diesen Wunsch hatte mein Bruder öfters geäußert. Weinliebhaber kommen ab und an auf solche Gedanken. Nach dem wievielten Glas, kann ich nicht sagen – nur erahnen. Aber meist, bleibt es beim Wunschtraum….. außer, man hat jemanden in der Familie, der behilflich sein kann, bei der Realisierung.
Ich war so frei, und hab geholfen….

Dieser Stuhl stand Pate. Meine Tochter hatte ihn vor vielen Jahren in München „ergattert“. Er stand vor einem Haus mit dem Hinweisschild … zu verschenken.
Warum, wusste man spätestens, wenn man darauf Platz nahm. Die Stuhlfläche, ist für heutige Verhältnisse zu klein. Er ist etwas zu niedrig und die Sitzfläche nicht nach hinten leicht abfallend. Drei Dinge, die unter anderem gutes Sitzen ausmachen.
Dennoch, so ein alter Kneipenstuhl hat was. Irgendwie ist er ein Klassiker und für einen Holzverrückten der Nachbau eine echte Herausforderung. Die Maße habe ich dort, wo es mir nötig erschien, angepasst. Viel Arbeit sollte zumindest mit gutem Sitzen belohnt werden.









Die Materialwahl ist auf Esche gefallen. Warum? Weil ich ein Reststück rumliegen hatte und Esche für den Stuhlbau hervorragend geeignet ist. Mein erster Versuch, den Rahmen für die Sitzfläche mit Dampf zu biegen, ist jedoch kläglich gescheitert. Der Radius war zu eng und das Material dafür zu stark.
Im zweiten Anlauf bin ich dann dazu übergegangen das Eschenholz in Streifen zu schneiden und die gehobelten Streifen und die Form in Schichten zu verleimen. Das hat gut funktioniert.
Das Vorderstück dieses Rahmens, bekam Zapfen und mittels Bandsäge eine leichte Wölbung zu den Beinen hin.





In den Rahmen habe ich innen eine Nut gefräst. In dieser Nut „schwimmt“ die Sitzfläche. Nicht verleimt, damit das Holz arbeiten kann. Mit dem Travisher wurde die Fläche noch ein wenig komfortabler gestaltet.






Die vorderen Beine sind mit einem Holzdübel mit dem Rahmen verbunden. Die hinteren Beine wurden dort, wo der Rahmen aufliegt ausgenommen und ebenfalls mit einem Dübel mit dem Rahmen verbunden. Eine Sammlung verschiedener Weinkisten musste ihre Embleme abgeben. Die hab ich dann auf ca. 2 mm gehobelt und als Intarsien auf dem Stuhl platziert.


Die Bögen an den Beinen dürfen natürlich nicht fehlen. Das Original gibt sie schließlich vor. Dafür habe ich eine Multiplexplatte auf der Sichtseite mit einer Schicht Esche belegt. So waren die Bögen stabil und ich konnte sie mit alten Linsenkopfschrauben am Stuhl befestigen.



Hier das fertige Projekt…… für meinen Bruder ein Weingut als Alterssitz 😉


















































































