Schweifsäge (Teil 1)

Ich kann mich an kein Projekt erinnern, in dem ich nicht einen Winkel gebraucht hätte.
Baut man eine Schweifsäge, benötigt man diesen Werkzeugklassiker nicht. Man beschäftigt sich ein paar Tage mit schönen Proportionen und wohl geformten Rundungen, welche die Sinne anregen.  Wer jetzt 90 – 60 – 90 vor dem geistigen Auge hat, den muss ich enttäuschen. Die Säge würde viel zu groß und unhandlich werden. Bei dem Topp Modell einer Schweifsäge gibt es andere Idealmaße. Sollen die Sägeblätter von Gramercy Tools verwendet werden, beschäftigt man sich eher mit den Maßen 30,5 – 34,3 – 30,5 !
Ich schreib es nur lieber dazu, nicht dass einer von Euch Idealmaß hört und 90 – 60 – 90 für ihn dann sägetechnisch in einem Desaster endet.

Zunächst habe ich mir die Inch-Angaben auf dem Gramercy Plan in cm umgerechnet. Auf einem dünnen Buchenbrett habe ich die Schablone aufgezeichnet und mit der Bandsäge ausgeschnitten. Für die Seitenholme verwende ich Esche. Da der gehobelte Eschen-Riegel 45 mm stark ist, genügt es die Kontur nur auf einen Riegel zu übertragen. Ich habe dann den Holm ausgeschnitten und mit Feilen die Form nachgearbeitet. Erst danach habe ich die Holme mit der Bandsäge auf die Stärke von 20 mm geschnitten. Somit hat man ohne Mühe zwei spiegelgleiche Teile.

Jetzt darf man sich mit dem Feilen vergnügen. Die Griffmulden habe ich mir bei Uwe, der schon mehrere Schweifsägen gebaut hat, abgeschaut. Die Säge liegt wirklich besser in der Hand!

Für den Mittelsteg habe ich Nussbaum verwendet. In der Restekiste war noch ein Randstück mit schöner Naturkante – ich konnte nicht widerstehen, solche Naturgeschenke müssen eingebaut werden. Die oberen Enden der Seitenholme, waren mir auch zu schnörkelig. Auch hier wurde nachgearbeitet.
Ja und dann sind auch schon die wesentlichen Bestandteile der Schweifsäge fertig.

Jetzt geht es schon an die Herstellung, der Handgriffe. In meinem Schuppen habe ich seit 2 Jahren ein paar Trümmer Eberesche liegen. Die ist mir 1000 Höhenmeter vom Berg runter nachgelaufen. Mal schauen, ob man aus diesem Holz nicht noch einen Eyecatcher zaubern kann.

Eberesche bekommt erst nach vielen, vielen Jahren diesen dunklen Kern. Das Holz lässt sich wunderbar drechseln. Ich finde die Griffe richtig klasse.

Ich denke, nächstes Wochenende wird die Schweifsäge fertig und der erste Probeschnitt wird fällig.

Dieser Beitrag wurde unter Holzprojekte, Werkstatthilfen & Tricks abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Schweifsäge (Teil 1)

  1. rainerspeer schreibt:

    Ein schöner Aufwand, um einen Hobel zu bauen:-)
    Ich habe mir die Schweifsäge von Dictum gekauft.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s