Sanitärdienst

Ich beginne heute mal mit meinem Fazit:

Wenn man sich lange genug ärgert, gelingen Projekte,
die hätte keiner für möglich gehalten.

Vermutlich liegt das daran, weil zum inneren Holzwerkerantrieb – „ich will was bauen“ – zusätzlich noch die „jetzt erst recht Energie“ in das Projekt mit einfließt. Diese Motivation ist nicht zu unterschätzen.

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Begonnen hatte das Dilemma schon vor mehr als 10 Jahren. Damals hatten wir unser Bad renovieren lassen. Unser Fehler war, dass wir uns ein Spülkasten samt Bedienfeld haben aufschwatzen lassen, welches zwar schön, aber außer schön nicht mehr war. In regelmäßigen Abständen blieb der Drücker hängen und das Wasser lief……. und lief und lief und lief. Die Familie entwickelte über die Jahre ein feines Gespür, wie lange man an welcher Stelle auf die Spültaste drücken darf, damit der Drücker nicht hängen bleibt.
Der Toilettengang ….. ein Glücksspiel und Nervenkitzel.
Ein Installateur wollte an die Drückergarnitur nicht ran. Die hatten Angst noch mehr kaputt zu machen. Vor 2 Wochen war es dann soweit – einer der beiden Drücker war abgebrochen. Meine Frau fragte:  Und? Was machen wir jetzt? Ich antwortete: Ich baue eine Drückergarnitur selbst. Sie: Das geht doch nicht!

Das Problem der alten Garnitur war, dass die Tasten viel zu schwer waren und sie nicht schnell genug in die Ausgangslage zurück sprangen. Die Hebestifte blockierten kurz und das Wasser lief.

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Auf die Wartungsöffnung musste ich eine Holzplatte montieren, die 2 Aufgaben übernehmen muss:

  1. Sie muss zwei Federn fixieren, die auf die Tasten drücken
  2. Sie muss die sichtbare blende halten

Zugegeben, schön ist was anderes. Aber die Grundplatte erfüllt ihren Zweck. Verwendet habe ich 15 mm Multiplex. Die Bohrungen für die Hebestifte sind genau im Außendurchmesser eines PVC Stangenrohres 16 mm wie man es für die Elekromontage verwendet. Diese Rohrstücke sind glatt und die Hebestifte haben so kaum einen Widerstand. Die Federn passen genau in eine 19 mm Bohrung. Zusätzlich hab ich noch zwei Stiftschrauben (M6) auf der Platte fixiert. Die Abdeckplatte kann später mit zwei Hülsenmuttern (M6) fixiert werden.

Vom Bau der Abdeckplatte und der Drücker habe ich kaum Bilder. Die Aussparung in die Grundplatte wurden gefräst. Den kleinen Falz innen erhält man sehr einfach, wenn der 2. Fräsvorgang genau im selben Fräsrahmen aber mit einer kleineren Fräshülse erfolgt. Der Fräser darf natürlich nicht mehr so tief eintauchen. Das „Scharnier“ der Drücker ist eine Messingstange (4 mm). Die Aufnahme im Rahmen für die Messingstange ist am Bohrständer gebohrt, damit sie gleich tief sind und mit einem feinem Stecheisen gesäubert. Nachdem die Drücker eingesetzt sind, werden die Schlitze mit einem feinen Holzplättchen welches auf die Messingstange drückt, einer Karosseriescheibe und einer Schraube verschlossen.

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Soll ich Euch was sagen: Der Eigenbau aus Eiche funtioniert nach der Montage auf anhieb. Jetzt könnte ich nich ärgern, dass ich 10 Jahre mit dem Bau gewartet habe. 😉

Dieser Beitrag wurde unter Holzprojekte, Was ich sagen wollte... abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu Sanitärdienst

  1. Gerd Fritsche schreibt:

    Hallo Volker,
    Ich hatte ein ähnliches Problem, aber du hast eine fantastische Lösung gefunden.
    Viele Grüsse Gerd.

  2. Thomas schreibt:

    Hallo Volker,
    was meinst du, wie es mit der Hygiene aussieht? Man wischt im Bad ja doch noch öfter feucht und mit Reinigungsmittel als woanders. Lässt sich vielleicht auch erst nach einiger Zeit Erfahrung sagen.
    Gruß Thomas

    • Volker schreibt:

      Hallo Thomas, also nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist der unhygienischste Ort im Haus die Küche und nicht das Bad. Und in der Küche ist Eiche nicht selten.
      Aber aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen dass in unserem Bad inzwischen schon über 10 Jahre Waschtische aus Eiche habe. Und die werden regelmäßig geputzt. Die sehen heute noch wie neu aus.
      Gruß
      Volker

      • Samuel schreibt:

        Und du hast das ganze ja auch lackiert. Die Poren sind zu und das müsste ja dann auch passen.

    • Volker schreibt:

      was mir noch gerade eingefallen ist…. wenn Holz und Hygiene nicht zusammenpassen würden, dann müsste man den Gang in die Sauna unterbinden.

      • Thomas schreibt:

        Hallo Volker,
        gute Einwände. Danke für deine Einschätzung. Freut mich, dass du so ein schönes Projekt umsetzen konntest. Ganz großes Lob. Ich finde, die Abdeckung ist sehr schön geworden (das gehört ja eigentlich in den ersten Post hier, aber ich will es ja trotzdem nicht unterschlagen). Ich verfolge deinen Blog sehr gern. Weiter so!
        Gruß Thomas

      • Volker schreibt:

        Freut mich! 😆

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