Hobelbaukurs in Niederalteich (November 2013)

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Ein paar Tage wieder mal weg von der Arbeit… auch mal 3 Tage Auszeit von der Familie und dem gewohnten Umfeld. Sich seinem Hobby zum 100% widmen.. ja besser noch… hingeben und dabei absolut abschalten können. Einen geeigneteren Ort als das Benediktinerkloster Niederalteich kann ich mir nicht mehr vorstellen. Der Ort, die meditative Atmosphäre zwingt einen zur inneren Ruhe auch wenn man keiner Konfession angehört.

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2012 im Kurs, hatte ich zum ersten Mal einen Krenov Hobel in der Hand. Er gehörte dem Kursleiter Charles Beresford. Ich fragte ihn damals ob er mir auch einen bauen könnte: „Bau dir selbst einen – für 2013 habe ich einen Kurs geplant – da hast du mehr davon!“ Charles hatte Recht – ich habe mehr davon. Inzwischen 3 Wochen nach dem Kurs, habe ich 2 Krenov Hobel und ein Dritter ist in Planung. Möbelbau ist super schön aber ab und zu einen Hobel selbst zu bauen, bringt den puren Spaß.

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Der Kurs war wieder vom Feinsten. Die 10 Teilnehmer aus Holland, Österreich, Schweiz und Deutschland, verstanden sich ab der ersten Minute super und waren entweder mit dem eigenen Hobelbau beschäftigt oder miteinander am Fachsimpeln. Durch das Hochwasser wurde zwar die Holzwerkstatt zum Sanierungsfall (ich habe darüber berichtet), aber das Benediktinerkloster hat als Ausweichquartier die alte Klosterschreinerei zur Verfügung gestellt. Die Firma Dictum versuchte alles um diesen Notbetrieb so angenehm wie möglich zu machen.

Charles

Charles Beresford tat das Übrige, um die 3 Tage zum vollen Erfolg werden zu lassen. Er ist ein begnadeter Kunsttischler und versucht sein ganzen Wissen und seine Erfahrung an die Teilnehmer weiterzugeben. Mit Lob hält er sich sehr zurück bzw. sagen wir mal so… er findet immer noch einen Ansatz, wie man mit dem Werkstoff Holz noch besser umgehen kann!
Wer ihm zuhört und umsetzt was er sagt, der profitiert. Seine Regeln, die er versucht mitzugeben, prägen sich ein und ich rufe sie inzwischen wie selbstverständlich an meiner Werkbank ab. Sein vordringlichstes Ziel ist nicht, den Teilnehmern einen Hocker, Stuhl oder Hobel mit nach Hause zu geben… sondern einen Spirit zu vermitteln, der dem von James Krenov (“The Fine Art Of Cabinetmaking”) sehr nahe kommt.  Es macht Freude mit Ihm ein paar Tage schreinern zu dürfen. Ich werde die Gelegenheiten weiter konsequent nutzen.

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Die Natur liefert das Design


Die Natur gestaltet oft Schönheit, die man bei flüchtiger Betrachtung übersieht oder sogar im ersten Moment als störend empfindet.

In der Holzwerkstatt findet man oft solche Kuriositäten. Madengänge oder Wurmlöcher, eingewachsene Äste, Pilzbefall und Naturkanten landen in den meisten Fällen in der Brennholzkiste. Ich halte sie für wunderschöne Designelemente. Der beste Tischler ist die Natur, wenn man sie lässt.

Gezinkter Hocker 2Maden haben das Birkenholz unter der Rinde bearbeitet. Der Hocker würde seinen Charme verlieren, wenn man das Brett besäumt und die Naturkante entfernt.

Gezinkter Hocker 1

Den nachfolgenden Tisch aus Nussbaum habe ich für Freunde gemacht. Sie wollten einen Couchtisch aus dunklem Holz. 80 cm x 80 cm und mit geraden Tischbeinen. Als ich bei meinem Holzhändler die wunderbaren Nussbaumbohlen ausgesucht hatte, wollte mir der Zuschnitt nicht wie bestellt gelingen…. ich gehöre aber immer noch zu ihren Freunden.

Couchtisch Nussbaum 021 Couchtisch Nussbaum 030

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Für Kinder und Jugendliche in Bayern – kein verschenktes Wochenende!

Die Firma für die ich arbeite veranstaltet seit zwei Jahren kurz vor Weihnachten einen kleinen Weihnachtsmarkt. Die Mitarbeiter sind eingeladen sich aktiv daran zu beteiligen. Selbst Gebackenes oder Gebasteltes wird verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf geht zu 100% an die Stiftung für Kinder und Jugendliche in Bayern. Vergangenes Wochenende war deshalb Weihnachtsschreinern bei mir angesagt. Eine schöne Gelegenheit, wie ich finde, um Holzreste (von denen sich ein Holzwerker nur ungern trennt) sinnvoll zu verwerten.

Kerzenständer

Aus Ahorn, Akazie und Nussbaum habe ich Kerzenleuchter gebaut. Wie, muss ich hier nicht beschreiben – Veronika Zenz hat in Ihrem Blog bereits 2012 eine schöne Anleitung eingestellt. Die möglichen Variationen sind beliebig. Das Bauen hat mir Spaß gemacht. Die Kollegin, die einen kauft freut sich. Und bedürftige Kinder und Jugendliche in Bayern profitieren davon. Also ein perfektes Holzwerkerwochenende

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Die „Dictum Kurswerkstatt“… leider auch ein Hochwasseropfer

BildVor zwei Tagen stand ich wieder hier – vor der Kurswerkstatt von Dictum in Niederalteich. Jedoch musss ich gestehen, dass es mir etwas die Sprache verschlagen hatte. Anfang Juni 2013 stand das Donauhochwasser in der Kurswerkstatt bis zu den Fensterbrettern. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt gerade mal zwei Jahre alt. Von außen macht sie noch einen ganz passablen Eindruck. Wirft man jedoch einen Blick in das Innere sieht man das ganze Ausmaß, was die Hochwasserkatastrophe in dem wunderbaren Gebäude angerichtet hat. Der Neubau musste entkernt werden.

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Kann man nur hoffen, dass die Renovierungsarbeiten bald ein Ende haben und die Dictum-Kurse wieder in den alten neuen Räumlichkeiten abgehalten werden können.

Die Kursräumlichkeiten vor dem Hochwasser:

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Arbeitsböcke aus Holz

Viele Jahre schon, habe ich meine Metallböcke im Einsatz. Viele Jahre schon, hab ich mich über sie geärgert. Seit Jahren ziehe ich Lederhandschuhe an, wenn ich die Böcke zusammenklappe. Meine Finger waren oft genug dazwischen.

Eigentlich haben Arbeitsböcke aus Metall in einer Holzwerkstatt nichts verlohren.

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Im Urlaub hatte ich ein wunderbares Buch von James Krenov gelesen „The Fine Art Of Cabinetmaking“. Auf einem Bild in seiner Holzwerkstatt, waren Arbeitsböcke aus Holz zu sehen, die er sich mit Sicherheit gebaut und nicht gekauft hatte. An so einem verregneten Sonntag wie heute, war das genau der richtige Zeitvertreib um 2 große und 2 kleine Arbeitsböcke zu bauen.

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Die Holzböcke nehmen in meinen Augen auch nicht mehr Platz ein, als die zusammengelegten Metallböcke.

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Meine Hobelbank hat eine Arbeitshöhe von 84 cm. Die großen Böcke sollten die gleiche Höhe haben und 60 cm breit sein. Das hat den Vorteil, dass man die Hobelbank als weitere Auflagefläche mit der gleichen Arbeitshöhe einbeziehen kann.

Ich hatte ein paar kurze Erlenbretter 32mm stark, die mir kürzlich  übrig geblieben sind. Schnell waren daraus 7 cm breite Riegel geschnitten, die ich auf 28mm gehobelt habe. Für das obere Auflagebrett habe ich Buchenreste verwendet.

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Die Auflage aus Buche hat eine Höhe von 5,5 cm. Ich habe die Träger deshalb 4 cm eingesägt und anschließend ausgestemmt, damit der Buchenriegel 1,5 cm übersteht.

Wichtig: Dieser Buchenriegel wird nicht eingeleimt sondern von jeder Seite mit einer Schraube fixiert. So kann man später ganz einfach die obere Auflagefläche auswechseln, wenn sie mit den Jahren deutliche Arbeitsspuren aufweist.

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Mit 10mm Dominodübeln werden die einzelnen Riegel dann zusammengeleimt.

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Am Ende des Tages kann man die Metallböcke aus seiner Wolzwerkstatt verbannen.

Und hier die Beschreibung für einen Arbeitsbockaufsatz für die Sägebank.

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