„Stapelverarbeitung“ in der Holzwerkstatt

20160105

Das Holzwerken betreibe ich in meiner Freizeit und versuche in diesen Stunden einen möglichst großen Abstand zu meiner beruflichen Tätigkeit herzustellen. „Work Life Balance“ nennt man das auf Neudeutsch. Ich bezeichne es noch immer mit „Ausgleich“ und habe beschlossen, mich an die Neudeutsche Bezeichnung nicht mehr zu gewöhnen. Quasi ein innerlicher Protest, den ich mir gönne und der sonst niemandem schadet.
Seit ein paar Tagen praktiziere ich „Stapelverarbeitung“ in meiner Werkstatt und sie wird mich auch noch länger begleiten. Der Begriff erinnert mich dann doch ein wenig an meinen IT-Job…. und das in meiner Freizeit – ich hoffe das schadet jetzt nicht meinem „Ausgleich“.

Die Tätigkeiten nenne ich deshalb „Stapelverarbeitung“, weil ich mich im aktuellen Projekt stapelweise mit Holz bzw. den nächsten Bearbeitungsschritten beschäftige. Aus meiner Sicht lassen sich dadurch Fehler reduzieren und  man kommt auch schneller ans Ziel. Aber ich merke schon…. ich schreibe für manche in Rätseln.

Eigentlich meine ich nichts anderes, als dass ich versuche, gleiche Arbeiten zu bündeln und sequenziell für das ganze Projekt abzuarbeiten. Ich habe mit einer Küche für meine Tochter begonnen. Die Küche besteht aus insgesamt 12 Schrankelementen. Orientiert habe ich mich an den üblichen Standardbreiten (40 cm, 60 cm und 80 cm). Nun versuche ich die Elemente nicht nach der Anordnung in der Küche zu bauen, sondern nach den Größen vorzugehen. Ein Vorteil dabei ist, dass man beim Plattenzuschnitt die eingestellten Maße nicht ständig ändern muss. Die Einzelteile haben dann wirklich exakt die gleiche Größe. Ideal wäre wenn ich nun 12 Korpusteile, dann 4 große Schubladen, 6 kleine Schubladen, die Türen usw. anfertigen würde. Ich bin davon überzeugt, Schreinereien machen das auch so. Die haben aber bestimmt auch mehr Platz als ich in meinem Keller. Deshalb habe ich die Küche in 2 Bauabschnitte aufgeteilt. Die linke Seite der Küche bestehend aus 3 Unterschränken und 2 Hängeschränken und danach die rechte Seite der Küche bestehend aus 3 Unterschränken und 4 Hängeschränken.
Ist die linke Seite fertig, wird diese bereits montiert und ich schaffe wieder Platz für die 2. Bauphase.

Einen kleinen Nachteil bei meiner Holz-Stapelverarbeitung gibt es natürlich schon – es kommt dazwischen schon mal ein wenig Langeweile auf. Aber Küche bauen ist halt nicht Ponyhof und so……

Meine bisherige Stapelverarbeitung in Bildern:

Die Multiplexplatten haben eine Größe von 150 cm x 300 cm und eine Stärke von 18 mm. Wer schon mal mit diesem Material gearbeitet hat, kann erahnen welches Gewicht so eine Platte hat. Aus diesem Grund habe ich bereits in der Garage jede Platte in 5 Bahnen aufgeteilt. 4 Stück mit 58 cm und das Reststück mit ca. 67 cm. Das Maß mit den 58 cm verwende ich für die Unterschränke – die haben eine spätere Tiefe von 56 cm. Die Oberschränke werden 30 cm tief – dafür eignet sich dann das Reststück mit 67 cm hervorragend. Ergebnis dieser Aktion -> so gut wie kein Verschnitt!
Diesen Stapel Holz habe ich dann in den Keller verfrachtet. Es folgte der exakte Zuschnitt auf der Tischkreissäge. Das gab wieder einen Stapel Holz, der danach geschliffen wurde.

 

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16 Antworten zu „Stapelverarbeitung“ in der Holzwerkstatt

  1. rainerspeer schreibt:

    Ausbalanziertes Neues Jahr wünsche ich!
    Das wird wirklich schwer werden! Tischlerplatten wären keine Alternative gewesen?

    • Volker schreibt:

      Hallo Rainer,

      ein gutes Neues wünsche ich Dir auch!
      Multiplex ist zwar schwer, aber im Gegensatz zur Tischlerplatte ist die Kante nach dem Schleifen schön.
      Bei der Tischlerplatte hätte ich die Kante (wo sie sichtbar ist) mit Holzleisten belegen müssen. Das wollte ich mir nicht antun.

      Herzliche Grüße
      Volker

  2. Andreas schreibt:

    Hallo Volker,
    Du bist ja richtig „in Produktion“: Bett, Küche – richtig große Aufträge. Wird das so, wenn die Kinder ausziehen? Da kann ich mich ja auf was gefasst machen (wenn es auch noch eine Weile hin sein dürfte) 😉
    Bin gespannt auf die weitere Dokumentation.
    Beste Grüße,
    Andreas

    • Volker schreibt:

      Hallo Andreas,
      ein gutes Neues!

      Ja wenn du mal ein paar größere Möbel gebaut hast, registrieren das deine Kinder.
      Zum geeigneten Zeitpunkt holen sie das dann aus dem Gedächtnisspeicher hervor.

      Herzliche Grüße
      Volker

      • Andreas schreibt:

        Dir auch ein gesundes und gutes neues Jahr (hatte ich schon wieder vergessen ;-).
        Beste Grüße,
        Andreas

      • Dominik Pogrzeba schreibt:

        Hallo Volker und Andreas,
        das machen nicht nur Kinder, sondern auch Geschwister und Eltern so! Deren Leistungsfähigkeit was das Erinnerungsvermögen betrifft ist immens wenn es um sowas geht.
        Herzliche Grüße,
        Dominik

  3. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    Viel Erfolg bei Deiner MPX Phase. Meine 1. ist gerade abgeschlossen und ich musste jetzt unbedingt etwas mit Holz machen – auch für die Kinder! Sie meinen immer, man hätte sonst zuviel Freizeit. 😉

    Liebe Grüße

    Uwe

  4. Ulf Schönfeld schreibt:

    Moin Volker, so geht es mir auch immer. Nun ist es eine meiner Schwestern die mich liebevoll daran erinnert hat, das ich doch auch ihr eine schöne Küche bauen kann. Ja kein Problem, zum Glück habe ich eine super Lamello Fräse bekommen, ich danke dir noch einmal sehr herzlich.
    Noch viel Spaß bei deinen Projekten und wüsche dir noch alles gute für 2016.
    Gruß Ulf

  5. Konstantin schreibt:

    Hallo Volker,

    das erinnert mich stark an meinen eigenen Küchenbau unmittelbar nach dem Hausbau (auch von den Mulitplexplatten). Leider hatte ich damals nur handgeführte Maschinen.

    Die Arbeit war dann irgendwann Ausgleich und Erholung vom Werken. Aber auch ich konnte dann auf mein IT-Berater Erfahrung voll einbringen: So gelang es mir bei stockenden Projektverlauf dem Kunden (=Ehefrau) behutsam beizubringen was alles erst in Leistungsstufe 2 & 3 kommt und das das ok ist;-)

    Viel Erfolg, ich inspiriere mich derweilen auf deiner tollen Seite für meine aktuellen/anstehenden Massivholzprojekte…
    Konstantin

    • Volker schreibt:

      Hallo Konstantin,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar und die aufmunternden Worte, was unsere (sensible) Kundengruppe betrifft.
      Viel Erfolg bei deinem Massivholzprojekt!
      Volker

  6. Timo schreibt:

    Hallo Volker,

    das sieht richtig gut aus! Bin schon ganz gespannt auf die fertige Küche. Deine Formatkreissäge ist dabei sicher eine große Unterstützung, macht richtig Spaß beim zusehen.

    Viele Grüße
    Timo

    • Volker schreibt:

      Hallo Timo,
      Ja die Formatkreissäge ist bei dieser Arbeit eine riesige Unterstützung.
      Nicht nur wegen dem einstellbaren Ablänganschlag – sondern insbesondere wegen der Präzision die hinten dann rauskommt.
      Was man hier an Zeit gewinnt, setzt sich bei den Folgearbeiten fort.
      Herzliche Grüße
      Volker

  7. Richard schreibt:

    Hi,
    das sieht wieder mal richtig gut aus.
    Was für Multiplex hast du dafür verwendet (Qualität)?

    Danke dir und noch gutes gelingen!
    Richard

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