die Bilder sind kommentiert)

Nun mit dem Ergebnis bin ich zufrieden. Jetzt kann ich mich wieder anderen Dingen bei meinem Schrankprojekt widmen. Aber es geht so allmählich auf die Zielgerade zu.

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Für einen Birnbaum…

… habe ich gestern ganz spontan einen Tag frei genommen und bin an den Bodensee gefahren. Die Reise hat sich gelohnt. Die Bohlen (50 mm) sind 8 Jahre luftgetrocknet und können nach ein paar Monaten Ruhezeit in der Werkstatt verarbeitet werden.

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Der Baum war gewaltig. Die breitesten Bohlen messen 75 cm.
Bis der ganze Baum (ca. 2 qbm) bei mir ist, werde ich noch 2 bis 3 Reisen an den Bodensee machen müssen dürfen.

Kaum war der Hänger mit dem Holz in der Garage abgestellt, schaute meine Frau um die Ecke. „Wird das unser neuer Schlafzimmerschrank?“
Ich hatte noch keine konkreten Pläne, was aus der Birne wird. Nun muss ich mir den Kopf darüber auch nicht mehr zerbrechen. Das hat schon eine andere getan.

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Wandschrank aus Birne im Krenov Stil #5 „Die Schubladen eine lehrreiche Odyssee“

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Die Odyssee ist noch nicht zu ende…. , das will ich hier gleich zu Beginn des Beitrages klarstellen. Es handelt sich, was die Schubladen anbelangt, auch noch nicht um den finalen Beitrag. Ich kann an dieser Stelle auch noch keine Prognose abgeben, wann dann der finale „Schubladen-Post“ erscheint. Zu oft schon, bin ich mit dem „gehe zurück auf Start Gefühl“ aus der Werkstatt geschlichen. Dieses Gefühl ist doof – ja sogar saudoof!
Aber auf gewisse Weise macht es mich in diesem Fall auch ein wenig glücklich.
Glücklich deshalb, weil ich an den vergangenen Wochenenden eine Unmenge dazugelernt habe. Und zwar so intensiv, dass die Lektion auf ewig sitzt. Jeder Fehlversuch wird zur Seite gelegt und ein neues Stück Holz in Angriff genommen. Von Mal zu Mal werden die Ergebnisse besser. Wenn man noch nichts zustande gebracht hat, mag sich das komisch anhören, aber diese Vorgehensweise verleiht einem eine gewisse Souveränität bei dieser Arbeit, da man deutlich die persönlichen Fortschritte erkennen kann.

***

Wo ist das Schubladenproblem:

Diese Schubladen empfinde ich als echte Herausforderung weil…

  • Wegen der Optik, die Schubladenfront der unregelmäßig gewölbten Schranktüre angepasst werden soll
  • Wegen der Optik, zwei Schubladen statt einer eingepasst werden sollten
  • Wegen der Optik, die Schubladen unterschiedlich breit, damit jedes Schubladenteil eine Einzelanfertigung ist
  • Wegen der Optik, die Schubladenseiten mit verdeckten Zinken mit der Schubladenfront verbunden werden sollen
  • Zu guter Letzt, der Schubladenboden in ein gewölbtes Frontteil eingeschoben wird und dafür eine Aufnahmenut gefräst werden muss.

Eine spannende Aufgabenstellung für einen Hobbytischler, wie ich finde.

Die Geschichte der bisherigen Odyssee:

20150808 032Ursprünglich hatte ich geplant, nur eine Schublade über die ganze Breite zu bauen. Eine gerade Schubladenfront würde doof aussehen und sie würde viel Platz verschenken. Somit hatte ich die gewölbte Front favorisiert. Die Schublade ist nicht sehr tief – maximal 13 cm. Sie wird aber 28 cm breit. Da verkantet man leicht beim Öffnen und Schließen. Optisch würden auch 2 unterschiedlich große Schubladen besser aussehen. Deshalb habe ich ein dünnes Zwischenbrett eingebaut. Damit hätten beide Schubladen eine saubere Führung. Das Zwischenbrett wurde auch mittels fremder Feder in die Fachböden eingeschoben.

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Lösungsansatz No. 1

Wie könnte man aber nun die gewölbte Schubladenfront hinbekommen? Mein erste Idee – ich laminiere mir ein Brett mit der entsprechenden Wölbung. Aus einem dickeren Abfallstück wurde die Rundung ausgeschnitten und schichtweise dünne Brettchen verleimt. So konnte die Wölbung der Zwischenböden nachgebildet werden.

Nun hatte ich die gewölbte Schubladenfront, aber…

  • wie kann ich sie exakt auf die richtige Größe zuschneiden und
  • wie könnte ich ohne gerade Referenzfläche, die verdeckten Zinken ausstemmen?

Beim besten Willen konnte ich mir nicht vorstellen, dass das funktionieren würde.
Damit verwarf ich Lösungsansatz No. 1!

Lösungsansatz No. 2

Von Charles habe ich das Zinken gelernt. Ich erinnerte mich daran, was er in seinem Kurs gepredigt hat: „Beim Zinken musst du dir überlegen, was sind deine Referenzflächen. Wenn du keine hast, muss du dir welche besorgen.“

Wenn ich erst aus einer dicken Bohle die Schubladenfronten exakt im 90° Winkel schneide, danach die verdeckten Zinken aussteche und danach erst die Rundung innen und außen aussäge, stehen mir für das Anfertigen der verdeckten Zinken, die notwendigen Referenzflächen zur Verfügung.

Mit einem Stück Ahorn, habe ich einen Prototyp gebaut und getestet ob das funktionieren kann.

Das Ergebnis hat mich überzeugt, dass dieser Weg für mich die richtige Vorgehensweise ist. Für jede Schublade muss man sich genau überlegen, wo die Zinken auszustechen sind. Die Seite, die zur Schrankmitte zeigt, muss mit einem Falz (Stärke des Seitenbretts) versehen werden, der die nötige Tiefe aufweist.

Und wo stehe ich aktuell?

Inzwischen – nach dem Bau des Prototyps – bin ich beim 3. Schubladenpaar angekommen. Patzt man an einer Stelle, darf man zurück auf Start – die Schubladenfronten sollen ja schließlich durchgehende Maserung haben. Jetzt beim 3. Paar habe ich mir auch überlegt von 2 auf 3 verdeckte Zinken zu erhöhen. Die Zinken sind filigraner und das sieht bei den kleinen Schubladen besser aus. Von Versuch zu Versuch wurden die Resultate besser.
Ziel ist, bei meinem finalen Paar keine Fehler mit Hartwachs oder mit „Sägemehlkitt“ ausgebessert zu haben. Ich hoffe mir geht wegen diesem Vorsatz nicht das Holz aus!

Hier noch Bilder meiner bisherigen Versuche

 

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