Kaminanzünder selbst gedrechselt

20141019 024Vor ungefähr 4 Jahren war ich wieder mal auf so einem „Tag der offenen Türe“, veranstaltet von meinem Holzbearbeitungsmaschinenhändler.
Da ich sie mir eigentlich nicht leisten will, vermeide ich solche Veranstaltungen, aber das Angebot an Vorführungen und das Aufgebot an Fachleuten war einfach zu verlockend.

Hängen geblieben bin ich bei den Drechslern. Es mach Freude ihnen zuzusehen und die Geburt einer Form, die aus dem Rohling geschält wird, mitzuerleben. Damit verbunden sind auch viele Erinnerungen an meine Kindheit. Mit einer AEG Bohrmaschine drechselte mein Vater einige Zeit. Ewig konnte ich ihm bei dieser Arbeit zusehen, es wurde mir nicht langweilig und den Geruch, der umherfliegenden Späne, habe ich noch heute in der Nase.

Nach diesem Tag der offen Tür war für mich klar – Drechseln werde ich früher oder später auch mal. Ab diesem Zeitpunkt fing ich an Drechseleisen, Backenfutter, Messwerkzeuge… so nach und nach zu erstehen und langsam füllte sich der vorgesehene Platz in meiner Werkstatt. Somit gab es kein Zurück mehr. Im September 2013 habe ich einen Anfängerkurs für das Drechseln belegt.

Drechselkurs in Halsbach September 2013

Seit ein paar Wochen habe ich nun auch eine Drechselbank und bin damit beschäftigt hübsche Kaminanzünder selbst herzustellen.

Wunderbare Kaminanzünder…

Nach wenigen Stunden an der Drechselbank kann ich eines schon sagen: Es macht richtig viel Spaß auch wenn zwischen Erfolg und Misserfolg nur ein Hauch einer Drehung der Drechselröhre liegt. Aber als langjähriger Holzwerker kennt man diese „Eingewöhnungsphase“ an eine neue Holzbearbeitungstechnik und um schöne Ergebnisse zu erzielen, muss man zunächst durch ein langes Tal der Tränen.

Es wollten mir nur zwei Kaminanzünder gelingen… die nächsten beiden Versuche gingen dann richtig in die Hose! Die wollte meine Frau nicht als Kaminanzünder durchgehen lassen.

Das Drechseln wird sicherlich nicht meine Liebe zum Möbelbau ablösen. Es wird aber eine willkommene Abwechslung zur Tischlerei sein.
Zwischendurch mal eben schnell … und wenn es auch unter der Woche am Abend ist … ein Stück Holz zu formen und der Kreativität freien Lauf zu lassen.

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Wieder Platz in der Werkstatt

20141012 012Seit Wochen… nein seit Monaten… habe ich auf diesen Moment hingearbeitet!
Gestern Abend, bevor ich ins Bett gegangen bin, musste ich nochmal runter in meinen Keller. Stand nur ein paar Minuten da und hab die Leere genossen. Die Leere in der Werkstatt und auch eine gefühlte in meinem Kopf. Ideenlos, was ich als nächstes angehen werde, bin ich dann ins Bett gegangen und habe nach gefühlten 30 Sekunden geschlafen. Zufrieden geschlafen!!!

Bevor dieses Ergebnis meine Werkstatt verlassen hat, waren vergangene Woche noch ein paar Restarbeiten zu tun. Die Schubladenfronten mussten noch mit den Griffen versehen und anschließend mit dem Schubladenkorpus verschraubt werden. Die Rückwände waren noch genau einzupassen und der Schrank bekam natürlich noch ein Finish.

Mein persönliches Fazit:

  • Ein Möbelstück in dieser Größe zu bauen, ist auch für die gut ausgestattete Hobbywerkstatt eine Herausforderung. Ohne fahrbaren Untersatz nicht zu bewältigen!
  • Ich denke es lohnt sich, vor Beginn des Baus, sich ausreichend Gedanken bezüglich der Größeneinteilungen zu machen. Ich habe einiges gelesen zum Thema Design und Aufteilung von Flächen. Kann man einen Kunsttischler zu Rate ziehen, ist das mit Sicherheit auch nicht verkehrt. Wenn man mit der Flächenaufteilung nicht aufpasst, besteht leicht die Gefahr, dass man am Schluss optisch eine „Kiste“ gefertigt hat. Wenn man eine Kiste will, ist das gut – aber nur dann!
  • Vertraue keiner fremden Maßangabe!!! „Den Schrank mit 200 cm Länge und einer Höhe von 120 cm bekommen wir schon in den Keller.“ – ist leicht gesagt aber der Transport dort hin nichts für labile Menschen. Folgekosten in Form von teuren Therapiestunden können durch vorherige Ortsbegehung mit Zollstock vermieden werden.

Und hier noch alle Blogbeiträge zum Projekt „Sideboard“:

 

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Ein Boxenstopp auf der Zielgeraden

Ich liebe es Schubladen zu bauen! Es kommt sogar vor, dass ich für einen Schrank, der nur 4 Schubladen bekommen soll, zunächst 8 Schubladen baue, um mir dann die 4 schönsten Schubladen auszusuchen. Ja ab und zu mach ich das! Ganz schön verrückt nicht?
Dieses Vorgehen hat für mich zwei entscheidende Vorteile:

  1. Die handwerklichen Fähigkeiten bezüglich der Schubladenfertigung werden trainiert.
  2. Man kann davon ausgehen, dass man aus 8 Schubladen auch wirklich nur die Besten und Schönsten auswählt und man keine optische bzw. funktionale Kompromisse beim späteren Möbelstück eingehen muss.

Bei dem Sideboard, welches in meinem Keller kurz vor der Vollendung steht, habe ich diese Strategie mit großen Erfolg wieder angewendet.

20141004 025Hier ein Beispiel:
Welche Schublade ist schöner und passt besser? Die oben oder die unten?
Ja klar – ich habe mich auch für die Untere entschieden.

OK… ich sehe schon… nur jeder 2. Leser meines Blogs nimmt mir diesen Schwachsinn ab.

Was stimmt – ich baue wirklich gerne Schubladen. Aber nicht so exzessiv, wie oben beschrieben.

Was hab ich vermurkst?
Ich hatte die ersten Schubladen nach den Maßen des aufnehmenden Containers so gebaut, dass ich die Höhe des Containers optimal ausnütze. Laufen lassen wollte ich diese Schubladen auf Holzleisten. Die Schubladen hätte dafür eine Fräsung in den Seitenteilen erhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte dann auch alles gut funktioniert.
Das Sideboard soll als Archivschrank genutzt werden. Das bedeutet – häufige Beanspruchung und es es steht zudem im Keller (Schwankungen der Luftfeuchte!).
Das Risiko von schwer gängigen Schubladen wollte ich eliminieren. Deshalb eine neue Idee „Schubladenführungen von  BLUM“ zu verwenden.
Was ich aber beim Kauf der Schienen nicht bedacht habe, war die Tatsache, dass dieses Führungssystem Platz unter der Schublade vernichtet. Das sind gut 2,5 cm, die da geopfert werden.
Nun hatte ich die Wahl:

  • Nur noch 3 statt bisher 4 Schubladen einbauen und jede Menge Platz verschenken.
  • 3 hohe und eine kleine Schublade einbauen – was bedeutet eine Schublade um 50% in der Höhe kürzen
  • Alle Schubladen neu bauen und auf das Blum-System abstimmen.

Lange habe ich mit der 2. Variante geliebäugelt (spart es doch mindestens 2 Tage Arbeit), aber sie hätte bedeutet, dass die 4 Schubladenfronten, die in Summe die gleiche Höhe haben, wie die untere Sideboardtüre, unterschiedlich hoch gewesen wären. Bei einem frei stehenden Schreibtischcontainer wäre mir das vollkommen egal gewesen, aber im Sideboard neben den Türen, empfinde ich das als störend.
In einem wunderbaren Buch von Scott Wynn habe ich neulich gelesen…
„Mit zunehmender Erfahrung beginnt man, einen richtigen Sinn für die richtigen Werte zu gewinnen oder merkt, wenn das Zusammenspiel zwischen bestimmten Faktoren gestört ist.“
Und auch deshalb bleibe ich dabei – wie in meinem letzten Beitrag geschildert – ich kann mich nur weiterentwickeln, wenn ich solche Unschönheiten nicht toleriere. Also bleibt nur der Weg – Neu machen – auch kurz vor dem Ziel!
Ich behaupte man hat 2 Mal ein wunderbares Gefühl:
Das erste Mal, wenn man sich zu dem schmerzlichen Schritt durchgerungen und den Mehraufwand akzeptiert hat. Und das zweite Mal, wenn dann die makellosen Schubladen perfekt im Container hängen.

Und hier noch ein paar Bilder mit Erklärung zum Wie und Warum

Aber man wird ja wirklich routinierter und optimiert die Arbeitsschritte. Wie in dem nachfolgenden Bild zu sehen ist, habe ich alle 15 mm starken Bretter mit einem Arbeitsgang auf die gleiche Breite gebracht. Zusammengespannt durch den Dickenhobel spart viel Zeit und verhindert dass die dünnen bretter beim Hobeln kippen.
Die Schraubzwingen sollten nur wirklich fest sitzen, möchte man ungewollte Muster in den Hobelmessern vermeiden!

Die alten Schubladen hebe ich auf. Sie werden ein würdigen Platz in meinem Maschinenschrank bekommen, der auf meiner „Was tu ich gegen Langeweile-Liste“ steht.

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Möbelgriffe, die Suche nach der Form und ein Leichtsinnsfehler

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Hat ein Freizeitholzbearbeiter ein großes Projekt in der Mache, dann kann man davon ausgehen, dass während der Bauphase mindestens 1 Mal der Moment kommt, in dem man sich in den Allerwertesten beißen möchte. Ein dummer Leichtsinnsfehler, der absolut unnötige Holzausbruch an einer nicht zu übersehender Stelle oder das Brett, das auf der falschen Seite der angezeichneten Linie gekürzt wurde. Im Unterbewusstsein warte ich schon immer auf diesen Moment und werde nervös wenn alles so perfekt läuft. Je länger ich diese Hobby ausübe, je mehr kann ich aber auch beobachten, dass ich anders mit diesen beinahe unausweichlichen Ereignissen umgehe. Habe ich früher versucht mit allen Mitteln den gebauten Mist zu retten oder ihn sogar zu akzeptieren, so bin ich heute nicht mehr bereit, mich mit der Unschönheit abzufinden. Also was bleibt übrig? Neu machen!
Ich gebe zu, das kostet manchmal schon Überwindung – besonders wenn man mal den Holzzuschnitt sehr knapp kalkuliert hat – aber für mich ist es der einzige Weg, sich konsequent in den Fähigkeiten der Holzbearbeitung weiterzuentwickeln. Seit ich das so lebe, gehe ich souveräner mit diesen schmerzlichen Holzwerkererfahrungen um und kann feststellen, dass sie viel seltener auftreten. Schmerzliche Erfahrungen die man akzeptiert und sauber bereinigt durch „Neu machen“ erweitern unvermindert den Schatz des eigenen Könnens.

Vergangenes Wochenende habe ich ihn wieder erleben dürfen… den Moment, in dem sich eine Regel in den eigenen Gehirnwindungen festsaugt… für die Ewigkeit.

Ein Sideboard mit 8 Schranktüren benötigt auch die Möglichkeit diese 8 Türen komfortabel öffnen zu können. Das komfortable Öffnen will ich mit der Lösungsvariante „Türgriffe“ umsetzen. Ein durchaus gebräuchliches Verfahren wie ich finde.
Ich bin nicht gerade ein Fan von gekauften Türgriffen! Nicht aus Sparsamkeit – nein, sondern weil ich die Ansicht vertrete, ein selbstgebauter Massivholzschrank verdient auch die Aufmerksamkeit, ihm selbstgebaute Tür- oder Schubladengriffe auf den Leib zu schreinern. Dies sind Akzente, die in meinen Augen ein Möbelstück klar aufwerten und durch die es sich deutlich vom gekauften industriellen Bausatz unterscheidet.
Ein liebevoll per Hand gefertigter Holzgriff, nicht jeder exakt wie der andere, ist das Sahnehäubchen auf dem Erdbeerkuchen und ringen dem interessierten Betrachter ein erstauntes Lächeln ab. (Ein schöner Satz)

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Die Griffe möchte ich aus Nussbaum herstellen. Nussbaum als kleiner dunkler Farbfleck harmoniert bestens mit Erle. In meiner Schatzkiste sind auch schnell ein paar schöne Leisten gefunden, die sich dieser würdigen Aufgabe stellen können. An die Form der Türgriffe muss ich mich durch Ausprobieren herantasten. Ich möchte die Türgriffe nicht anschrauben, sondern per Holzdübel fixieren. Die Griffe sollen aber nicht zu groß sein. Somit wäre es das Beste, der Dübel kommt gleich aus dem Griff, was ich mit einem Zapfenschneider leicht selbst umsetzen kann.

Zunächst habe ich deshalb gleich große Formen auf einer Nussbaumleiste aufgezeichnet und mit der Ständerbohrmaschine gleich große Zapfen in die Leiste „gebohrt“.
Als ich die Leiste mit 12 wunderbaren Zapfen versehen hatte und das Aussägen der Griffe bevorstand ist mit aufgefallen, dass ich die Zapfen in das Querholz gefräst habe und nicht in das Hirnholz!!!
Ein 8 mm Zapfen (auch wenn es Nussbaum ist) würde vermutlich nicht lange halten. Ich habe die Leiste dem Abfallholz zugeführt. Sie wird uns in der kalten Jahreszeit 30 Minuten wärmen.
Aus der nächsten Leiste habe ich Würfel geschnitten und die Zapfen in das Hirnholz gefräst. Nach mehreren Entwürfen für einen Griff, habe ich mich dann für einen schlichten Quader entschieden. Zum Schluss waren es 8 Türgriffe und 4 Schubladengriffe.

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Ein Fall für den Grathobel

20140629 039Vor wenigen Wochen habe ich mir von ECE einen Grathobel bestellt. Als ich den Hobel geliefert bekam, stellte ich fest, dass es bereits das neuere Modell war. Der Unterschied zum alten Modell ist der Vorschneider. Nun ist der Hobel mit Hartmetall Wendemesser ausgestattet, was mir nicht unangenehm ist.

Gekauft habe ich den Hobel, weil es beim Bau des Sideboards abzusehen war, dass der Einsatz von Gratleisten notwendig wird.
Die Schranktüren werden 36 cm breit und sind aus Massivholz (Erle). Die Gefahr ist groß, dass das Holz im Jahresverlauf schüsselt, d.h. die Türen sich wölben. Durch den Einbau von Gratleisten möchte ich das unterbinden.

20140911 003Das war das Ausgangsmaterial – ja 2 Erlenbretter die zusammengeleimt eine Breite von mindestens 36 cm ergeben.

20140911 008Und ein paar gehobelte Ahornleisten (45 mm breit)

20140914 042Und das ist das Ziel – eine Türe, bzw. für den Schrank dann 8 Türen (4 kleine und 4 große), die mit Gratleisten versehen ist. Die Gratnut soll auch nicht sichtbar sein, was bedeutet, dass man durch die Bretter nicht komplett fräsen darf.

Hier die einzelnen Arbeitsschritte. Die Details sind im Bildertext erklärt.

Zunächst werden alle Bretter mit der Gratnut versehen…

Danach werden die Ahornleisten passend gemacht…

20140914 034Die Gratleiste habe ich je auf nur einer Seite mit einem Holzdübel gesichert. Nur für den Fall, dass durch Schrumpfen ein Spiel entsteht und die Leiste dann wackeln würde. Die Leiste ist natürlich nicht eingeklebt und das Holz kann arbeiten.

20140914 039Dann kommt mit die schönste Arbeit. Das Verputzen der Frontfläche mit dem Hobel.

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Sideboard…. 4 Schubladen – auch das noch!

Um den mittleren Bereich des Sideboards hatte ich mich bis jetzt recht wenig gekümmert. Gesetzt ist, dass er herausnehmbar sein muss bzw. erst an Ort und Stelle eingesetzt wird. Diese Maßnahme dient nur der Gewichtsreduzierung, verursachte aber Zusätzlichen Aufwand, weil erneut ein Korpus, der eingeschoben werden kann, gebaut werden musste. Das obere Drittel soll offen bleiben und für den unteren Bereich habe ich einen Schubladenblock gebaut, in dem dann 4 Schubladen (alle mit der gleichen Höhe) laufen werden.

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Zunächst habe ich aber noch einen zusätzlichen Schrankfuß unter dem Rahmen mittig mit Holzdübeln befestigt. Der Platz darüber wird nun gefüllt.

20140908 039Spätestens jetzt hat es sich gelohnt, dass alle bisherigen Arbeiten mit absoluter Genauigkeit ausgeführt wurden. Alle Abstände waren gleich groß und alle Schrankelemente stehen genau im rechten Winkel. Somit konnte der Korpus, der die Schubladen aufnehmen wird, problemlos und wieder passgenau hergestellt werden.

Danach ging es an die Schubladen

Mein größtes Problem beim Schubladenbau war bisher immer, ausreichend Bretter für den Schubladenrahmen und den Böden vorzubereiten. In der Vergangenheit musste ich hier immer nachfertigen, d.h. meistens hatte ich für die Böden nicht ausreichend Holz mit eingeplant. Liegt vermutlich daran, dass Böden quer eingesetzt werden und ich mich an der Länge der Schubladen orientiert hatte. Somit hatte ich mehr Verschnitt und das vorbereitete Holz reichte nicht aus. Diesmal hat der Holzzuschnitt für alle 4 Schubladen aber auf Anhieb gepasst. Für den Bau der Schubladen habe ich Hainbuche verwendet. Aus einer 60mm starken Bohle hab ich mir mit der Bandsäge Bretter aufgetrennt. Für die Schubladenwände 16 mm stark und für den Boden 10 mm stark. Ist zwar für einen Boden recht viel, aber das war genau der Rest, den ich aus der 60 mm Bohle herausbekommen habe. Und warum sollte man dann das schöne Holz grundlos dünner hobeln?!

 

Bevor nun die Seitenteile verleimt werden, habe ich alle Flächen geschliffen und die Kanten gehobelt. Ist die Schublade erst mal zusammen, können diese Arbeiten nicht mehr sauber erfolgen.

Da das Sideboard als Archiv dienen soll und es in einem Hobbykeller (keine Schreinerwerkstatt!) stehen wird, bekommen die Schubladen keine Holzführungen sondern ich werde sie mit „Tandem Vollauszug 30+“ von der Firma Blum einbauen.

Wie es weitergeht folgt in ein paar Tagen.

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Sideboard… Die Rückwände

Bevor ich auf so etwas Langweiliges wie „die Herstellung der Rückwände für das Sideboard“ zu  schreiben komme, möchte ich Euch kurz mitteilen, wie besorgt meine Tochter um mich ist. Sie war am Samstag shoppen in München und hat in einem Laden ein Schild gesehen … und gekauft. Sie hat es an meine Werkstatttüre geklebt.

20140907 001Offensichtlich soll es meine Ehefrau beruhigen, wenn ich wieder mal etwas länger in meinem Lieblingszimmer verweile.
Aber wechseln wir das Thema – das Sideboard braucht natürlich auch Rückwände und die haben mir viel Zeit in der Werkstatt abverlangt 😉

Ich habe ja schon mehrfach geschrieben, dass das Sideboard transportiert werden muss. Somit musste ich mir Rückwände überlegen, die ich nachträglich einfach einbauen kann. Auch eine Rückwand hat ein Gewicht, auch wenn sie noch so dünn ist. Aus diesem Grund habe ich mich für eine Rahmenbauweise entschieden. Die Rahmen sind aus 19 mm starker Erle in die ich eine Nut gehobelt habe, damit Füllungen eingeschoben werden können.
3 Rückwände waren für das ganze Sideboard notwendig.

20140908 029Es sind zwar nur Rückwände, aber ich habe auch hier Wert darauf gelegt, dass eine durchgehende Zeichnung der Füllungen gegeben ist. Mit Ausnahme der mittleren Rückwand. Hier ist später nur der obere Bereich zu sehen. Unten ist ein Schubladeblock, da wird man nicht auf die Rückwand sehen können.

Aber nun die Bilder mit den Details zur Herstellung:

Nun mussten die Rahmenteile auf die richtige Länge gebracht werden. Dann habe ich die Schlitz und Zapfenverbindung vorbereitet.

Die Füllungen wurden auf das richtige Maß zugeschnitten, gehobelt und in die Rahmen eingesetzt.

…………… und nach vielen, vielen Stunden kam ich dann auch wieder mal aus der Werkstatt.

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Sideboard…. Die Innenschränke oder der „Kasten im Kasten“

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Ja der äußere Rahmen für das Sideboard war ja nun quasi fertig. Aber ich gebe es zu – trotz stabiler Beine und dem Rahmengerüst – war das doch noch eine recht wackelige Angelegenheit. Bei einer Länge von 200 cm darf man aber auch noch nichts anderes erwarten. Die Stabilität kommt mit dem Innenleben – den Kästen im Kasten, die mit dem äußeren Rahmen fest verbunden werden. Diese „Kästen“ habe ich nicht aus fertiger Plattenware gefertigt, sondern auch aus ausgesuchten Erlenbrettern. Somit war auch dieser Bauabschnitt viel Handarbeit und Zeitaufwändig!

Die Flächen waren nun fertig. Viele Flächen!
Nun mussten sie zu stabilen Kästen zusammengebaut werden. Eigentlich eine Arbeit für die, die Dominofräse prädestiniert ist. Da aber nicht alle Flächen an den Kanten zusammenstoßen, sondern auch mitten in der Platte, habe ich mich für normale Holzdübel entschieden. Mit einer (oder in meinem Fall sogar mit 2) Bohrschablonen, konnte ich viel präziser bzw. weniger fehlerträchtig, als mit der Dominofräse arbeiten.

Nachdem alle Dübelreihen gebohrt waren, wurden die Kästen verleimt. Zunächst ein Schrankelement. Nachdem der Leim getrocknet war, wurde das 2. Element hinzugefügt. Und diese Aktion machte ich 2 Mal – für das Schrankelement links (4 Fächer) und für das Schrankelement rechts (4 Fächer).
Beim Verleimen der Schrankelemente ist darauf zu achten, dass alle Flächen exakt im 90° Winkel verleimt werden.

Im nächsten Arbeitsschritt wurden die zusammengeleimten Elemente in den Sideboard-Rahmen eingeschoben, ausgerichtet und mit Schraubzwingen fixiert. Alles sitzt genau im 90° Winkel und passt exakt. Nun habe ich durch die Schrankelemente 12 mm Löcher gebohrt und die Elemente mit 12 mm Holzdübel mit den Rahmenteilen und mit den Schrankbeinen verbunden. Das Sideboard hat damit die Festigkeit und Stabilität bekommen, die es benötigt.

Und dann geht es weiter mit den Rückwänden. Aber nicht mehr heute 😉

 

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sie bauen eine Burg… ich nur Möbel

20140830 147SWEs war das erste Mal, dass ich in diesem Land gewesen bin. Zugegeben, wenn man kein Wort Französisch spricht ist die Hemmschwelle schon etwas größer sich nach Frankreich auf den Weg zu machen. Aber familiäre Veränderungen haben mich zu dieser Horizonterweiterung „überredet“.

Mit Heim genommen, habe ich ein paar wunderbare landschaftliche Eindrücke aus der Bourgogne und der Erkenntnis, dass hier das traditionelle Handwerk offenbar noch einen ganz anderen Stellenwert hat, als bei uns. Die Leute versuchen hier mit allen Mitteln das Alte zu erhalten und nicht gleich wegzureißen bzw. durch Neu zu ersetzen. Das gilt für Gebäude und auch für Gebrauchsgegenstände. Auf dem Markt findet man noch Stuhlflechter, die alte Stühle wieder mit neuen Sitzflächen versehen. Ehrliche Handarbeit wird in Frankreich offenbar noch geschätzt. Handwerksbetriebe sind in den Ortschaften noch die Regel und nicht wie bei uns die Ausnahme. Man trägt sein Geld öfter noch zum Schuster und nicht zu Zalando! Hinkt Frankreich unserem Trend hinterher oder sind sie uns weit voraus? Ich hoffe sie sind uns voraus und wir begreifen bald, wie armselig dieser Weg ist, den wir momentan beschreiten.
Ich stelle mir schon seit einiger Zeit nicht nur die Frage: „was kaufe ich ein?“ sondern auch eine 2. Frage: „wo kaufe ich es ein?“. Und wenn ich beim Bezahlen an der Kasse ein Lächeln sehe und ein Danke höre, ist mir das mehr Geld wert, als eine Bestätigungsmail von einem Internetshop, dessen Betreiber in Deutschland nicht einen Euro Steuern zahlt!

Aber nun bin ich vom eigentlichen Thema „Handwerk in Frankreich“ etwas abgekommen. Ich möchte noch von einem Projekt berichten, was meines Erachtens seines Gleichen sucht:

Guédelon
sie bauen eine Burg

1997 haben ein paar Leute damit begonnen mit den Mitteln (Handwerkszeugen) des 13. Jahrhunderts eine Burg zu bauen. Geschätzt hat man, dass man für die Fertigstellung ca. 25 Jahre benötigen wird. Was ich bei der Besichtigung gesehen habe, hat mich sehr beeindruckt. Bemerkenswert am Projekt Guédelon finde ich nicht nur die handwerkliche Umsetzung, sondern auch die Tatsache, dass als Arbeiter neben den wenigen „Fachleuten“ nur freiwillige Helfer und schwer erziehbare Jugendliche zur Verfügung stehen. Und jeder ist auf jeden bei der Arbeit angewiesen. Auf das, was sie gemeinsam bisher geschafft haben, können sie stolz sein.

Auf der Homepage von den Burg(er)bauern findet man viele interessante Informationen.

Hier ein paar Bilder von Guédelon

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Sideboard…. Die Beine und der Rahmen

Ein Sideboard aus Massivholz (Erle) 200 cm lang, 120 cm hoch und 55 cm tief, wird schon ein paar Kilo auf die Waage bringen. Da muss man kein Prophet sein, um sich zu so einer Aussage hinreißen zu lassen. Wenn man bei Bau seiner Werkstatt mitgedacht hat und über der Kellertreppe eine Laufkatze mit Flaschenzug montiert hat 🙂 , muss man sich auch keine Gedanken machen, wo man das Sideboard aus Massivholz 200 cm lang, …………… und 55 cm tief, in seiner Werkstatt als Maschinenschrank später hinstellen „möchte“ – die Chancen sind nämlich recht gut, das „Monster“ im ganzen aus seinen kreativen Kleinod entfernen zu können.
Mehr Probleme könnte jener bekommen, der diese Maße unbedingt gewollt hat (Verwandtschaft – überwiegend beratungsresistent) und einen hübschen Kellerraum besitzt, wo das zierliche Möbel später wirken soll. Man muss auch nur eine Kellertreppe nach unten und dann um 3 (in Worten: Drei) Ecken.
„Bau das Ding so leicht wie möglich“ waren durchaus aufmunternde Worte aber gleichzeitig auch die Herausforderung für dieses Projekt!

Die Platte für das Sideboard ist nach dem Hobeln noch 42 mm stark – nun hab ich mir mal gedacht, es brächte geringfügige Gewichtsvorteile, wenn diese zum Abnehmen wäre.
Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, mit 4 Schrankfüßen und 4 Querträgern ein Grundgerüst für das Sideboard zu bauen, die später 5 Schrankelemente aufnehmen können. Das Grundgerüst hat zunächst recht wenig Stabilität, bekommt diese aber, wenn die Schrankelemente eingesetzt und fest durch Holzdübel mit dem Grundgerüst verbunden werden.

Die Beine

Sind gefertigt aus 52 mm Erle – auch auf 42 mm runter gehobelt. Für die Beine habe ich mir auch schöne Naturkanten herausgesucht.

 Der obere und untere Querrahmen

Aus Erle 32 mm (gehobelt 25 mm) habe ich 2 Querrahmen erstellt. Der obere Rahmen hat genau Schranktiefe (54 cm) und dient später auch als oberer Anschlag für die Schranktüren. Der untere Rahmen habe ich bewusst schmäler gebaut – nur 50 cm – da auf ihm die Schrankelemente, die einen eigenen Boden haben, aufsitzen werden. Und dann sollte man ihn nicht mehr sehen. Er würde dann optisch in meinen Augen nur stören.

 

Damit die Beine nicht schief montiert werden ist es notwendig, dass sie bei der Montage der Rahmen parallel stehen. Nun baut man abenteuerliche Konstruktionen mit Abstandhaltern, damit genau dieser Punkt gewährleistet ist.

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Der Löffelmacher

20140816 027Durch Zufall bin ich vor einiger Zeit auf einen wunderbaren Blog gestoßen.
Da geht es um Löffel der besonderen Art und sehr viel Kreativität.

Schaut mal vorbei beim Löffelmacher – es lohn sich!

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Verweilen

Heute ist mein erster Urlaubstag. Ein riiiiccchhhtig langweiliger Tag:
Wurde vom Nieselregen geweckt. Im Normalfall übernehmen diese Aufgabe meine beiden Hunde. Aber bei Nieselregen verweilen diese auf dem Wohnzimmersofa und vermeiden aus dem Fenster zu sehen, geschweige denn Krach zu machen und Herrchen zu wecken… weil sonst müssten sie ja Gassi-Gehen. Bei Nieselregen ist das uncool, denken sie … bzw. denke ich, dass sie das denken.
Meine Frau verweilt für zwei Tage beruflich in London. Ich habe gestern Abend im Internet noch verzweifelt nach einem Toolshop für Woodworker in London gesucht. Fehlanzeige! Habe keinen auf die Schnelle gefunden wo ich sie hätte vorbeischicken können, damit sie mir eine englische Handsäge als Überraschung und so……
Echt schade, über solche Überraschungen … ganz besonders, wenn ich gar nicht damit rechne, freue ich mich am meisten.
Meine Tochter verweilt irgendwo zwischen hier und Wien auf einem Open Air Festival. Zum Glück hat sie vorgesorgt und am Tag ihrer Abreise im örtlichen Lagerhaus Gummistiefel gekauft. Bei den Regenmengen, die in den letzten Tagen zwischen hier und Wien niedergegangen sind, vermute ich, es war der beste Schuhkauf ihres Lebens!
Mein Sohn verweilt gerade zwischen den Semestern. Derzeit hier in seinem Elternhaus. Habe ihn heute nur mal kurz nachdem er ausgeschlafen hatte (am Nachmittag) zu Gesicht bekommen. Schwer beschäftigt die Studenten… zumindest in der Zeit zwischen den Semestern.
An so einem Glückstag, dachte ich mir, es wäre das Beste, ich würde in meiner Werkstatt verweilen und mich dem Studium der Holzbearbeitungskunde und der dazugehörigen Tool-Landschaft widmen. Es war eine richtige Entscheidung, das Sideboard macht langsam Fortschritte.
Eine Beschreibung der bisherigen Arbeitsschritte folgt in den nächsten Tagen – ich will nun nicht länger vor dem Bildschirm verweilen!

 

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Ein Meister seines Faches

Ein wunderbarer Film über George Nakashima

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Sideboard… da war doch was?

20140517 015Im Mai hatte ich mit einem neuen (aber auch sehr großen) Projekt angefangen. Ein Sideboard aus Erle!
Die Maße: 200cm, 120cm, 55cm (Länge, Höhe, Tiefe)… das wird schon ein richtiger Brummer. Alle Arbeiten gestalten sich bei so einem Möbel alleine schon wegen der Größe etwas anders. Man betreibt „Vorratsschreinerei“- ich meine damit, man plant die Anzahl der Zwischenwände und Fachböden, die man benötigen wird und stellt dafür die Platten her. Ich gestehe eine etwas öde Tätigkeit über mehrere Tage. Ablängen und Besäumen von Brettern, mehrere Bretter zusammenstellen, dass sie eine ausreichend breite Platte ergeben, Kanten fügen, Domino-Dübel setzen, verleimen und ein Weilchen schleifen.
Das zieht sich über viele Wochenenden!
Hat man diese Durststrecke aber überwunden, wird es langsam spannend und man erkennt leichte Fortschritte.

Aber nun vom Anfang an: „Das Herstellen der Deckplatte“

Die Deckplatte sollte massiv aus ca. 40 mm starker Erle sein. Die Naturkante wollte ich erhalten, was bedeutet, das Sideboard wird oben nicht rechteckig. Das hört sich komisch an… ist aber so!
Die Platte habe ich mit 10mm Domino Dübel verbunden. Damit die Seitenkante etwas interessanter wirkt, habe ich auf 50 cm eine 10 mm starke fremde Feder aus Nussbaum mit eingeleimt. Ich denke der dunkle Farbklecks macht sich später gut.

Zunächst wurden die geeigneten Erlenbohlen (52 mm) aufgetrennt und gehobelt. Danach habe ich bei den beiden Außenbohlen mit einem Ziehmesser die Rinde grob entfernt.

Mit der Tischfräse habe ich eine 10 mm starke Nut auf 50 cm Länge gefräst. Die Naturkanten habe ich mit der Rotex bis Körnung 180 und anschließend mit der Hand bis Körnung 400 geschliffen. Die fremde Feder wurde aus einem Nussbaumbrett geschnitten und auf die richtige Breite eingepasst.

Das Leimen mit Naturkante erfordert etwas Erfindergeist, damit man mit den Zwingen nicht Löcher in die Naturkante drückt. Als Gegenstück verwendet man am besten Reste, die beim Säumen in der Brennholzkiste gelandet sind. Wenn der Leim trocken ist, kann man mit großem Gerät aufmarschieren. Ich arbeite nicht gerne mit dem Bandschleifer, aber manchmal ist er sein Geld auch wert, da er schnell, viel Material abnimmt. Den Feinschliff erledigt dann wieder die Rotex und der Schwingschleifer.
Ich denke die Deckplatte für das Sideboard sieht schon mal ganz nett aus.

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Wohin mit den Holzabfällen? An die Hauswand als Brennholz oder als Eigentumswohnung verwenden!

20140726 023Mindestens 2 Mal pro Jahr bleibt mir keine andere Wahl – ich muss meine Holzreste, die sich in der Werkstatt angesammelt haben, aussortieren. Mental für mich meist ein schwieriges Unterfangen. „Schmeiß ja nichts weg, was du später mal vermissen könntest“. Seit vielen Jahren arbeite ich eh schon mit einem „Drei-Stapel-Prinzip“.
Stapel 1: Für spätere Projekte nicht zu gebrauchen – kommt sofort in die Brennholzkiste.
Stapel 2: Der „Könnte man ja später wieder mal brauchen Stapel“ – da zieht man immer wieder mal Reste raus, für Leisten, Schubladenböden oder auch nur Holz für den Schablonenbau.
Stapel 3: Die Schatzkiste – hier landen sehr schöne Hartholz-Reststücke oder Naturkanten die man mal für Griffe, Keile oder den Werkzeugbau (Hobel) verwenden könnte.

Gestern war es wieder mal so weit – die Stapel hatten eine unübersichtliche Größe erreicht. Bei dieser Aussortierrunde stolperte ich über ein Stück übrig gebliebenen Bettfuß. Ja nach dem Motto „so einen Bettfuß kann man ja immer mal gebrauchen“, hatte ich ihn vor einem halben Jahr auf die Seite gestellt.

20140726 001Na und dann hatte ich eine Idee und unterbrach meine Aufräumaktion für eine Stunde. Ich baute kurz aus einem Bettfuß zwei kleine „Eigentumswohnungen.“

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Herstellen gewölbter Möbelbauteile (Teil 3)

20140721 165Sonntagabend gegen 17:30 habe ich mich wieder auf dem Heimweg gemacht. Im Gepäck hatte ich unter anderem diese beiden Schranktüren, die ich aus Kernbuche im Kurs gebaut habe. Ja und diese Türen sind gewölbt!
OK – hier noch ein Beweisfoto:

20140721 168Aber wie baut man nun so eine Türe?

Zunächst wird das Holz sorgfältig zusammengestellt. Die Maserung der Bretter sollte auch mit der Rundung ein interessantes und harmonisches Bild ergeben.
Danach legt man die ungefähre Breite für die Türe fest.

Wichtig: Wenn man einen Schrank mit einer gewölbten Türe bauen will, sollte man als erstes die Türe bauen und danach erst den Schrank. Der Schrank lässt sich nämlich sehr einfach in jeder Größe bauen. Muss man eine gewölbte Türe für einen fertigen Schrank bauen, ist das ein viel faches schwieriger!

Nun legt man fest, in welchen Breiten man die Bretter auftrennen will. Die Breite der Better sollte zwischen 40 mm bis 60 mm sein. Eine gleichmäßige Rundung bekommt man zusammen, wenn man die Breiten paarweise vergeben kann.
Zum Beispiel:  45mm – 50mm – 50mm – 55 mm – Mitte – 55mm -50mm – 50mm – 45mm
Mit einem Metall-Lineal zwischen zwei Holzklötzchen gespannt, kann eine gewünschte Rundung auf ein Brett übertragen werden. Von der Mitte ausgehend, zeichnet man die Breiten der Bretter auf der Schablone ein. Die Brettkannte (noch im rechten Winkel gehobelt) verlängert man. Den Winkel, der sich zwischen der Mittellinie und der verlängerten Kante ergibt, nimmt man mit der Schmiege ab und stellt den Seitenanschlag der Hobelmaschine darauf ein. Mit diesem Winkel muss man dann alle Bretter hobeln und verleimen.

Die Brettkannten werden vor dem Verleimen sauber per Handhobel gefügt. Danach werden die Bretter paarweise verleimt. Wenn man ein sauberes Ergebnis haben will, darf man keine Leimfuge sehen. Ist der Leim getrocknet, werden die verleimten Bretter mit dem selbst angefertigten Hobel rund ausgehobelt. Vom tiefsten Punkt, (der verleimten Kante) sollte kaum was weggenommen werden. Die Rundung hobelt man bis ca. 1 cm an die Brettkante. Die Brettkante muss komplett stehen bleiben, weil man diese ja schließlich für den nächsten Verleim-Durchgang wieder vollständig benötigt.
Wichtig beim Verleimen ist, dass man immer gleich große Pakete miteinander verleimt. Zum Beispiel 2 verleimte Bretter mit 2 verleimten Brettern – auf diese Weise ist die Leimfuge immer in der Mitte und dadurch ein gleichmäßiger Druck auf den Seitenteilen, wenn mann die Schraubzwingen anzieht!

Ist die Türe vollständig verleimt, wird sie innen komplett ausgehobelt. Eine runde Ziehklinge ist für die Beseitigung der Leimspuren sehr hilfreich. Die konvexe Seite wird mit einem Putzhobel gerundet (eine wunderbare Arbeit, die sehr viel Spaß macht!). Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Objekt…

 

 

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Herstellen gewölbter Möbelbauteile (Teil 2)

Den heutigen Tag verbrachten wir ausschließlich in der Kurswerkstatt.
Na ja bis auf die letzten 3 Stunden ist die Aussage richtig – unseren täglichen Ausflug unter die Schatten spendenden Kastanienbäume haben wir schon unternommen!

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Will man eine gewölbte Schranktüre aus Massivholz herstellen, hat man mehrere Probleme. Ein nicht Unwesentliches, ist das Aushobeln der konkaven Türseite. Das geht nur mit einem Hobel, der eine gerundete Hobelsohle und ein gerundetes Hobelmesser hat. Gestern und heute haben wir einen Großteil der Zeit damit verbracht, so einen Hobel zu bauen.

Wie man einen Hobel baut, habe ich schon ausführlich in einem älteren Beitrag beschrieben. Der Hobelkörper wird auch wieder auf die gleiche Art hergestellt. Dieser Hobel unterscheidet sich nur durch die gewölbte Hobelsohle und das gerundete Inlay vor dem Hobelmaul.
Die Aussparung für dieses Inlay kann man ganz leicht mit einer Oberfräse mit Kopierhülse und einer vorbereiteten Schablone erstellen. (Natürlich vor dem Aufleimen der Hobelsohle!)

Die gerundete Hobelsohle wird am besten mit einem Putzhobel bearbeitet. Im Abstand von 5 mm zieht man sich Hilfslinien über die ganze Länge der Hobelsohle. Nun rundet man zunächst die Seitenkanten und arbeitet sich Stück für Stück zur Mitte der Hobelsohle hoch.

Am Nachmittag war es dann soweit. Ich hatte meinen Hobel fertig und konnte mit dem Aushobeln der Rundungen beginnen. Und soll ich euch was sagen:  It works!

Und morgen geht es weiter – nein 0:01 Uhr, heute geht es weiter!

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Herstellung gewölbter Möbelbauteile (Teil 1)

Seit gestern bin ich im Kloster!

Nein, meine bisherigen „Mißerfolge bzw. Niederlagen“ bei der Holzbearbeitung haben mich noch nicht so weit gebracht, dass ich mich zu diesem Schritt entschlossen habe.  Oft genug hat mir das Holz aber schon Demut abverlangt, das gebe ich zu.

Der Grund für meinen Klosteraufenthalt ist ein ganz anderer. Die Kurswerkstatt von Dictum befindet sich auf dem Klostergelände in Niederalteich und das Benediktinerkloster bietet sehr schöne Übernachtungsmöglichkeiten an. Eine wunderbare Sache!

Wie man gewölbte Möbelbauteile herstellt, wollen 10 Kursteilnehmer seit gestern ganz genau von Charles Beresford wissen. Aus ganz Deutschland sind sie wieder angereist und das benachbarte Ausland – Österreich, die Schweiz und Belgien sind auch vertreten. Heute morgen waren die Ersten schon wieder um 08:30 in der Werkstatt und die Letzten haben sie heute Abend um 18:30 (unter Zwang) verlassen.

Im ersten Kursteil, der noch bis morgen dauert stellen wir eine gewölbte Schranktüre aus Buche her. Damit man die Innenwölbung per Hand sauber aushobeln kann, bauen wir auch einen Handhobel im Krenov Stil mit einer gewölbten Hobelsohle. Eine wunderbare Aufgabe die absoluten Spaß macht.
Über die Details aus dem Kurs folgt sicherlich nach meinem Klosteraufenthalt noch ein ausführlicher Bericht. So und nun ist es für heute schluss – morgen ist wieder ein langer Holzwerkertag.

Hier noch ein paar Bilder

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Alle Jahre wieder

20140209.2 039Weiterbildung, Horizonterweiterung, Vertiefung der handwerklichen Fähigkeiten.. ja all das trifft zu, aber für mich ist es die größte Erholung, die ich mir vorstellen kann!
Von was ich rede? Ein bis zwei Mal pro Jahr belege ich einen Schreinerkurs. Fünf Tage Auszeit. Beruf und Familie werden eingetauscht gegen Arbeiten mit gleichgesinnten Holzwerkern. Es werden sicherlich wieder inspirierende, spannende und sehr lustige Tage. Ich freue mich darauf!

Nachdenklich hat mich heute eine Mail von der Kurswerkstatt gemacht:

Charles Beresford hat mich gebeten Ihnen mitzuteilen, dass Sie gerne zum Kurs Ihren „Lieblingshobel“ mitnehmen können.
Er wird dann eine Feinabstimmung vornehmen und die Schärfe des Messers checken.

Also mal ganz ehrlich: Mein Lieblingshobel wäre nicht mein Lieblingshobel, wenn er eine Feinabstimmung benötigen würde. Das Schärfen meiner Hobelmesser habe ich von Charles gelernt. Ich bin mir sicher, sie sind absolut scharf.

Tja, scheint auf jeden Fall interessant zu werden!

Thema der Kurse: „Herstellung gewölbter Möbelbauteile“ und „Passgenaues Anschlagen von gewölbten Schranktüren“

Bericht folgt!

 

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Wieder etwas schlauer …

… deshalb dieser Nachtrag zum Thema Stapelleisten. (Vorheriger Beitrag)
Das Thema schräggefräste Stapelleisten hat mir noch keine Ruhe gelassen. Da ich sowieso ein wenig Holznachschub besorgen wollte, bin ich heute Morgen auf einen Sprung bei meinem Holzhändler vorbeigefahren. Und ich war so zeitig unterwegs – quasi gleich nach „Sonnenaufgang“ – dass der LKW noch nicht beladen war und die Fuhre bereits eine Stunde später in meiner Garage lag.

Morgendlicher Holzeinkauf – für mich eine wunderbare Art den Tag zu beginnen 🙂

Fündig wurde ich gleich zwei Mal… – 1. mit schöner Erle bzw. Esche und 2. hab ich in einem Gestell eine Menge sortierter Stapelleisten gesehen und eine mitgenommen. Diese gefrästen Leisten werden unter der Bezeichnung „Vento-Latten“ vertrieben. Im Internet kann man auf verschiedenen Seiten nachlesen, dass diese Vento-Latten für zwei Dinge verwendet werden. Für die Holzlagerung (also klassisch als Stapelleiste) und für die Hinterlüftung von Wand und Bodenverkleidungen weil Luft zirkulieren und Wasser ungehindert abfließen kann.

Ich muss gestehen, den Begriff habe ich zum ersten Mal gehört. Aber wie wir ja alle wissen, lernt man beim Holzwerken nie aus.

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