Moxon Vise im Stil von Henn’s Roubo-Hobelbank (Teil 1)

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Als ich die 50zigste Ausgabe der Zeitschrift Holz Werken ein paar Tage vor Weihnachten in den Händen hielt, musste ich schmunzeln. Bereits seit September habe ich den Beschlagsatz der Moxon Vise von Benchcrafted im Keller liegen. Ungewöhnlich den Bau so lange aufzuschieben, wenn man so eine imposante Mechanik vor sich liegen hat, das gebe ich zu. Aber diese massiven Handräder haben mich auch zum Nachdenken ermuntert, wie man sie am besten zum Einsatz bringen könnte. Im Oktober habe ich dann auch noch das Buch von Christopher Schwarz über den Bau von Hobelbänken gelesen. Es gibt, wie schon in mehreren Blogartikeln zu lesen war, sehr viele Anregungen und Tipps, an was man beim Bau einer guten Hobelbank denken sollte. Auch der Artikel von Heiko Rech in der aktuellen Holz Werken, ist sehr interessant, wie ich finde. Nach dem ausführlichen Studium seiner Version einer Moxon Vise, war es dann an der Zeit, dass ich mir meine eigene Moxon Vise baue. Ich wollte dann doch ein paar individuelle Anpassungen vornehmen, um für die Dinge gewappnet zu sein, die ich in meiner Werkstatt in den nächsten Monaten verändern will. Da soll meine Moxon Vise dann schon optimal dazu passen.

Klein…. fein…. und sehr schwer – die Zutaten für eine Moxon Vise von Benchcrafted.

Die Prämissen für den Bau meiner Moxon Vise:

  1. Die Moxon Vise soll an jeder Werk- bzw. Hobelbank von mir eingesetzt werden können
  2. Sie soll nicht nur eine Vorderzange, sondern auch Aufsatzzange mit erhöhter Arbeitsfläche und vielfältiger Spannmöglichkeit sein.
  3. Metallschienen werden auf meinen Arbeitsflächen auf keinen Fall verbaut!
  4. Ich möchte nicht 2 Dutzend Löcher in der Arbeitsplatte haben, aber trotzdem Werkstücke optimal einspannen können.
  5. Die Arbeitsplatte soll massiv aus Hartholz und keine Leimholzplatte sein
  6. Meine Moxon Vise soll optimal den Einsatz von Handwerkszeugen unterstützen

Überlege dir deine Anforderungen an deine Hobelbank und schreibe sie auf – ein Hinweis den Christopher Schwarz auch in seinem Buch gegeben hat. Ich halte ihn für sehr sinnvoll! Liest man dieses Buch, bekommt man natürlich große Lust, sich seine eigene Hobelbank zu bauen. Auch an mir gingen seine Ausführungen und Überlegungen nicht spurlos vorüber. In Gedanken ist man während dem Lesen schon beim Bau der eigenen Bank.

Eine Hobelbank die ich für genial bezüglich ihrer Funktionalität halte, ist die Roubo Werkbank von Guido Henn. Durch den 4 cm breiten Schlitz in der Bankplatte hat man optimale Spannmöglichkeiten und das einsetzbare „Multifunktionsbrett“ bietet zusätzliche Anwendungsmöglichkeiten. Von diesem Konzept bin ich so sehr angetan, dass ich mir überlegt habe, wie sich die Moxon Vise in ähnlicher Weise bauen lässt.

Das müsste dann in etwa so aussehen im Querschnitt:

SD_3

So…. und jetzt mach ich mich mal an die Arbeit. Mal schauen, was in den nächsten Tagen dabei rauskommt.

Übrigens wer die Hobelbank von Guido Henn nicht kennt, sollte sich den nachfolgenden Film ansehen. Beim Dieter Schmid gibt es auch den Bauplan zum Download.

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6 Antworten zu Moxon Vise im Stil von Henn’s Roubo-Hobelbank (Teil 1)

  1. Andi schreibt:

    Hallo Volker,

    ja, ja. Die Roubo Bench hat einfach etwas anziehendes. Mich hat sie auch in Ihren Bann gezogen. Allerdings ist das „Hensche Design“ ja nichts anderes wie die Roubo Bench von Schwarz. Vielleicht noch etwas mit besserer Hardware ausgestattet und hergestellt fürs Wohnzimmer. Eigentlich zu schade zum arbeiten………

    Was mich nach monatelangem Studium von Werkbänken abgehalten hat so eine „Bench“ zu bauen ist der enorme Holzpreis denn die Bank verschlingt, wenn man sie in klassischen Dimensionen ausstattet. Meine Bedenken gingen noch weiter, das die Platte gerade und rissfrei bleibt. (Wolfram seine Roubo aus Eiche ist ja gerissen vom feinsten)
    Und ständiges abrichten habe wollte ich auch ersparen. Daher habe ich ja eine 20 mm MDF Platte auf meinen Werktisch gemacht, der vom Design ja der Roubo ähnelt. Wer mit diesem Traditionsbruch leben kann wird mit einer immer geraden Platte belohnt.

    Nach einem Jahr des arbeitens bin ich „äußerst“ zufrieden mit meinem Werktisch. (Ich nenne ihn Werktisch um die Gemüter nicht anzuheizen 🙂 )

    Ich freue mich trotzdem auf die weiteren spannenden Posts. Du wirst an den Blog Statistiken merken, das das Thema Roubo magisch und anziehend ist.

    Gruß Andi – Alwaysworkingman

    • Volker schreibt:

      Hallo Andi,
      ja richtig, so eine Roubo hat schon was.
      Rede oder schreibe deinen Werktisch nicht klein – er hat auch was. Es ist nur keine Roubo Hobelbank.
      Für das Arbeiten mit Maschinen, wie es du überwiegend machst, ist der Werktisch sicherlich ideal.

      Nicht ganz deiner Meinung bin ich bezüglich dem geringen Unterschied zwischen der Roubo von Henn und von Schwarz. Hier sehe ich doch gravierende Unterschiede. Henn hat eine geteilte Arbeitsplatte und musste deshalb die vorderen Beine mit den hinteren mittels Seitenzargen im oberen Bereich verbinden. Durch die geteilte Platte kann er auf weitere Löcher in der Bankplatte verzichten und kann trotzdem mittels Schraubzwingen die Werkstücke auf der Platte ordentlich fixieren. Auch das Einlegebrett bietet ideale Unterstützung für viele Anwendungen. Die original Roubo, die ja Schwarz nachgebaut hat, hat eine durchgehende Platte und die auffällig (aber wunderschön) eingezapften Beine, die auf die obere Seitenzarge verzichten können. Welche Bank von beiden schöner ist, will ich nicht entscheiden. Das ist Geschmacksache. Mehr Funktionalität bietet die Bank von Henn.

      Was die Kosten angeht…. ja gutes und trockenes Massivholz ist teuer. Baut man die Bank aus Ahorn ist man ca. 500€ für das Holz los. Aber das ist bei der Bank eigentlich noch der kleinere Posten.
      Somit sicherlich kein Projekt, welches man von heute auf morgen angeht. Da spart man sich erst das benötigte Werkzeug und die Beschläge zusammen.

      Herzlichen Gruß
      Volker

  2. Timo schreibt:

    Hallo Volker,
    bin schon ganz gespannt! Die Moxon-Mechanik gefällt mir sehr gut und vermutlich benötige ich diese auch noch irgendwann 🙂
    Ich wünsche dir schon mal ein gutes neues Jahr – mach weiter so!
    Viele Grüße
    Timo

    • Volker schreibt:

      Hallo Timo,

      ja die Moxon Vise wird langsam. Noch ein wenig Geduld – Bericht folgt natürlich.
      Wünsche Dir und deiner Familie auch einen guten Rutsch und ein tolles 2015!

      Herzliche Grüße
      Volker

  3. Comann schreibt:

    Hallo,
    Wo kann mann so was fertig, kaufen??

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