Hobelschrank Teil III

Bevor ich zum Ende dieses Projektes komme, muss ich noch etwas mehr vom Anfang der Bauarbeiten verraten. Mich hat von Beginn an, dieses „Gesicht“ in den Türen, in seinen Bann gezogen. Über viele Wochen überlege ich nun schon, wie man es angemessen in Szene setzen kann, ohne es „kaputt zu kitschen“.

Irgend wann kam ich dann auf die törichte Idee dem Kobold eine Nase zu schreinern. Bei solchen Gelegenheiten drehe ich gerne mal meine Reste- bzw. Raritätenkiste um. Sie förderte einen kleinen Kantel (mit Ast) Eberesche zu Tage. An jenem Tag machte ich mich mit den Geheimnissen der plastischen Chirurgie vertraut und modellierte für den Kobold eine Nase.

 

Die erste Idee war, die Nase gleich als Türgriffe zu verwenden. Dazu hätten die Nasenflügel aber sehr weit unten an der Türe angebracht werden müssen. Aus dem schulischen Kunstunterricht war mir aber in Erinnerung geblieben, dass eine Nase ihren Anfang mittig zwischen den Augen hat. Diese Variante gefiel mir auch sehr viel besser. Nachteil an der Variante: Mir fehlen wieder die Türgriffe!

Angenommen ich würde mich für die Variante Nase entscheiden, was kommt unter der Nase. Oberlippe und dann Schneidezähne. Die Oberlippe sieht man mit etwas Phantasie und zwei Schneidezähne würden genau an der unteren Türkante folgen. Das wären eigentlich ideale Türgriffe.
Zunächst folgte ein Versuch mit Dominodübel (natur) – hat mir nicht gefallen. Dann verpasste ich dem Kobold schwarze Domino-Zähne. Hat mir auch nicht gefallen. Es folgte der Blick in die Restekiste und ich startete mit leicht gestocktem Nussbaum einen weiteren Versuch. Das war dann der Treffer.

 

Nach dieser Aktion durften Nase und Zähne mal probe wohnen.

 

Der Kobold sieht interessanter aus als vorher. Nur die Zähne heben sich vom vorhandenen Hintergrund (OSB Platten) kaum ab. Die Folge war, ich griff zur Farbe und Pinsel 😦

 

Wegen einem Werkzeugschrank renoviere ich meine Werkstatt – das werde ich meinem Therapeuten nicht erzählen!
Die Nase wurde nun mit richtigem Leim fixiert.

 

Es folgt noch die Inneneinrichtung. Da muss ich jetzt nichts erläutern – die Bilder sprechen für sich.

 

Ach ja, hätte ich jetzt beinahe vergessen – die Türen werden durch kleine Magnete, die ich in das Holz eingelassen habe, zugehalten. Mit dem Dübeldorn wurde die Gegenseite für die Bohrung markiert.

 

Das Finish besteht aus einer Mischung Tungöl, Leinöl und Orangenöl. Hier noch ein paar Bilder vom fertigen Schrank für meine Hobel. Da aktuell noch Platz ist, dürfen auch noch ein paar andere Werkzeuge zur Untermiete rein.

 

Das letzte Bild entstand am Montag Abend um 18:05 und ist für Christoph 😉

 

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13 Antworten zu Hobelschrank Teil III

  1. rainerspeer schreibt:

    Also zu der vielen Arbeit mit dem Werkzeugkasterl ist jetzt noch mehr hinzu gekommen…
    Die Nase gefällt mir gut, die Zähne weniger. Vielleicht kommt ja noch eine andere Idee, ein Muschelgriff in der Mitte aufgesägt oder wasweissich… Und dann kannst Du die Wandfarbe wieder abschleifen! Oder so. Oder tip on. Ich habe wahrscheinlich einen Grappa zu viel getrunken…

  2. uwe.adler schreibt:

    Lieber Volker,

    mit Akribie und trotzdem das Besondere mit einfließen lassend, so ist wieder ein Unikat entstanden. Es hat zu Recht seinen Platz in Deiner Kemenate, die der Ursprung für die außerordentlichen Holzwerke sind. Toll was Dein Holzweg alles an das Tageslicht fördert.

    Liebe Grüße

    Uwe

  3. Dominik Pogrzeba schreibt:

    Guten morgen Volker.
    Sooo viel Arbeit für des gloane Kasterl 😉!! Schaut sehr gut aus!! V.a. Deine kleine Hobel Sammlung kommt mal ans Licht. Der Zugriff dürfte auch leichter sein für dich, wenn alles an einem Platz aufgeräumt ist?!
    Die weiße Wand macht die Werkstatt gleich heller. Aber bitte ned mehr weiße Wände. Mit und ohne Grappa reicht eine weiße Wand 😊.
    Schöne Grüße, Dominik

    • Volker schreibt:

      Hallo Dominik,
      schön wieder von Dir zu hören / lesen!
      Auch wenn Du dagegen bist, ich spiele ernsthaft mit dem Gedanken noch eine weitere Wand zu streichen.
      Das Licht wird wesentlich besser reflektiert und man tut sich mit dem Fotografieren leichter.
      Viele Grüße
      Volker

  4. Coisas EM'adeira schreibt:

    The front of the cabinet just … Awesome!!!

  5. Reinhard schreibt:

    Hallo,
    die Türen finde ich besonders klasse; der Maserverlauf ist sehr gelungen!
    Das mit dem Gesicht ist sicherlich Geschmacksfrage.
    Zur Innenaufteilung: Vielfach findet man die senkrechte Aufbewahrung der Hobel (so, wie Deine Holzhobel in den Türen angebracht sind). Die Metallhobel hast Du dagegen alle waagerecht angeordnet. So sieht es bei mir auch aus. Allerdings überlege ich, zur senkrechten Aufstellung zu wechseln. Daher meine Frage: was waren Deine Gründe für diese Wahl?
    Gruß
    Reinhard

    • Volker schreibt:

      Hallo Reinhard,
      wenn du die Hobel senkrecht stellst, brauchst du auf der Schrank Seite 50% mehr Platz. Ein normaler Hobel hat mit Eisen eine Höhe von bis zu 15 cm. Mein Schrank hat innen eine Tiefe von lediglich 10 cm.
      Gruß
      Volker

      • Reinhard schreibt:

        Hallo Volker,
        touché. Ich hatte meine Hobel auch schon auf die Seite gelegt, um eine höhere „Packungsdichte“ zu erreichen. Da guckten mich die Griffe dann auch an und waren mir im Weg (Hobelablage ist derzeit direkt über der Hobelbank). Diese Erfahrung hatte ich tatsächlich verdrängt.
        Danke für die schnelle Antwort und viel Spaß weiterhin
        Reinhard

  6. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,
    schön ist es geworden, das neue Zuhause für die Hobel. Mir gefällt deine kreative Ader aus dem Holz eine besondere Note herauszukitzeln. Die Zähne wären mir jetzt auch too much, aber das ist deine persönliche Note und das ist gut so.
    Nur bist du dir denn sicher, dass keine weiteren Hobel dazu kommen werden, da ist so wenig freier Platz ? Ich sehe da einen kleinen Clifton Einhandhobel, ein Schmuckstück. Meine Frau meint ich hätte schon genug Hobel, hm…, das verstehen Außenstehende einfach nicht. Vielleicht werde ich noch schwach.
    Weiße Wände wirken steril, bringen aber enorm viel Helligkeit. Meine Werkstatt war vorher ein Partyraum in bunten Farben, der ist nun auch weiß gestrichen, das ist ein riesen Unterschied. Würde ich immer wieder machen.
    Bei den Bildern habe ich hier und da doch Staub und Späne auf dem Boden gesehen, ich bin beruhigt dass es nicht immer so aufgeräumt aussieht. Wenn ich meine Werkstatt betrachte ist es auch nicht groß unordentlich, nur ist es bei mir schneller vollgestellt, aktuell mit einem Gartentisch in der Entstehung.
    Viel Spaß bei weiteren Projekten!
    Grüße
    Christoph

    • Volker schreibt:

      Hallo Christoph,

      in dem Schrank würden noch mindestens 4 Hobel (normale Größe) Platz finden. Die leeren Flächen hab ich mit diversen Winkeln bzw. Anreißtools aktuell belegt. Wie groß soll man einen Hobelschrank bauen? Ich bin überzeugt, dass mann jede Größe irgendwann voll bekommen könnte. Falls der Platz in meinem Schrank nicht ausreicht, baue ich einen Zweiten. Das würde mich keine große Überwindung kosten!
      Herzliche Grüße
      Volker

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