Sägekluppe

Vor ungefähr 5 Jahren habe ich mir meine Japansägen gekauft. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich nach den ersten Probeschnitten meinen alten Fuchsschwanz in den Müll geschmissen habe. Er hat nie richtig gut gesägt. Ich hatte ihn vor x Jahren mal in einem Baumarkt erworben. Naiv war ich zum damaligen Zeitpunkt der Meinung, Handsägen seien alle so stumpf.

Vor ein paar Wochen habe ich mich über diese Entsorgung das erste Mal geärgert – ich hatte die Schärfanleitung von Friedrich gelesen und daraufhin beschlossen, das Sägeschärfen erlernen zu wollen. Nach dem ausführlichen Studium von Friedrichs „Enzyklopädie über das Schärfen der gemeinen westlichen Handsäge„, habe ich wirklich Lust darauf!
An dieser Stelle mal ein herzliches Vergelt’s Gott an Friedrich Kollenrott für die Mühe sein Wissen in schriftlicher (und kurzweiliger) Form zur Verfügung zu stellen!

Zum zweiten Mal ärgern musste ich mich gestern an der Kasse im Baumarkt. Der Fuchsschwanz zum Üben hat zwar lediglich € 10,45 gekostet, weist aber bei weitem nicht die Güte, weder in Aussehen noch in Qualität, der entsorgten Säge auf.

Eine Übungssäge oder besser ein Übungsblech besitze ich nun. Die notwendigen Feilen liegen schon in der Schublade. Fehlt nur noch die Sägekluppe!

20150309 032Nachdem die Anschaffung der Übungssäge (ist übrigens nicht die, die hier auf den Bildern zu sehen ist), mein mir zugeteiltes Taschengeld für dieses Monat aufgezehrt hat, wollte ich behutsam bei der Auswahl der Komponenten vorgehen.

Neben 2 Stück Eiche aus der Restekiste (10 cm breit und 35mm stark) und 2 Stück Hainbuche (45 mm x 50 mm), kamen noch ein verstellbarer Kegelgriff aus Stahl, eine Stahlscheibe 5 mm stark, eine Flachkopfschraube M12, eine Flachkopfschraube M6 und eine Mutter M6 (selbstsichernd) zum Einsatz.

Zunächst habe ich die Spannbacken geschnitten. In der Mitte wurde auf der Breite von 10 cm die Überplattung vorbereitet. Was dann von den Eichenstreben weg muss, kann man  direkt mit dem Starrett-Winkel abnehmen und damit die Höhe der Kreissäge einstellen. Die Spannbacken wurden noch abgeschrägt und gehobelt. Danach wurde auch schon verleimt. Nach dem Verleimen habe ich mit Hilfe der Kreissäge die Spannbacken noch 20° abgeschrägt. (keine Fotos gemacht – verbummelt!)
Noch ein wenig Verputzen mit dem Hobel und schon sind die beiden Seiten fertig.

Danach habe ich mir die hintere Spannbacke der Sägekluppe so in die Vorderzange eingespannt, dass sie eine angenehme Arbeits- bzw. Feil-höhe für mich hat. Mit der Wasserwage wurde überprüft, dass sie auch waagrecht steht. Nun wird einfach der untere Abstandsklotz angeschraubt. Er sorgt zusätzlich dafür, dass die Feilkluppe ohne Justieren immer gleich eingespannt wird. Die vordere Spannbacke wird nun 1 cm geringer als die Arbeitshöhe abgeschnitten. So bleibt sie beweglich. Mit einem 35 mm Forstner wird eine kleine Aufnahme für die Unterlegscheibe gebohrt, danach mit dem 12 mm Bohrer gerade durch beide Spannbacken. Ein 2. Loch – 6 mm – ein kleines Stück oberhalb der Werkbankplatte auch durch beide Spannbacken.
Beide Schrauben können nun eingebaut werden. Die obere Schraube (M12) mit dem Kegelgriff ist für das Spannen zuständig. Die untere Schraube 6 mm sorgt lediglich dafür, dass die Spannbacken sich nicht seitwärts bewegen können, wenn sie nicht unter Spannung stehen. Die selbstsichernde Mutter wird deshalb auch nicht fest angezogen! Das war’s dann auch schon – die Sägekluppe ist fertig.

Der Bau der Feilkluppe war ja kein großes Problem – das Schärfen lernen, wird vermutlich schon noch Eines!

Und noch ein Blick durch die Leuchtenlupe auf die richtige Übungssäge…

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Kettensägenaufsatz für die Sägebank

Beim Bau der Sägebank habe ich mich bewusst für die Variante mit den schräg gestellten Beinen auf einer Seite entschieden. Der Grund ist, dass ich auf oder besser mit dieser Sägebank auch komfortabel mein Drechselholz schneiden möchte. Das bedeutet, die Sägebank muss auch „Motorsägen-geeignet“ sein.
Nun habe ich mir heute eine entsprechende Zusatzausstattung gebaut, die dies ermöglicht.
Aufsatzzangen, geschnitten aus Hainbuche, werden in den 28 mm breiten Schlitz gesteckt und halten das Sägegut in Position.

Und… was soll ich euch was sagen: „It works!“

Bevor aber nun die Kommentare kommen… „Wie kann man nur! So eine schöne Sägebank …. und die Kettensäge zerstört doch gleich die Arbeitsfläche, wenn man nicht aufpasst!“

1. Die Sägebank ist eine Sägebank – wenn sie sich keine Gebrauchspuren erarbeiten darf, hätte sie sich einen anderen Beruf suchen sollen!

2. Werde ich beim Arbeiten mit der Kettensäge ein Opferbrett auf die Arbeitsfläche klemmen, damit ein Schmiss hinausgezögert wird.

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Ruhebank oder Sägebank

20150302 051Ich glaube ab heute wird die Produktivität in meiner Werkstatt stark nachlassen.
Hab mir eine Sägebank gebaut und festgestellt, dass sie zum Sitzen und eine Tasse Tee genießen, genau die richtige Höhe hat. Wird der Familie nicht gefallen, dass sie jetzt noch länger auf ihre Bestellungen warten darf.
Da diese Sägebank also nicht nur zum Sägen, sondern auch zum Sitzen und …… (sag ich noch nicht) bestens geeignet ist, ist sie eigentlich eine „Multifunktionsbank“ oder der „Eierlegendewollmilchbock“!

Ich Büchern von Christopher Schwarz oder Tom Fidgen, habe ich Sägebänke in diesem Stil schon häufiger gesehen. Die „Sawyer’s Bench“ von Tom Fidgen ist meines Erachtens etwas besser, da sie auf einer Seite die Beine in einem 100° Winkel ausgestellt hat und deshalb die Bank nicht so leicht zum Kippen neigt. Da ich ab und zu auch Baumabschnitte mit der Motorsäge in meinem Keller schneide (wenn ich Material zum Drechseln vorbereite), war das für mich ein wichtiges Detail.
Gebaut habe ich die Sägebank aus Esche, für die Beinversteifungen habe ich Eiche verwendet.

Der Bau einer Sägebank macht richtig Spaß. Man kann mit Maschinen arbeiten, muss es aber nicht. Viele Holzverbindungen bieten sich an, dass man sie mit Handsäge, Stemmeisen und Holzraspel nach alter Art herstellt. Nach was einem gerade ist.
Um möglichst hohe Stabilität bei der Verbindung der Beine zur Arbeitsfläche zu erreichen, habe ich die Zapfen auf 3 Seiten je einen cm abgesetzt. Das hat schon ohne Leim super gehalten.

Nach dem Verleimen wurden die Beine noch zusätzlich mit 10 mm Holzdübel gesichert. Auf der Kreissäge habe ich die Beine gleichmäßig auf 50 cm abgeschnitten.
Achtung: beim den schräg gestellten Beinen muss man natürlich was unterlegen, dass der Winkel richtig gesägt wird. Die Überprüfung mit der Wasserwage bestätigt diese Theorie.

Für die Verbindung der beiden Arbeitsplatten habe ich ein Eichenbrett 35 mm verwendet, welches im Bereich der Beine um 15 mm abgesetzt wurde.

20150302 042Die Sägebank ist fertig. Auch zum Sitzen und Teetrinken geeignet. Aber….. irgendwie fehlt noch die besondere Verwendung?!
Muss man richtig lange Bretter oder Bohlen schneiden, benötigt man 4 Auflagepunkte um dies komfortabel erledigen zu können. Dafür habe ich mir 2 Arbeitsböcke mit der gleichen Höhe wie meine Hobelbank gebaut. 2 Böcke + Hobelbank = 3 Auflagen. Es fehlt zum richtigen Komfort noch Eine.
Wenn doch nur der Sägebock etwas höher wäre oder ausfahrbar! Nichts ist unmöglich.

Eine Stunde später war auch dieses Problem gelöst. Ein Aufsteckbock für den Sägebock. Geringer Aufwand, geringer Platzverbrauch, bei Bedarf sofort aufgesteckt und absolut stabil. Nun kann ich komfortabel meine 4 Meter-Bohlen ablängen, ohne dass mir ein Stück Baum schmerzhaft auf die Füße fällt.

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Umzug der Schleifecke

Ich glaube eine Werkstatt ist nie ganz fertig. Es gibt immer wieder Dinge, die man optimieren kann. Vor 3 Jahren hatte ich mir eine kleine Schleifecke eingerichtet. Sie war eigentlich ganz ok – nur am falschen Ort in meiner Werkstatt.
Dort, wo sie war, hat sie mir zu viel Platz weggenommen, den ich gerne anderweitig nutzen möchte. Nun hatte ich mich zu einem kleineren Umbau durchgerungen – ja es war Überwindung. Wer räumt schon gerne auf?!

Meine Holzrestesammelecke – jeder der schreinert, weiß was das bedeutet – musste weichen. An diese Stelle soll ein Maschinenschrank als Unterbau und die neue Schleifecke.

Ja… die Ecke hatte schon ein wenig Schrottplatzflair. Wenn man geduldig war, hat man auch meist was Passendes gefunden.

Die Unterschränke habe ich aus Holzresten und Presspanplatten gebaut. In den Schränken sind nun die Maschinen verstaut, die vorher in Systainern unter der Werkbank waren. So konnte ich eine komplette Werkbank wieder leer bekommen.
Für die Arbeitsplatte am Nass-Schleifplatz wurde eine Siebdruckplatte verwendet.

20150228 021Den alten Schleifplatz kann ich jetzt bestens für andere Dinge verwenden.

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Sägegatter – der Kirschbaum ist nun in „Scheiben“ geschnitten

Habe ein holzreiches Wochenende hinter mir. Das merke ich nicht nur dann, wenn ich mir die Bilder ansehe, sondern alleine schon deshalb, weil selbst das Tippen dieses Textes schmerzt. Nach manchen Arbeiten lässt sich jeder Knochen sehr leicht lokalisieren. Sie melden sich quasi auf Zuruf.
Nun am Samstag war ich ein wenig mit Verpacken beschäftigt. Mit Palettenfolie habe ich die Schnittkanten von meinem Drechselholz eingewickelt. So will ich verhindern, dass die Kanten zu schnell austrocknen und deshalb das Holz stark reißt. Ich habe auch schon gelesen, dass manche die Schnittkanten mit Leim oder Wachs versiegeln, aber diese Kleckserei wollte ich erst mal vermeiden. Mal schauen, ob es mit der Folie auch geht. Ich werde wöchentlich einen Blick darauf werfen, falls das Holz faulig werden sollte, oder Pilzbefall droht, kommt sie runter. Dann kann ich immer noch den Leimeimer zücken.

20150223 012Der Montag begann für mich eigentlich mit einem spannenden Museumsbesuch. Um 8:45 war ich wie vereinbart beim Josef auf dem Hof. Die beiden Kirschenstämme lagen schon auf dem Hänger und es ging los in das ca. 3 km entfernte Sägewerk. Ich muss zugeben ich hätte viel erwartet, aber mit so einer Zeitreise in die Vergangenheit habe ich nicht gerechnet. Der Besitzer des Sägewerks, der kurz vor dem Rentenalter steht, konnte mir die Frage, wie alt die Maschine ist, nicht beantworten. Sie sei noch von seinem Vater.
Aber schaut euch einfach die Bilder an.

Ich war fasziniert, von der alten Technik und hätte stundenlang zusehen können. Doch einmal bin ich auch sehr erschrocken. Ihr kennt doch sicherlich den blöden Witz, wie ein Arbeiter vom Sägewerk 5 Bier bestellt – er streck die Hand in die Höhe, an der nur noch 3 Finger sind.
In Zukunft, wenn am Stammtisch einer diesen „Brüller“ bringt, wird mir garantiert der heutige Tag einfallen. Der Sägewerksbesitzer hat einmal kurz seinen rechten Lederhandschuh ausgezogen. Er hatte keinen einzigen Finger mehr! (Das ist jetzt kein Witz)

Ja so gegen 11 Uhr lag dann der Baum in 30mm „feinen Streifen“ geschnitten vor meiner Garage. Von Obstgehölz muss die Rinde runter, sonst kommen die Schädlinge zum Buffet. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag damit. Die schweißtreibende Arbeit hat sich aber gelohnt. Die Bretter haben eine gigantische Zeichnung. Es ist zwar noch eine Zeit hin, bis ich das Holz verwenden kann, aber ich freue mich jetzt schon auf das erste Möbelstück daraus.

PS: Ich merk es jetzt erst – das war Beitrag Nr. 100! Passt ja mit dem Thema 😉

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Prunus avium – er hat mich gefunden

20150202 002Seit ich viel mit Holz arbeite und sich das herumgesprochen hat, habe ich manchmal den Eindruck… „das Holz sucht mich„. Vor 3 Wochen erhielt ich einen Anruf von dem Bauern, der uns immer das Brennholz liefert: „Bei mir steht ein Kirschbaum, den ich arbeite – brauchst du Holz zum Drechseln?“ Am nächsten Tag stand ich um 9 Uhr bei im auf dem Hof…. nein besser ich stand auf dem Trittbrett seines kleinen Traktors und wir fuhren bei Eiseskälte in ein nahe gelegenes Waldstück zur Besichtigung. Als ich den Baum sah, gab es nichts zu überlegen – „Josef, wenn es Recht ist nehm ich ihn ganz und falls der Stock nicht faulig ist, möchte ich den unteren Stamm ins Sägewerk bringen.
So oder ähnlich, hat sich schon mehr Holz in meine Werkstatt verirrt. Vor 4 Jahren ein Nussbaum mit 60 cm Stammdurchmesser, eine Eberesche, eine kleine Kirsche und ein Birnbaum den ich noch abholen muss. Die Einlagerung ist eine echte Herausforderung, aber Platz finde (oder schaffe) ich immer. Beim Verstauen der Bretter fällt mir die Geschichte ein, die mir Charles vor 2 Jahren erzählt hatte. Er stapelte mal Bretter zum Trocknen in seinem Schlafzimmer unter dem Ehebett, da er sonst keinen Platz mehr hatte.
Na ja – in dieser Woche muss ich auch wieder ca 1,5 Festmeter verstauen – ich schau später mal nach, ob unter dem Bett noch Platz ist.

Diesen Samstag war der Kirschbaum dann umgeschnitten. Der Stammdurchmesser am Stock ca. 45 bis 50 cm. Den Stamm ( 2 x 3 Meter ) fahren wir dann nächstes Wochenende in das Sägewerk. Die Bretter kommen danach zu mir – Schlafzimmer als Lagerstätte, versuche ich zu vermeiden. Der restliche Baum, fand bereits heute zu mir. Mittags lag ein „kleiner“ Haufen Drechselholz vor meinem Garten. Ich war entzückt!

In der Werkstatt sind aktuell 3 Projekte parallel am Laufen. Unter anderem habe ich damit begonnen meine „Holz- und Leistenecke“ mit einem Maschinenschrank zu bestücken. Die Schleifecke möchte ich auch nach dorthin umziehen. Der Anfang von ein paar Umbauten, die ich mir für 2015 vorgenommen habe.

Mit dem 2. Schrank wollte ich heute eigentlich weiter machen, aber dann kam mir irgendwie die Kirsche dazwischen…. und es lag so viel schönes Drechselholz vor dem Haus…. und dann lag plötzlich ein kleiner Stamm im Keller…. der Nachmittag nahm seinen Lauf.

Am Ende des Tages waren 2 Schüsselrohlinge gedrechselt. Ich musste mich davon überzeugen, dass das erworbene Drechselholz keine Fehlinvestition war.
Für mich, als Drechselneuling, war es auch das erste Mal, dass ich Nassholz gedrechselt habe. Da fliegen dir nicht nur Späne um die Ohren, sondern auch reichlich Feuchtigkeit. Die Rohlinge habe ich gewogen und dann in einen Sack mit den feuchten Spänen gepackt. Hier sollen sie die nächsten Monate langsam trocknen, bis sie dann auf die entgültige Form gedrechselt werden können.

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TV-Lowboard passt, wackelt und hat Luft

Übergroßem Faschingstanzeifer, der die  Tanzbeine außerordentlich strapazierte, dass eine notwendige Zwangspause verordnet wurde, habe ich zu verdanken, dass ich mitten in der närrischen Zeit das TV-Lowboard nun losgeworden bin. Papa hat heute die Erlaubnis zur Montage bekommen.

Vor einer Woche hatte ich noch das Finish aufgetragen. Danach wurden die Schränke eingelagert. Heute, am Faschingssamstag konnten sie dann endlich an ihrem zukünftigen Platz montiert werden. Es hat auf Anhieb alles gepasst.

Hier die Bilder von der fertigen funktionalen Ecklösung. Froh bin ich, dass ich den ursprünglichen Entwurf geändert habe  und eine Seite deutlich schmaler gebaut habe. Ich denke, so wurde ein gelungenes Möbel daraus.

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Erhöhte Bankhaken

Ja das TV-Lowboard ist jetzt fertig. Am Samstag habe ich nun wie geplant das Finish aufgetragen und die Ecklösung bis zum Montagetermin bei mir eingelagert. Natürlich hört man als Hobbyschreiner gerne Lob. Die Frau des Hauses hat mich dann gestern im Keller besucht und das fertige Lowboard besichtigt. Sie hat ohne Einschränkungen (das hat es bisher noch nie gegeben) betont, wie schön doch der Schrank geworden ist. Ich war richtig stolz und musste aufpassen, dass ich mir an der Kellerdecke nicht den Kopf stoße.
Beim Verlassen der Werkstatt hat sie dann noch gesagt, dass im Vergleich zu dem neuen TV-Lowboard für unsere Tochter, unser altes Fernsehschränkchen im Wohnzimmer ein Schandfleck im ganzen Haus ist. Nun wurde ich Misstrauisch und habe diesen letzten Satz unkommentiert in der Werkstatt stehen lassen.

Um auf andere Gedanken zu kommen, suchte ich mir etwas Zerstreuung für den Sonntag. Ich hätte so viel schöne und spannende Dinge für die nächste Zeit auf dem Radar. Mal schauen wie lange ich es durchhalte meine Wunschliste abzuarbeiten. Mit dem Schandfleck im Wohnzimmer könnte ich mich schon noch eine gewisse Zeit arrangieren.
Aber was wollt ich eigentlich schreiben? Ja, auf meiner Wunschliste stehen in der nächsten Zeit so ein paar Dinge, die viel Handarbeit erfordern und Maschinen wenig zum Einsatz kommen. Auch ein kleiner „Umbau“ in der Werkstatt ist geplant und der Bau von Hilfsmittel. So auch ein paar erhöhte Bankhaken, die, wie ich finde, das Arbeiten mit vielen Handwerkszeugen komfortabel unterstützen. Das war dann meine gestrige Sonntagsarbeit. Kein großes Ding, sondern gerade richtig für den Nachmittag, der mit Werkstattaufräumen noch nicht ganz ausgefüllt war.

BankhakenIch wollte 14 cm Höhe gewinnen. Meine quadratischen Banklöcher sind 2,5 cm x 2,5 cm und so ist dann diese Konstruktion dabei herausgekommen.

Aus einem Reststück Eiche habe ich mir 2 Kanteln geschnitten. Hobeln der Oberfläche, Aufzeichnen der Kontur, Ausschneiden an der Bandsäge, Absetzen des Zapfens, Kanten brechen und die Bohrung für die Schraube waren die einzelnen Arbeitsschritte.

Der Rest wurde dann noch mit einer Feile gemacht. Eine Edelstahlschraube durch den Kopf der Bankhaken, hält später das Werkstück sicher. Die Bohrung darf nicht zu groß sein, damit die Schrauben stramm sitzen und beim Spannen der Werkstücke nicht herausgedrückt werden können. Das war es dann auch schon. Nun kann ich längere (besonders gut auch runde) Werkstücke, die z.B. mit dem Schweifhobel bearbeitet werden müssen, bequem einspannen und bearbeitet.

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TV-Lowboard kurz vor dem Ende

Am Montag wollte ich die „funktionale Ecklösung“ ja eigentlich fertig bekommen. Ungeplant investierte Blog-Lese-Zeit und nicht ausreichend angesetzter Schellack aber, lassen nun die Fertigstellung noch bis zum nächsten Wochenende warten. Fertigstellung hin oder her – wir befinden uns gerade in einer sehr kritischen Jahreszeit, wenn es um die Auslieferung und Montage von fertiggestellten Möbeln geht. Jedenfalls dann, wenn die „funktionale Ecklösung“ bei einer faschingsaktiven Tochter einziehen soll?! Schwieriges Problem – kaum lösbar! „Nüchtern“ betrachtet (wer kann das schon in der Faschingszeit), werde ich mich wohl damit abfinden müssen, dass die funktionelle Ecklösung noch eine Weile – zumindest bis zur Fastenzeit – unter meinem Dach wohnen wird.
Die Zwangsräumung aus meiner Werkstatt, sowie das Einlagern im alten Kinderzimmer, bekomm ich am Wochenende schon noch geregelt. Hat man mal die Rolle des „Familienschreiners“ eingenommen, macht man automatisch (wenn auch unfreiwillig) eine Ausbildung zum Logistikspezialisten mit. Training on the job, nennt man das auf neudeutsch. Aber was schreibe ich hier eigentlich… interessiert ja eh keinen. Werde mal recherchieren, ob es für solche Schicksale eine Selbsthilfegruppe gibt. Die anonymen Hobbyschreiner oder so.

Da aber auch dieses vermutlich niemanden interessiert, dann eventuell der bisher erreichte Baufortschritt der Ecklösung mit Funktion, sprich des TV Lowboard`s …

Hier ein paar Bilder, was am Wochenende so passiert ist.
Die Herstellung der Korpus-Teile muss man nicht weiter kommentieren. Nur so viel: Der Zweite, wurde im Prinzip gebaut wie der Erste – nur kleiner und mit einer Aussparung in der Rückwand (Platz für die Überlappung der Schränke und für die Kabel, die zum TV-Gerät geführt werden müssen).

Nach der Fertigstellung der Schränke, habe ich meine Aufmerksamkeit dem Bau der Türen und der Türgriffe gewidmet. In der letzten Ausgabe von Fine Woodworker Magazin, waren ein paar schöne Beispiele für die Herstellung von Griffen zu sehen. Inspiriert durch ein Bild, auf dem ein Griff bündig mit der Schubladenkannte in Zinkenform eingepasst wurde, bin ich auf die Idee gekommen, dass man das bei Schranktüren in ähnlicher Form machen könnte. Meine Lösung sieht nun so aus, dass eine schräg gestellte Nussbaum-Leiste in die Seite der Schranktüre eingepasst und durch Holzdübel gesichert wird. Das Schwierige an dieser Variante ist, den eigenen Schweinehund zu überwinden und ein Loch in deine fertige Türe zu sägen. Ich gebe zu, das kostet richtig Überwindung. Versaut man den Schnitt oder das Ausstemmen, kann man die Türe neu machen – eigentlich kann man dann 3 Türen neu machen, da sie durchgängige Maserung haben. Mit einer richtig guten und höllisch scharfen Feinsäge (Danke in den Norden der Republik!) war das aber kein wirkliches Problem. Die Türen lasse ich innen anschlagen. Bin schon sehr gespannt wie es aussieht, wenn alle Türen eingebaut sind. Mir gefällt der Griff, der jetzt quasi aus dem Schrank gewachsen ist, bisher richtig gut.

Das bekannte Sprichwort: „Die Katz frisst die Mäuse roh, ich mag sie nicht mal , wenn sie gekocht sind“ , trifft aber auch bestimmt in diesem Fall zu.
Der nächste Update zum Projekt „TV-Lowboard“ kommt dann, wenn die funktionale Ecklösung“ an seinem richtigen Platz steht bzw. hängt – somit frühestens zum Beginn der Fastenzeit!

…. wo hab ich jetzt die Telefonnummer dieser Selbsthilfegruppe hingelegt? … kommt denn hier alles weg? … es stehen ja auch überall fertige Möbel rum… man findet nichts mehr …. ich bin jetzt wirklich am Ende!

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Eine außergewöhnliche Handwerkermission… Blog-Empfehlung!

eigentlich wollte ich gestern mein aktuelles Projekt, das TV-Lowboard, abschließen. Für Neues sollte wieder Platz gemacht werden, in der Werkstatt und in meinem Kopf.
Einen Strich durch diese Rechnung machte mir ein Kommentar, den mir Rainer Speer unter einem Bild eingestellt hatte. So wurde ich auf einen außergewöhnlichen Menschen und dessen Handwerker-Mission aufmerksam.
Den halben Vormittag habe ich dann damit zugebracht jeden seiner Blog-Beiträge chronologisch ab Beginn in 2012 zu lesen. Er beschreibt in Tagebuchform seine Reisen nach Tansania und wie er dort für ein Dorf ein Schiff gebaut hat und heute noch versucht seine Handwerkskunst an die Einheimischen weiterzugeben. Ein tolles Vorhaben und eine beeindruckende Geschichte humorvoll (auch ironisch) zu Tastatur gebracht.

Ich kann die Lektüre nur jedem empfehlen! Ihr tut euch einen Gefallen, wenn ihr den Blog wirklich vom ersten Beitrag an zu lesen beginnt, da ihr sonst das Schiff nicht baut, sondern zerlegt … das ist nur halb so schön!

Also meine Lektüre-Empfehlung für den heutigen Abend… Der Blog von Rainer Speer.

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Beizen – eine Technik die in Vergessenheit gerät

20150125 001Eigentlich mag ich ja Farbe. Sie bringt Abwechslung, ja manchmal Fröhlichkeit in so manchen tristen Tag. Ich mag nur nicht das Hantieren mit Farbe. Die Wände im Haus selbst zu streichen lehne ich (meist erfolgreich) ab. Ich bin der festen Überzeugung das können andere besser als ich. Zum Beispiel ein beauftragter Maler, wenn ich ihn mit Geld dazu zwinge.
Verwendet man für den Bau von Möbeln hochwertiges Massivholz, hat Farbe darauf in meinen Augen nichts zu suchen. Das Holz besticht durch seinen natürlichen Charme und benötigt deshalb kein zusätzliches „MakeUp“.  Die Verarbeitung von hochwertigen Hölzern ist aber im Möbelbau schon immer ein erheblicher Kostenfaktor gewesen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Auf der Suche nach preiswerten Alternativen, haben sich jedoch die Verfahren grundlegend geändert. Furnierte Spanplatten gab es früher noch nicht. Um teure Hölzer vorzutäuschen, verwendeten die Tischler überwiegend Beizen auf preiswertem Holz. So wurde nicht selten aus einem billigen Buchenbrett, mit der richtigen Beize behandelt, eine Anrichte in Nussbaumoptik.
Mehr und mehr verswindet die Technik des Beizens heute aus den Werkstätten. Die Verarbeitung furnierter Spanplatten ist halt noch preiswerter und bedarf keiner zusätzlicher Handarbeit.

Persönlich finde ich den Einsatz einer Beize beim Möbelbau wesentlich angenehmer als das Arbeiten mit Lacken. Das Auftragen ist unproblematisch, Farbkorrekturen sind eingeschränkt möglich, die Pinselreinigung mit Wasser sehr Umwelt schonend.
All dies und das Ausüben alter Holzbearbeitungsverfahren, waren für mich Argumente genug, die Sockelleiste für den TV Lowboard Korpus No. 1 (immer noch keine wissenschaftliche Abhandlung) mit Beize schwarz zu färben.

Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt, dem wird nicht verborgen geblieben sein, dass mir Internet-Monopolisten und Großkonzerne, die den Begriff Service nur auf ihren Marketingveranstaltungen verwenden aber an der Umsetzung des Selbigen kläglich scheitern, ein Dorn im Auge sind. Wenn es möglich ist, kaufe ich meine Werkstattzutaten ausschließlich beim Fachmann. So bin ich bei meiner Internetrecherche im Zusammenhang mit Beizen auf die Firma Hermann Sachse gestoßen. Nach dem Genuss dieser Oskar verdächtigen Präsentation der von Sachse hergestellten Beizen, habe ich die Firma per Mail kontaktiert und gefragt, wie ich die Beizen bestellen könnte, da sie nicht in ihrem Onlineshop aufgeführt sind. Die Abwicklung war dann total unkompliziert und der Kontakt sehr nett. Per Mail bekam ich die Farbpalette zugeschickt und sollte ankreuzen, welchen Farbton ich benötige. Zwei Tage später hatte ich die Pulvertütchen auf meiner Werkbank liegen. Was mich in meinem Tun bestärkt, alt eingesessene Familienunternehmen zu unterstützen, solange es solche noch gibt.

Farbpalette2 20141012 001Meine etwas andere „Online“-Bestellung

 

 

 

Die Wasserbeize wird nur mit heißem Wasser aufgegossen und kann dann schon verarbeitet werden. Angesetzte Wasserbeize ist viele Monate haltbar, wenn sie nicht verschmutz. Deshalb füllt man sie in Gläsern oder Flaschen ab und legt ein Stück Plastikfolie unter den Deckel, damit sich am Deckel kein Rost oder Schimmel bildet. Die benötigte Beize gibt man vor dem Auftragen in ein extra Gefäß. Die Reste schüttet man nicht zurück, sondern entsorgt sie – auch wenn das bei den Sparfüchsen nicht gut  ankommt – da sonst die Beize verschmutz.
Auftragen kann man die Beize mit Pinsel oder mit dem Schwamm. Nach dem Trocknen sollte auf jeden Fall noch ein Finish auf die behandelte Oberfläche, da damit die Farbpigmente auf dem Holz wirksamer vor Abrieb geschützt werden.

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TV Lowboard Korpus No. 1

20150119 039„TV Lowboard Korpus No. 1“ …. es hört sich an, wie eine spektakuläre wissenschaftliche Arbeit. Ich sollte mir vielleicht noch einen lateinischen Namen dafür ausdenken, dann könnte ich damit richtig Aufsehen erwecken.
Die Realität sieht etwas anders aus… selbst verleimte Massivholzplatten, die mit Maschinen bearbeitet wurden, werden zusammengefügt. Es gab schon größere Highlights in meiner Werkstatt. Also hier ein kurzer unspektakulärer Bericht über den Baufortschritt von TV Lowboard Korpus No. 1

Die Zwischenwände habe ich alle auf die Höhe von 40 cm geschnitten und mit 8 mm Holzdübel versehen. Damit die Bohrungen alle gleich sind und damit im gleichen Abstand auch die passenden Löcher im Schrankboden und im Schrankdeckel gebohrt werden können, habe ich mir dafür wieder eine Schablone mit Anschlag erstellt. Die Schablone hat genau die Stärke der Seitenwände und die Dübellöcher sind mittig gebohrt. Diese Methode ist so simpel und so effektiv. Mit der Dominofräse habe ich noch keinen einfachen Trick gefunden, wie man Lochreihen in eine Plattenfläche genau dorthin bekommt, wo man sie hinhaben will. Aber vermutlich gibt es auch dafür eine einfache Lösung – sie ist mir nur (noch) nicht bekannt.
Damit die Abstände zwischen den Seitenwänden auch immer gleich groß sind, verwende ich ein zugeschnittenes MDF-Brett als Abstandhalter und lege daran wieder die Bohrschablone an.

Nun war es an der Zeit, die Nut für die Schrankrückwand zu fräsen. Der Schrank bekommt 3 geschlossene Kästchen mit Türen. Der hinterste Bereich in der Ecke bleibt offen, weil dort auch der Strom- und Antennen-Anschluss ist. Somit darf die Nut für die Rückwand nicht komplett durch die Boden und Deckplatte gehen. Die Nut habe ich mit einem 8 mm Fräser gemacht. Danach wurden die Kanten noch mit einem Simshobel gebrochen – so rutscht die Rückwand schöner in die Nut ohne das es zu Ausbrüchen kommt. Den Falz der Rückwand habe ich auf der Kreissäge geschnitten. Mit dem Simshobel wurde er noch auf die passende Stärke gebracht.
Nach dem Schleifen konnten die Seitenbretter in den Boden eingeleimt werden. Rechtwinklige Verleimhilfen aus Multiplex, deren Kanten mit einem Tesastreifen überklebt sind, sorgen dafür, dass die Seitenwände genau im 90° Winkel stehen.

Während der Leim trocknen musste, habe ich eine Nussbaumbohle aus meinem Fundus gehobelt und mit der Bandsäge in 8 mm starke Furnierbretter aufgetrennt. Diese wurden dann auf 12 mm Multiplex aufgeklebt. Daraus entstehen dann die Schranktüten.

So das war es… wie versprochen ganz unspektakulär.

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… und um die Ecke denken muss ich auch noch

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich nicht gerne „Funktionsmöbel“ baue?
Wenn nein, sei an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen.
Wenn ja, macht es auch nichts, da ich ja während der kompletten Bauphase leide. Baue ich nach dem Holz und achte auf stimmige Proportionen oder zwänge ich das Holz in die geforderte Funktionalität mit viel Stauraum? … und um die Ecke denken muss ich in diesem Fall auch noch. Da soll man sich nicht überfordert fühlen. Aber genug gejammert… interessiert ja eh niemanden (besonders keinen aus meiner Familie).

Ganz über meinen Schatten springen und nur die Funktion umsetzen bringe ich auch bei diesem Projekt nicht fertig. Bereits in der ersten Bauphase wurden von mir einige Vorgaben über Bord geworfen damit die Optik nicht ganz auf der Strecke bleibt.

Zunächst bin ich mit der Puzzle-Idee gestartet. Damit über Eck nicht nur zwei unterschiedlich lange Korpus-Teile verbunden werden, wollte ich die Kanten mit einer geschwungenen Form aufeinander treffen lassen. Für die Umsetzung habe ich mir aus 10mm MDF Frässchablonen für die Oberfräse erstellt.

Das Fräsen der „Puzzle-Kante“ war kein Problem. Ich habe das dann alles mal provisorisch aufgebaut. In dem Zusammenhang der Hinweis: Es geht nichts über Arbeitsböcke, die die gleiche Höhe wie die Werkbank haben! Egal ob beim Ablängen von Holzbohlen, beim Fräsen oder auch nur, wenn die Projekte zusammengebaut oder verleimt werden – die ebene Verlängerung der Werkbankfläche ist Gold wert.

Aber egal, wie stolz ich auf meine Arbeitsböcke in diesem Moment war… ich fand die Ecklösung sieht schei… aus. Da man zwei Schränke mit einer Tiefe von je 40 cm über einen 90° Winkel kombiniert, entsteht ein sehr tiefes „totes“ Eck, in dem später die Wollmäuse nur Verstecken spielen. Da ich aber keine Wellness-Oase für angesammelte Staubpartikel umsetzen wollte und mich generell das Design dieser Lösung nicht vom Werkstatthocker gehauen hat, hakte ich diese Variante unter der Rubrik „Erfahrung gesammelt“ ab.
Was hat mich an der Lösung besonders gestört:
1. gleiche Tiefe der Schränke
2. gleiche Höhe der Schränke

Neuer Versuch:

Die bisher erstellen Erlenplatten kann ich weiterhin verwenden. Aus den Langen, habe ich Kurze gemacht und aus den Kurzen habe ich Zwischenwände gemacht. Somit hatte ich zu dem Zeitpunkt wenig Abfall produziert. Ich musste also lediglich neue lange Platten zuschneiden und verleimen.

Die lange Schrankseite bleibt unverändert was die Maße betrifft. Die kurze Seite wird nun nicht mehr auf den Boden reichen (also hängen) und sie wird auch nicht mehr so tief. Statt 40 cm nur noch 28 cm.

Diese Variante gefällt mir bisher optisch wesentlich besser und ich werde nun weiter an ihr tüfteln.

Wünsche ein schönes und kreatives Wochenende!

 

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Mann denkt ja nur

Es ist jetzt 3:39…. kann nicht schlafen. Da liegt man im Bett und denkt nur. Früher, wenn ich im Bett lag und nicht schlafen konnte, lag ich nur im Bett und hab nicht gedacht. Das war weniger anstrengend als heute im Bett zu liegen und zu denken.
Jetzt bin ich aufgestanden. Das Denken wurde mir zu anstrengend und außerdem habe ich Durst. Für einen Kaffee ist es eigentlich zu früh… und für ein Bier auch. Oder ist es für ein Bier eher schon zu spät. Ach egal…. hab mir jetzt einen Kaffe gemacht. Es ist jetzt 03:48… morgens!
Gestern hab ich ein neues mittelgroßes Möbel-Projekt angefangen. Was es genau wird und wie die Details bezüglich der Umsetzung aussehen, kann ich noch nicht sagen, da ich noch ziemlich orientierungslos unterwegs bin. Warum hab ich dann das Projekt begonnen?

„Du Papa… bist du gerade in deiner Werkstatt ausgelastet?“ – Ich mag diese Frage nicht! – „Ja Kind…. ich bin absolut ausgebucht und die Kapazitätsgrenzen meines Familienbetriebes sind erreicht.“ – ich vernehme ein kurzes Schweigen – „Aber ich hab dir hier mal eine Bild von einem TV-Lowboard mitgebracht. Ich bräuchte so was in der Art für meine Wohnzimmerecke. Da steht nämlich mein Fernseher immer noch auf einem Karton!“

Dieses Gespräch ereignete sich vor ca. einem 3/4 Jahr.

„Wann fängst du denn endlich mit dem Fernsehregel unserer Tochter an?“
„Meinst du das Regal, was aussieht, wie ein vom LKW überfahrenes Fragezeichen?“
„Ja!“

Diese Gespräch ereignete sich vor wenigen Tagen.

Ein TV-Lowboard für eine Wohnzimmerecke? Bis vor wenigen Wochen wusste ich nicht mal, dass es TV-Lowboards gibt… und jetzt soll ich eines bauen… als Ecklösung.
Ich habe schon mal ein wenig die Internetsuchmaschine mit dem Begriff beschäftigt. Der Begriff TV-Lowboard hört sich zwar sehr kreativ an … aber das war es dann auch schon mit der Kreativität der Möbeldesigner.
Die Kreativität bleibt meines Erachtens dann auf der Strecke, wenn die Funktionalität eines Möbelstücks in den Vordergrund gestellt wird. Je mehr Vorgaben mir das Umfeld macht (Ecklösung, Fernseher steht darauf, CD-Player muss rein, Steckdosen müssen berücksichtigt werden usw…) je mehr schränkt sie einen in der Umsetzung ein. Designregeln werden dann oft nicht mehr eingehalten und die Möbelstücke sehen wie auf Maß gefertigte Kisten aus. Den Charme, den eigentlich ein schönes Möbelstück ausstrahlen sollte, wird man bei diesen Lösungen meist vergeblich suchen.

Im Moment hoffe ich noch auf eine kreative Eingebung. Aber vielleicht kann ich ja deshalb nicht schlafen.
Mit den üblichen Vorarbeiten habe ich auf jeden Fall schon begonnen. Das Holz war schon seit Wochen zum Temperieren in meiner Werkstatt. Die Bretter wurden zugeschnitten, gehobelt, die Kanten gefügt und die Flächen verleimt. Auch bei diesem Projekt verwende ich wieder Erle. Ich mag das Material, auch wenn es manchmal nicht so einfach zu bearbeiten ist. Gegenwüchsige Bretter neigen beim Hobeln leicht zum Ausreißen. Von 8 Brettern die ich gestern durch den Hobel geschoben habe, waren 7 gut und eines war eine Katastrophe. Das Ergebnis war so mies, dass ich es aussortiert habe und der Brennholzkiste zuführen wollte.

Ich hatte das Brett zum Zersägen schon in der Hand, da überlegte ich, wann ich denn das letzte Mal meine Hobelmesser ausgewechselt habe. Ich denke das ist leicht schon 10 Monate her und ich nutze ja die Maschine schon häufig. Nun gut… Ersatzmesser habe ich immer da oder evtl. sind die Messer auch nur zu wenden. Das geht ja schnell.

Die zweite Messerseite war noch unbenutzt – also brauchte ich die Messer nur zu wenden. Und dann habe ich das Brett, welches schon für die Brennholzkiste bestimmt war, erneut durch den Hobel gelassen. Schaut euch das Ergebnis an.

Die Oberfläche spiegelte, als ob ich sie mir dem Putzhobel behandelt hätte.
Ist man mit dem Handhobel unterwegs, gehört das Schleifen der Hobelmesser schon fast als Ritual vor dem Gebrauch dazu. Bei den Maschinen vernachlässigt man das Thema scharfe Hobelmesser leicht. Wann habt ihr das letze Mal die Messer eurer Maschine gewechselt – mal ehrlich?
Ich werde zukünftig die Oberfläche von Erle nach dem Hobeln als Indikator nehmen. Erle ist da sensibel. Sie reißt faserig aus, da kann man Ahorn, Buche, Eiche oder Nußbaum noch leicht hobeln.

So… Blog Schreiben macht müde. Jetzt ist es 06:15 und ich leg mich hin. Und jetzt will WordPress auch noch einen Titel für diesen Beitrag. Was könnte ich denn nehmen?…..

Vielleicht…. Mann denkt ja nur… ja!

Wünsche euch noch einen schönen Tag!

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Moxon Vise im Stil von Henn’s Roubo-Hobelbank (Teil 3) – Finale

Ja heute ist Silvester. Eigentlich wäre ich an diesem Tag, wie jedes Jahr, wieder mit der Herstellung der Holzdübel für das kommende Jahr beschäftigt. Aber ich hab noch so viele von Silvester 2013! Also, was tun an diesem letzten Tag des Jahres 2014?
Meine Moxon Vise fertig stellen…. und ohne angefangene Altlasten in das nächste Holzwerkerjahr gehen… das wäre doch ein toller Start in 2015. Schweren Herzens breche ich mit einer liebgewonnenen Tradition und mach heut dann halt keine Dübel.

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So sieht sie übrigens fertig aus – meine Moxon Vise! Aber bis sie soweit war, gab es doch noch einiges zu tun. Wo war ich bei Teil 2 stehen geblieben? Ach ja, den Bau des Einlegebretts hatte ich noch beschrieben. Eine Kleinigkeit hatte ich noch vergessen: Auf der Unterseite des Einlegebretts muss noch an der Stelle wo die durchgehenden Streben sind, das Einlegebrett 15 mm hoch und 40 mm breit ausgespart werden. Mit der Kreissäge und einem kleinen Grundhobel ist das schnell erledigt.

Und weiter geht es nun mit dem Bespannen der vorderen Spannzange mit Leder. Ich habe Sprühkleber verwendet. Man tut sich einen großen Gefallen, wenn man seine Hobelbank vorher mit Zeitungspapier abdeckt, sonst kann man die Bank im Sommer zum Fliegenfangen verwenden. Das wollte ich nicht.

Bevor ich mir der Montage der Moxon Vise fortfahre, setze ich noch Dübel in die Bodenplatte. Die Dübel sind so lange, dass sie durch den Boden, durch die Streben und ca. 3 cm in die Arbeitsplatte reichen. Ich setze die Dübel leicht schräg – somit erreicht man eine Zugentlastung auf der Leimverbindung. Selbst wenn sich der Leim lösen würde, könnte sich die Verbindung nicht mehr lockern.

Nun kann die Moxon Vise fertig montiert werden. Danach wird die Arbeitsfläche mit dem Hobel abgerichtet. Ich habe beim Verleimen der Arbeitsplatten darauf geachtet, dass die Faserrichtung gleich verläuft. Da tut man sich nun beim Abrichten schon ein wenig leichter, wenn alles in der gleichen Richtung gehobelt werden kann.
Das mittlere Einlegebrett wird beim Abrichten der Oberfläche plan eingelegt und auch bündig gehobelt. So hat man eine durchgehende Arbeitsfläche – dreht man das Brett um, steht es 15 mm über die Arbeitsplatte und dient als zusätzlicher Anschlag. Guido Henn, das hast du genial gelöst!!!
An die vorderen Unterseite der Moxon Vise schraube ich noch eine dünne Ahorn Leiste. So liegt die Moxon Vise immer stramm an der Werkbank an und kann beim Hobeln nicht nach hinten rutschen, wenn sie mal nicht so fest auf die Werkbank gespannt ist.

Es folgt die Ölung. Sieht doch schon geil schön aus das Ding!

Ja nun fehlt eigentlich nur noch ein wenig Zubehör (Anschläge) und ein paar Löcher (ja nicht zu viele!) in der Arbeitsplatte. Für das Bohren der 3/4 Zoll-Löcher in der Arbeitsplatte habe ich mir extra einen Star-M Clean Exit Schlangenbohrer  bestellt, der die Löcher unten nicht ausreißt. Und es funktioniert wirklich. Man darf nur nicht feste Aufdrücken beim Bohren. Der Bohrer schält förmlich das Holz nach oben heraus… das sieht man schon an den Spänen.
Die beiden Löcher durch die 140 mm hohe Spannbacke, bohre ich mit einem verlängerten Forstner Bohrer.

Das Zubehör: Eine Leiste 15 mm hoch mit 2 Dübel die genau in die beiden Löcher in der Arbeitsplatte passen. Wenn man sich für das Bohren der Löcher in die Arbeitsplatte eine Schablone erstellt hat, kann man diese Schablone auch für das Anfertigen der Leiste verwenden. Idiotensicher!
Mit dieser Leiste und dem eingelegten Mittelbrett entsteht ein 90° Winkel der kleine Bretter beim Hobeln spielend fixiert. Ein zusätzliches Spannen ist nicht erforderlich.

Da ich keinen 18 mm Zapfenschneider hatte, heute aber fertig werden wollte, habe ich mir die Dübel für die 19 mm Löcher und die Bankhaken auf der Drechselmaschine schnell gemacht. Zapfenschneider gespart.

Ja… das war der letzte Tag 2014 in meiner Werkstatt. Meine Moxon Vise ist fertig.
Hier noch ein paar Bilder…

Jetzt verbleiben nur noch wenige Minuten bis 24:00.
Bedanken möchte ich mich bei meinen Lesern… besonders bei denen, die auch ab und an mal einen Kommentar eingestellt haben. Und wünsche natürlich allen Holzwerkern ein kreatives und unfallfreies Arbeiten 2015 in ihrer Werkstatt!

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Moxon Vise im Stil von Henn’s Roubo-Hobelbank (Teil 2)

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Wie so oft beim Holzwerken, hat auch diesmal alles mit einem Brett angefangen. Eine Bohle aus Ahorn – 3 Meter lang und 50mm stark, die seit 2011 bereits bei mir im Kellerabgang steht. Da ich das Holz damals bereits getrocknet erworben habe, muss ich mir keine Gedanken bezüglich der Holzfeuchte mehr machen. Die Bohle hat eine Breite von 45 cm, somit sprechen wir über 0,068 qbm Ahorn – bei einem qbm-Preis von 1080€ – und demnach einem Holzwert von 73 €uro. Ich gebe zu, das ist teurer als eine Leimholzplatte und erheblich teurer als eine MDF-Platte, aber mir die Sache wert. Dafür kaufe ich mir für Silvester garantiert keine Böller… und schon sind die Mehrausgaben wieder reingeholt.

Zunächst kommt das Übliche: Bohle säumen, auftrennen, abrichten und durch den Dickenhobel. Danach werden bereits die 2 Platten für die Arbeitsfläche der Moxon Vise verleimt. Für den Boden verwende ich wirklich eine 25mm starke Leimholzplatte aus Buche. Es war eine alte Schreibtischplatte, die ich aufgehoben hatte. Früher oder später hat man für alles einmal Verwendung.

Dann kann man sich auch schon mit der Mechanik der Spannbacken beschäftigen. Die Spannbacken werden mit Schraubzwingen zusammengespannt und die 3/4 Zoll Löcher für die Gewindestangen werden gebohrt. Ich musste somit durch 85mm Ahorn – eine Bohrverlängerung war notwendig.

Erst wenn die Löcher für die Gewindestangen gebohrt und die Löcher für die Muttern ausgestemmt sind, kann man mit dem Verleimen der Arbeitsplatte mit der vorderen Spannbacke beginnen. Die müssen exakt im 90° Winkel verbunden werden.

Und in der Zwischenzeit, wenn der Leim trocknen muss, kann man sich schon mit dem mittleren Einlegebrett beschäftigen. Es hat eine Höhe von 5,5 cm und wird 4 cm dick.
Seitenteile 13 mm (2x) und Abstandhalter in der Mitte 14 mm.

Na …. und wie es dann weiter geht – folgt in Teil 3.

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Moxon Vise im Stil von Henn’s Roubo-Hobelbank (Teil 1)

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Als ich die 50zigste Ausgabe der Zeitschrift Holz Werken ein paar Tage vor Weihnachten in den Händen hielt, musste ich schmunzeln. Bereits seit September habe ich den Beschlagsatz der Moxon Vise von Benchcrafted im Keller liegen. Ungewöhnlich den Bau so lange aufzuschieben, wenn man so eine imposante Mechanik vor sich liegen hat, das gebe ich zu. Aber diese massiven Handräder haben mich auch zum Nachdenken ermuntert, wie man sie am besten zum Einsatz bringen könnte. Im Oktober habe ich dann auch noch das Buch von Christopher Schwarz über den Bau von Hobelbänken gelesen. Es gibt, wie schon in mehreren Blogartikeln zu lesen war, sehr viele Anregungen und Tipps, an was man beim Bau einer guten Hobelbank denken sollte. Auch der Artikel von Heiko Rech in der aktuellen Holz Werken, ist sehr interessant, wie ich finde. Nach dem ausführlichen Studium seiner Version einer Moxon Vise, war es dann an der Zeit, dass ich mir meine eigene Moxon Vise baue. Ich wollte dann doch ein paar individuelle Anpassungen vornehmen, um für die Dinge gewappnet zu sein, die ich in meiner Werkstatt in den nächsten Monaten verändern will. Da soll meine Moxon Vise dann schon optimal dazu passen.

Klein…. fein…. und sehr schwer – die Zutaten für eine Moxon Vise von Benchcrafted.

Die Prämissen für den Bau meiner Moxon Vise:

  1. Die Moxon Vise soll an jeder Werk- bzw. Hobelbank von mir eingesetzt werden können
  2. Sie soll nicht nur eine Vorderzange, sondern auch Aufsatzzange mit erhöhter Arbeitsfläche und vielfältiger Spannmöglichkeit sein.
  3. Metallschienen werden auf meinen Arbeitsflächen auf keinen Fall verbaut!
  4. Ich möchte nicht 2 Dutzend Löcher in der Arbeitsplatte haben, aber trotzdem Werkstücke optimal einspannen können.
  5. Die Arbeitsplatte soll massiv aus Hartholz und keine Leimholzplatte sein
  6. Meine Moxon Vise soll optimal den Einsatz von Handwerkszeugen unterstützen

Überlege dir deine Anforderungen an deine Hobelbank und schreibe sie auf – ein Hinweis den Christopher Schwarz auch in seinem Buch gegeben hat. Ich halte ihn für sehr sinnvoll! Liest man dieses Buch, bekommt man natürlich große Lust, sich seine eigene Hobelbank zu bauen. Auch an mir gingen seine Ausführungen und Überlegungen nicht spurlos vorüber. In Gedanken ist man während dem Lesen schon beim Bau der eigenen Bank.

Eine Hobelbank die ich für genial bezüglich ihrer Funktionalität halte, ist die Roubo Werkbank von Guido Henn. Durch den 4 cm breiten Schlitz in der Bankplatte hat man optimale Spannmöglichkeiten und das einsetzbare „Multifunktionsbrett“ bietet zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten. Von diesem Konzept bin ich so sehr angetan, dass ich mir überlegt habe, wie sich die Moxon Vise in ähnlicher Weise bauen lässt.

Das müsste dann in etwa so aussehen im Querschnitt:

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So…. und jetzt mach ich mich mal an die Arbeit. Mal schauen, was in den nächsten Tagen dabei rauskommt.

Übrigens wer die Hobelbank von Guido Henn nicht kennt, sollte sich den nachfolgenden Film ansehen. Beim Dieter Schmid gibt es auch den Bauplan zum Download.

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Abfall Dose

„Welche Holzreste darf man eigentlich noch mit gutem Gewissen über die Brennholzkiste entsorgen?“ – diese Frage stelle ich mir immer häufiger!
Schwierige Frage! Eine vernünftige Antwort darauf, wird vermutlich keiner geben können. Hab ich doch schon Bewegungen wahrgenommen, dass sogar Abfall-Leisten wieder zu Leimholzplatten in Hobbywerkstätten recycelt werden? Und dass noch mit fachmännischer Anleitung über das Internet. Als ich heute Abend meine Werkstatt gefegt habe, überlegte ich mir ernsthaft, wie ich aus den Säge- und Hobelspänen meine Pressspanplatten oder MDF-Platten selbst leimen könnte. Wenn sich diese revolutionäre Heimwerkerbewegung durchsetzt, können die Plattenhersteller bald Insolvenz anmelden.
Für mich steht auf jeden Fall fest…., ich  entsorge keine Holzabfälle mehr….., kein Holzstaub und auch keine Hobelspäne. Ich lagere diese wertvollen Rohstoffe ein!
Es kommt der Moment da kann man ihn brauchen…. den Span!

Erst heute hatte ich wieder so ein tête-à-tête in meiner Werkstatt mit schon abgeschriebenen Rohstoffen aus der Abfallkiste…
Ein Stück Erle ca 20 cm x 20 cm und 80 mm stark und ein weiteres Abfallstück einer 52 mm Platte ca 30 cm lang wurden mir zum Verhängnis. Die Platte hatte einen eingeschlossenen fauligen Ast und war an dieser Stelle gerissen.

Die Teile lagen alle schon in der Brennholzkiste. Ich holte sie wieder raus und säuberte sie mit der Messingbürste. Es kam ein wunderbares dunkel leuchtendes Astholz zum Vorschein. Ideal für kleine Griffe oder Verzierungen. Also ab damit in meine „Holz-Schatzkiste“!
Das 80 mm starke Stück habe ich auf die Planscheibe gespannt und einen Innen-Rezess ausgedreht. Dann gewendet und auf das Backenfutter gespannt.
Eine Dose nimmt Form an.

Danach wurde von mir der 52 mm Bohlenabschnitt mit dem übrigen faulen Asteinschluss aufgespannt und zu einem Dosendeckel runter gedrechselt.

Von außen konnte man nur erahnen was da ggf. zum Vorschein kommen könnte. Der Aufwand hat sich gelohnt. Eine Holzzeichnung kam an das Tageslicht, wie sie kaum schöner sein könnte. Das sind absolute Glücksmomente in der Werkstatt.

Ein zuvor ausgeschnittenes und poliertes Astlochstück habe ich noch auf den Deckel aufgeklebt. Mit einem Finish aus Tungöl/Leinöl wurde die Masserung noch deutlich befeuert. Nun war sie fertig meine erste, selbst gedrechselte Dose!
Ich werde sie liebevoll „Abfall Dose“ nennen.

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Flaschendrehen….

…. macht richtig Spaß!

Heute war ich mit meiner Frau den ganzen Vormittag einkaufen. Die Nähe zum 24.Dezember hinterlässt halt ihre Spuren. Auf unserer Shopping-Tour lag auch ein wunderbares Geschäft in Pfarrkirchen. Unsere letzte Rettung, wenn uns noch ein Geschenk für die Familie fehlt. Wir wurden dort noch nie enttäuscht – die Beschenkten im Übrigen auch nicht.

Der Rundgang in diesem Laden führte mich auch an einem Regal mit sehr großen Flaschen vorbei. Als ich eine hochgehoben habe, stellte ich fest, dass der Flaschenboden abgeschnitten und geschliffen war. Mein Nachmittag war gerettet – ich beschäftigte mich mit Flaschendrehen.

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Den Rohling habe ich nach dem Vordrechseln mit einem innenliegenden Rezess versehen. Anschließend konnte ich ihn auf dem Spannfutter umdrehen und in einem Rutsch fertig drehen. Das Stück Nussbaum habe ich quer eingespannt, damit der Kern schön zur Geltung kommt. Leider war er an einer Seite faulig. Das weiche Holz habe ich mit Schnitzeisen entfern und das Loch gesäubert. Am fertigen Objekt stört das Loch in keinster Weise.
Die fertige „Flasche“ hat eine Höhe von ca. 50 cm und einen Durchmesser von 14,5 cm.

Genau das Richtige zum morgigen 4. Advent!

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Hobelmania

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„Aber Schatz du hast doch schon so viele!“

Ich glaube mit diesem Satz wurde schon mehrfach jeder Holzwerker, der seine Leidenschaft für Hobel entdeckt hat, konfrontiert.
Vom Grundsatz her ist er zwar richtig, aber er hält mich nicht im geringsten vom Bau, oder manchmal auch vom Kauf, eines weiteren Exemplars ab. Die Damenwelt lässt sich ja auch durch ihn vom Schuhkauf nicht abhalten. Nein!…., das soll jetzt hier nicht die Abrechnung „Zahn um Zahn“ oder besser „Hobel um Schuh“ sein, denn so viel Platz für Hobel hätte ich nun auch wieder nicht!
Im Gegensatz zum Schuhkauf der Damenwelt, hat der leidenschaftliche Holzhandwerker viele gute und fachlich fundierte Gründe, sich ein langlebiges, wertschöpfendes, zeitloses, nicht von Modeerscheinungen abhängiges, hoch spezialisiertes und deshalb für den kreativen und anspruchsvollen Hobbyschreiner unverzichtbares Hilfsmittel, zu bauen oder zu kaufen.

Ich glaube meine Blogleser, die sich vermutlich einer ähnlichen Selbsthilfegruppe anschließen müssten wie ich, verstehen mich. Sie werden mich nie mit dem unschönen Satz…. „Aber du hast doch schon so viele“ in Erklärungsnot bringen!

Hier die jüngste Motivation zu diesem Beitrag in Bildern

Hergestellt habe ich den Krenov Hobel aus Hainbuche. Das Eisen ist 45 mm breit und vom Gerd Fritsche. Für die Hobelsohle habe ich Pockholz verwendet. Das Eisen habe ich in einen Schnittwinkel von 50° gebettet.
Da der Hobelkasten, bedingt durch das breite Eisen, mit 65 mm sehr groß ausfällt, habe ich die Form des Hobelkörpers optimal an meine Hände angepasst. So liegt der Putzhobel sehr gut in der Hand und das Ergebnis – super feine Späne von einem alten Eichenbrett – kann sich mehr als sehen lassen.

Alle einzelnen Arbeitsschritte, wie man einen Krenov Hobel baut, sind hier in einem Blogbeitrag dokumentiert.

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