Sägekluppe

Vor ungefähr 5 Jahren habe ich mir meine Japansägen gekauft. Ich kann mich gut daran erinnern, dass ich nach den ersten Probeschnitten meinen alten Fuchsschwanz in den Müll geschmissen habe. Er hat nie richtig gut gesägt. Ich hatte ihn vor x Jahren mal in einem Baumarkt erworben. Naiv war ich zum damaligen Zeitpunkt der Meinung, Handsägen seien alle so stumpf.

Vor ein paar Wochen habe ich mich über diese Entsorgung das erste Mal geärgert – ich hatte die Schärfanleitung von Friedrich gelesen und daraufhin beschlossen, das Sägeschärfen erlernen zu wollen. Nach dem ausführlichen Studium von Friedrichs „Enzyklopädie über das Schärfen der gemeinen westlichen Handsäge„, habe ich wirklich Lust darauf!
An dieser Stelle mal ein herzliches Vergelt’s Gott an Friedrich Kollenrott für die Mühe sein Wissen in schriftlicher (und kurzweiliger) Form zur Verfügung zu stellen!

Zum zweiten Mal ärgern musste ich mich gestern an der Kasse im Baumarkt. Der Fuchsschwanz zum Üben hat zwar lediglich € 10,45 gekostet, weist aber bei weitem nicht die Güte, weder in Aussehen noch in Qualität, der entsorgten Säge auf.

Eine Übungssäge oder besser ein Übungsblech besitze ich nun. Die notwendigen Feilen liegen schon in der Schublade. Fehlt nur noch die Sägekluppe!

20150309 032Nachdem die Anschaffung der Übungssäge (ist übrigens nicht die, die hier auf den Bildern zu sehen ist), mein mir zugeteiltes Taschengeld für dieses Monat aufgezehrt hat, wollte ich behutsam bei der Auswahl der Komponenten vorgehen.

Neben 2 Stück Eiche aus der Restekiste (10 cm breit und 35mm stark) und 2 Stück Hainbuche (45 mm x 50 mm), kamen noch ein verstellbarer Kegelgriff aus Stahl, eine Stahlscheibe 5 mm stark, eine Flachkopfschraube M12, eine Flachkopfschraube M6 und eine Mutter M6 (selbstsichernd) zum Einsatz.

Zunächst habe ich die Spannbacken geschnitten. In der Mitte wurde auf der Breite von 10 cm die Überplattung vorbereitet. Was dann von den Eichenstreben weg muss, kann man  direkt mit dem Starrett-Winkel abnehmen und damit die Höhe der Kreissäge einstellen. Die Spannbacken wurden noch abgeschrägt und gehobelt. Danach wurde auch schon verleimt. Nach dem Verleimen habe ich mit Hilfe der Kreissäge die Spannbacken noch 20° abgeschrägt. (keine Fotos gemacht – verbummelt!)
Noch ein wenig Verputzen mit dem Hobel und schon sind die beiden Seiten fertig.

Danach habe ich mir die hintere Spannbacke der Sägekluppe so in die Vorderzange eingespannt, dass sie eine angenehme Arbeits- bzw. Feil-höhe für mich hat. Mit der Wasserwage wurde überprüft, dass sie auch waagrecht steht. Nun wird einfach der untere Abstandsklotz angeschraubt. Er sorgt zusätzlich dafür, dass die Feilkluppe ohne Justieren immer gleich eingespannt wird. Die vordere Spannbacke wird nun 1 cm geringer als die Arbeitshöhe abgeschnitten. So bleibt sie beweglich. Mit einem 35 mm Forstner wird eine kleine Aufnahme für die Unterlegscheibe gebohrt, danach mit dem 12 mm Bohrer gerade durch beide Spannbacken. Ein 2. Loch – 6 mm – ein kleines Stück oberhalb der Werkbankplatte auch durch beide Spannbacken.
Beide Schrauben können nun eingebaut werden. Die obere Schraube (M12) mit dem Kegelgriff ist für das Spannen zuständig. Die untere Schraube 6 mm sorgt lediglich dafür, dass die Spannbacken sich nicht seitwärts bewegen können, wenn sie nicht unter Spannung stehen. Die selbstsichernde Mutter wird deshalb auch nicht fest angezogen! Das war’s dann auch schon – die Sägekluppe ist fertig.

Der Bau der Feilkluppe war ja kein großes Problem – das Schärfen lernen, wird vermutlich schon noch Eines!

Und noch ein Blick durch die Leuchtenlupe auf die richtige Übungssäge…

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12 Antworten zu Sägekluppe

  1. Markus Busch schreibt:

    Hallo Volker,

    eine schöne Kluppe hast du da gebaut.
    Du solltest dir aber eine Lösung überlegen, wie du die Kluppe drehen kannst.
    Ich glaube, du wirst sonst nicht glücklich mit ihr.

    Viele Grüße

    Markus

    • Volker schreibt:

      Hallo Markus,
      warum soll die Kuppe drehbar sein? Ich verstehe den Sinn dahinter nicht.
      Grüße
      Volker

      • Markus Busch schreibt:

        Hallo Volker,

        ehrlich gesagt bin ich noch totaler Anfänger in Sachen Säge schärfen.
        Ich war aber am WE bei F. Kollenrott zum üben bzw. er hat mir gezeigt, wie man das macht. Ich habe dabei ständig seine um die senkrechte Achse drehbar befestigte Ulmia Kluppe gedreht, um eine optimale Stellung zur Säge zu bekommen. Meine eigene Position habe ich auch ständig gewechselt.

        Ich habe mir darüber natürlich keine Gedanken gemacht und merke jetzt, dass die Erklärung dafür gar nicht so leicht zu beschreiben ist. Ich versuche es mal:

        Die Stellung der Säge wurde von verschiedenen Faktoren beinflusst: Richtung der Lichtquelle, Schärfwinkel (fleam) und der eingesetzten Feiltechnik.
        Gefeilt wird nur in Richtung Schränkung der Zahnbrust. Das Winkelklötzchen, dass am Feilenende aufgesteckt ist und mit dem ich den Feilwinkel kontrolliere, zwingt mich, immer von mir weg zu feilen. Ich halte das Heft nur in der rechten Hand.
        Die Lichtquelle war zwar beweglich, kam aber immer aus der Richtung der Wand.

        Gerade bei Querschnittsbezahnung bot die Drehbarkeit den größten Vorteil. Hatte ich die nach Links geschränkte Zahnreihe gefeilt, so änderte ich meine Position zur Säge um ca. 100 Grad, um die nach Rechts geschränkten Zähne zu feilen. Die Richtung der Säge musste dabei zur Lichtquelle hin (Wandrichtung) halbwegs gleich bleiben. Mit einer nicht drehbaren Kluppe wäre das nicht gegangen.

        Fazit: Kannst du dich UND deine Lichtquelle frei bewegen, brauchst du keine drehbare Kluppe. Ansonsten ist die Drehbarkeit für mich jedenfalls eine sehr hilfreiche Eigenschaft.

        Ich hoffe, dass ich mich verständlich ausgedrückt habe.

        Viele Grüße

        Markus

      • Volker schreibt:

        Hallo Markus,
        vielen Dank für den Erklärungsversuch. So 100% hab ich nicht verstanden, was du meinst aber das liegt vermutlich daran, dass dieses Gebiet für mich auch Neuland ist.
        Ich kann nur von den Verhältnissen in meiner Werkstatt ausgehen und hier kann ich mich vor der Werkbank in jede Richtung bewegen. Das Licht ist auch beweglich. Den senkrechten Winkel der Kluppe könnte ich beeinflussen, da ich die Kluppe in der Vorderzange nicht im 90° Winkel einspannen muss.
        Aber was notwendig bzw. Sinnvoll wäre wird die Erfahrung aus der Praxis zeigen. Die kann ich aber nur dann machen, wenn ich mal eine Sägekluppe habe. Eine Neue ist in einem Tag leicht gebaut, wenn es notwendig wäre.
        Gruß
        Volker

  2. Alexander schreibt:

    Volker, schönes Teil! Von wo hast Du den Handgriff her? Danke LG Alexander

  3. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    ein wichtiges Hilfsmittel für die Schärfarbeit hast Du Dir gebaut. Wie immer, wird sich die Entwicklung bei der Arbeit einstellen. Der Anfang ist Dir gut gelungen. Viele tolle und scharfe Sägen und weiterhin die Neugierde zum Thema Sägen.

    Herzliche Grüße

    Uwe

    • Volker schreibt:

      Hallo Uwe,
      vielen Dank.
      Es stimmt mich schon etwas nachdenklich, wenn mir jetzt schon kleine Verbesserungen zur Sägekluppe auffallen obwohl ich noch nicht damit gearbeitet habe. Liegt aber vermutlich daran, weil sie aus Holz ist und nicht aus Metall.
      Herzlichen Gruß
      Volker

  4. Stefan schreibt:

    Toller Bericht den Du da geschrieben hast.
    Eine Sägekluppe steht auch auf meiner Liste der kurzfristig zu erledigenden Aufgaben und die Teile liegen quasi schon bereit.
    Dein Bericht gibt mir noch einmal Anlass jetzt auch zu machen (ich überdenke immer alles).
    Grüße
    Stefan

    • Volker schreibt:

      Hallo Stefan, die Kluppe muss ich leider noch mal überarbeiten. Die Spannbacken sind etwas zu breit bzw. zu flach angewinkelt. Wenn man ohne Führung die Feile hält, ist sie wunderbar. Aber die Veritas Führung hat an der Unterseite eine Feststellschraube mit der die Feile eingespannt wird und die stößt leider an der hinteren Spannbacke an. Nur als Tipp für dich!
      Den Bericht habe ich aber in erster Linie, wegen dem Spannhebel geschrieben und der ist nach wie vor klasse.
      Gruß
      Volker

  5. Acorn Carpentry schreibt:

    That is an amazing saw vise you made. Do you get less vibration than with a metal one?

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