Darf’s ein Brett mehr sein?

20131222 009Ich gehe nicht gerne Shoppen – mit einer kleinen Ausnahme! Mehrmals im Jahr fahre ich zu meinem Holzhändler. Das ist immer ein großer Moment für uns beide. Ich bekomme leuchtende Augen, wenn ich die prall gefüllten Hochregale mit Eiche, Nussbaum, Spitzahorn, usw. sehe – er bekommt große Augen, wenn er mich auf seinen Hof fahren sieht. Die leuchtenden Augen verbinden uns in diesem Moment. Die Beweggründe dafür mögen vermutlich unterschiedlich sein.

Wir beide kennen uns schon ca. 20 Jahre und unsere „Holzverbindung“ in dieser Zeit hat sich gewandelt. Er weiß, dass ich nicht jedes Brett bzw. jede Bohle mehr nehme. Er stellt mir seinen angestellten Schreiner zur Seite und wir machen uns gemeinsam auf die Suche nach den Bohlen, die ich mir vorstelle.

Meine Strategie, was den Holzerwerb angeht, hat sich in den vergangenen Jahren auch weiterentwickelt. Habe ich früher nur das bevorratet, was ich für ein Projekt benötigt habe, lege ich heute immer ein bis zwei Bohlen mehr auf die Seite. So sammeln sich im Laufe der Zeit hölzerne Kostbarkeiten an, die ich zusätzlich noch 2 bis 3 Jahre trocken lagere, bis mir ein geeignetes Holzprojekt dafür in den Sinn kommt.

20131222 008Auf der Suche nach dem, was mir vorschwebt.

20131222 00720131222 046Ich bin zufrieden mit der Ausbeute.

20131222 050Kostbarkeiten warten geduldig auf ihren Auftritt.

20131222 056Mehrere Wochen vor der Verarbeitung kommen sie dann in die Werkstatt.

20131222 013Und werden danach aufgetrennt.

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Werkstattaussetzer!

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Nicht jeder Tag in der Werkstatt läuft immer so, wie es sich der motivierte Holzwerker so vorstellt! Aber man kann ja jeder Schlappe, auch wenn sie noch so peinlich ist, was positives abgewinnen.

Das positive heute: Ich weiß jetzt, dass meine Tischkreissäge problemlos Metall sägt. Wie Butter… super! Und noch was positives… die Firma, bei der ich immer meine Sägeblätter nachschärfen lasse, bekommt morgen einen Auftrag von mir!

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Die 2. Seite der Nussbaumbohle hab ich dann traditionell gekürzt, bevor ich sie weiter aufgetrennt habe. Ich wusste ja schon, zu was meine Maschine in der Lage ist, wenn man sie fordert.

Euch noch einen schönen 4. Advent!

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Vom Bau einer „alten“ Küche

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Die Küche der „Jubi“ von 1931 bis ca. 1950

Gegen Tradition anzukämpfen ist zwecklos und Zeitverschwendung. Mit der Tradition muss man sich arrangieren, dann kommt man zu einem befriedigendem Ergebnis. Vor dieser Herausforderung stand ich 2009, als ich den Vorschlag unterbreitet habe, eine neue Küche für die Jubiläumshütte zu bauen, die eigentlich keiner haben wollte.
Die „Jubi“, wie die Vereinsmitglieder sie liebevoll nennen, ist 1931 gebaut worden. Nicht gerade ein Zeitpunkt, an dem man aus dem Vollen schöpfen konnte. Entsprechend karg fiel die Einrichtung der Hütte und deren Küche aus.
Ein paar Jahre später, machten die damaligen Vereinsmitglieder ein wahres Schnäppchen: Eine Alm aus der Nachbarschaft bekam eine neue Küche – die „Jubi“ die alte Almküche! Die hat sich dann weitere 50 Jahre in der „Jubi“ gehalten.

Alte AVB Küche 2

Alte AVB Küche 1
Alpenländisches Küchendesign von ca. 1950 bis 2009

Meine Liebe zur Nostalgie stieß spätestens dann an ihre Grenzen, wenn man morgens den Mäusekot auf den obersten Tellern entfernen musste. Die Größe und Konsistenz der schwarzen Krümel unterschieden sich zwar deutlich vom Mohn der mitgebrachten Semmeln – trotzdem wollte ich mich nicht länger dieser Verwechslungsgefahr aussetzen. Eine neue Küche für die „Jubi“ musste her! Die größte Herausforderung dabei war allerdings, dass die Vereinsnostalgiker überzeugt werden mussten. Das konnte nur dann gelingen, wenn die neue Küche alt aussah! Durch Zufall bin ich in einem Bastelgeschäft auf Reisslack gestoßen – in meinen Augen die Lösung für diese heikle Mission.

Und so baut man eine „alte“ Küche

Eine Küche in einer Berghütte ist extremen Bedingungen ausgesetzt. Die Temperaturen im Winter gehen schon leicht mal auf – 15°. Dann erreicht man die Hütte und heizt den Küchenofen an. In wenigen Stunden steigt die Temperatur auf + 25°. Massivholz reagiert auf diese äußeren Bedingungen – die Schranktüren würden sich mit großer Wahrscheinlichkeit verziehen. Aus diesem Grund habe ich mich für die Verwendung von MDF-Platten entschieden. Sie kosten nicht viel und reagieren weder auf Temperaturschwankungen noch auf unterschiedliche Luftfeuchtigkeit.

Unterschrank aus MDF

Alle Unterschränke und Schubladen wurden aus MDF-Platten hergestellt. Die Korpusteile wurden mit Domino-Dübel verbunden. Danach wurde der Grundanstrich (blauer Acryllack) aufgetragen.

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Wenn der erste Anstrich getrocknet ist (Lack muss vollkommen durchgetrocknet sein), wird der farblose Reisslack aufgetragen. Ich habe das Produkt Craquelle der Firma Hobby Line verwendet. Auch diese farblose Schicht muss mehrere Stunden vollkommen aushärten. Ist der Reisslack getrocknet, wird die zweite Farbschicht aufgetragen. Ich habe für unsere Küche einen Elfenbeinton gewählt, den ich in guter Erinnerung hatte. Das Küchenbuffet meiner Großmutter war Elfenbeinfarben gestrichen. Und jetzt geht es schnell. Durch das Auftragen der frischen Farbe auf den Reisslack, wird dieser wieder „angelöst“ und er schrumpft oder zieht sich zusammen. Dadurch wird die zweite Farbschicht zerrissen und die erste Farbschicht kommt wieder zum Vorschein. Die Oberfläche die entsteht, erinnert an Farbe die abblättert. Genau dieser Effekt ist gewollt.

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Nachdem auch die 2. Farbschicht mit den Rissen gut ausgehärtet ist, kann man mit Patina noch nachhelfen und die Schränke weitere 20 Jahre altern lassen. Die Schränke habe ich außen und innen mit Patina nachgealtert.

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Wie alle Kästen fertig waren, wurde die Küchenplatte aus Buche noch  zugeschnitten und in der Garage erfolgte ein Probeaufbau.

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Nun… Kochecke wollte ich keine in der Garage, deshalb wurde jetzt wieder alles zerlegt und in zwei Geländewagen gepackt, zum Transport auf das Seekar.

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Und dann ging es rauf auf den Berg.

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Die letzten Meter bis zur Hütte, konnten nicht mit den Auto zurückgelegt werden. Hier waren große und starke „Esel“ gefragt.

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Der komplette Einbau der neuen „alten“ Küche war dann in einem 3/4 Tag erledigt. Es hat alles perfekt gepasst. Zunächst wurden die Schränke auf 2 Multiplexplatten ausgerichtet und miteinander verschraubt. Danach wurde die Küchenplatte aus Buche montiert und mit Leinöl behandelt.

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So dann war sie fertig… die neue alte Küche der „Jubi“.

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Hobelbau im Stil von James Krenov

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Ein paar Hinweise vorweg

So einen Hobel selbst zu bauen ist kein Hexenwerk. Was man benötigt ist…

  • Gutes Werkzeug
  • Geeignetes Holz für den Hobelbau
  • Ein Hobelmesser mit Spanbrecher
  • Das Wissen wie es funktioniert oder eine gute Anleitung
  • Und 2 bis 3 Tage Zeit

Besondere Anforderungen an das Werkzeug

Beim Hobelbau sind 2 Dinge besonders wichtig: Präzision und sehr sehr scharfe Hobelmesser. Die Präzision überprüft man mit Präzisionswinkeln und einem Haarlineal. Die richtig scharfen Hobeleisen bekommt man nur durch geduldiges Schleifen auf Keramik oder Wassersteinen. Maschinen wie z.B. die Tormek eignen sich für die Vorbereitung eines Hobelmessers, aber in meinen Augen nicht für den finalen und genauen Feinschliff des Messers. Wer das nötige Schärfmaterial nicht besitzt und den Hobel für den Gebrauch in der Holzwerkstatt und nicht für die Vitrine bauen will, der sollte sich an dieser Stelle überlegen, ob er wirklich weiterlesen soll. Ein Hobel mit stumpfem Messer macht in der Werkstatt keine Freude!

Welches Holz sollte man verwenden?

Besonders geeignet sind natürlich Harthölzer wie Ahorn, Hainbuche, Esche, Eiche, Akazie oder Nussbaum. Es geht auch weicheres Holz zu verwenden, wie z.B. Birne oder Linde. Baut man den Hobelkörper aus weicherem Holz, sollte man dann aber auf jeden Fall den Hobel mit einer Hobelsohle (5mm stark) aus einem Hartholz wie Hainbuche, Ahorn oder Akazie versehen.

Hobelmesser

Das besondere Merkmal eines „Krenov-Hobels“ ist seine niedrige Bauart. Es fehlen auch Holzgriffe oder Hörner zum Führen des Hobels. Diese Bauart bedingt natürlich dass man ein kurzes Hobelmesser verwendet. Jetzt hat man 2 Möglichkeiten… man kürzt ein langes Hobelmesser auf die Länge die man benötigt… oder man besorgt sich gleich ein kurzes Hobelmesser. Die amerikanische Firma Hock bietet hier verschiedene Eisenbreiten mit einer Eisenlänge von 90mm an. Ideal für den Krenov Hobel. Der gute Fachhandel in Deutschland wie z.B. Dictum oder Feinewerkzeuge führen diese Hobeleisen in ihrem Sortiment.

Wissen / Anleitung zum Bau

James Krenov beschreibt in seinen Büchern in einem Kapitel, wie er seine Hobel baut.

Dann gibt es noch ein richtig gutes Buch: „Making & Mastering Wood Planes“ von David Finck (ein Schüler von James Krenov). Dieses Buch ist leider im deutschen Buchhandel nicht zu bekommen. Über die bekannten und verrufenen Onlinehändler kann man es bestellen – der Preis ist unverschämt hoch. Teilweise mehr als 100€ für eine neue Ausgabe.
Dabei ist es so einfach zu bekommen: Ich hab es bei David Finck selbst bestellt. Er hat eine Homepage mit Shop und versendet das Buch weltweit. Inklusive Versandkosten kommt man beim aktuellen $-Kurs auf ca. 37 €. Der Versand nach Deutschland dauert ca. 10 Tage und man bekommt das Buch auch noch vom Autor signiert. Mich hat es gefreut.

Und natürlich kann man auch einen Holzwerkerkurs belegen. Siehe meinen Blogbeitrag.

Ich habe das Buch von David Finck und ich war im Kurs… und beides möchte ich nicht missen.

Und dann noch 2 bis 3 Tage Zeit

Das sollte für den Hobbyschreiner nun wirklich kein Thema sein – oder 🙂

Krenov selbst schreibt in seinem Buch, dass er immer dann einen Hobel gebaut hat, wenn er nach einem größeren Projekt Zerstreuung gesucht hat. Man hat was Großes, Wunderbares fertig und fällt in ein „Holzwerkerloch“. Nun einen Hobel bauen, um die kreativen Zellen wieder frei zu bekommen – eine feine Therapie!
Den Hobelkörper selbst, baut man leicht in 2 Tagen. Dann braucht man aber noch gut 1/2 Tag bis man ein neues Hobeleisen so hergerichtet hat, dass ein „Beresford“ bestätigt, es sei nun einigermaßen scharf.

Nun zum eigentlichen Hobelbau

Der Hobelkörper

Hobelkörper Rohzuschnitt

Besteht aus 4 Teilen:

  • 2 Seitenteile 10mm stark (Nussbaum)
  • 1 Mittelteil 46mm stark – es sollte 1mm breiter als das Hobelmesser sein. Mein Hobelmesser war hier 45mm breit. (Hainbuche)
  • 1 Hobelsohle – 5mm stark und 66mm breit – 10mm+46mm+10mm (Hainbuche)

Ich habe hier eine Länge der Bauteile von ca. 35cm gewählt, das gibt dann eine fertige Hobellänge von ca. 32 cm. Die Höhe der Bauteile sollte ca. 7 cm betragen.

Vorbereiten des Mittelteils

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Nun muss die hintere Schräge 45° und vordere Schräge 70° angezeichnet und anschließend ausgeschnitten werden. Die Schnittlinien sind so aufzuzeichnen, dass später beim fertigen Hobel das Hobelmaul etwas vor der Mitte des Hobels liegt. Den Schnitt macht man am besten mit der Kreissäge mit Winkelanschlag oder mit der Bandsäge. Die 45° Schräge, auf der später das Hobeleisen aufliegt, wird mit dem Handhobel im rechten Winkel plan gehobelt. Mit dem Präzisionswinkel überprüfen!

Danach wird auf der 45° Schräge ein 18mm breites Langloch für den Schraubenkopf des Spanbrechers angezeichnet und entweder ausgestemmt oder mit der Oberfräse ausgefräst (dafür habe ich mir eine Schablone angefertigt und arbeite mit Kopierhülse). Das Loch muss mindestens die Stärke der Schraube haben, damit das Hobeleisen plan auf dem 45°-Körper aufliegen kann und sollte ca. 20mm von der Unterseite enden. Das Ausstemmen per Hand kann ich nur bei weicherem Holz empfehlen – im Stirnholz von Hainbuche macht das per Hand nicht wirklich Freude.

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Danach fixiert man das hintere 45° Teil mit Klebeband mit den Seitenteilen und bohrt 3mm Löcher für kleine Holzdübel. Die Dübel werden nicht eigeklebt!!! Man hat nun den Vorteil, dass der Korpus zerlegbar ist, das erleichtert das weitere präzise Einpassen aller Bauteile.

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Auf dem nachfolgenden Bild sieht man gut, wo man die Dübel setzen muss, damit sie später beim fertigen Hobel nicht mehr sichtbar sind.

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Nun ermittelt man den Abstand zum Vorderteil bzw. legt die Größe des Hobelmaules fest.

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Ich glaube, das ist mit der wichtigste Teil beim Hobelbau. Man nimmt die 5mm starke Hobelsohle und zieht an der Stirnseite etwa 1mm von der Unterkante entfernt einen Markierungsstrich. An der Seite der Sohle zeichnet man nun von dem Markierungsstrich einen 70° Winkel nach oben an. Man legt das Hobelmesser auf den 45° Keil an und legt die Hobelsohle an der Messerkante so an, dass das Messer die Markierungslinie an der Stirnseite der Sohle berührt. Nun schiebt man den vorderen Hobelkörper mit dem 70° Winkel soweit Richtung Hobelmesser, bis man auf der Höhe des angezeichneten 70° Winkels der Hobelsohle ist.

Schema Hobelbau

Nun markiert man mit Bleistift die vordere Position des Hobelkörpers auf dem Seitenteil. Danach fixiert man beide Seitenteile wieder mit Klebeband und  bohrt die Löcher für die 3mm Dübel im vorderen Bereich.

Keilwiderlager herstellen und Position ermitteln

Zunächst nimmt man wieder ein Seitenteil des Hobels ab, damit man mit Bleistift die künftige Messerposition anzeichnen kann.

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Danach zieht man eine Parallele zum Spanbrecher im Abstand von 11mm. Der Mittelpunkt für das Keilwiderlager befindet sich auf dieser Parallelen und zwar genau 32mm von der Unterseite des Hobels entfernt. Achtung die Hobelsohle (5mm) mit einbeziehen!

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Hier bohrt man jetzt mit der Ständerbohrmaschine ein 8mm Loch. Danach wird der Hobel wieder zusammengesetzt und man bohrt durch das erste Loch mit der Ständerbohrmaschine die gegenüberliegende Seite.

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Das Keilwiderlager selbst sollte unbedingt aus einem stabilen Hartholz sein wie z.B. Hainbuche. Die Zapfen, die man herstellt sind nur 8mm stark. Birne z.B. würde den Druck, den der Keil auf das Lager ausübt, nicht standhalten und brechen. Für das Keilwiderlager habe ich mir eine Leiste 18mm x 14mm vorbereitet. Der Keil muss die Breite vom kompletten Hobel haben, also hier in diesem Fall 66mm. Ohne die Zapfen muss das Keilwiderlager etwas kürzer sein als die lichte Weite des Hobelkastens.

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Die Stirnseiten und Zapfenteile mit dem Streichmaß so kennzeichnen, dass 8 mm für den Zapfen stehen bleiben. Danach mit der feinen Handsäge oder der Bandsäge die Zapfen entsprechend aussägen. Nun ist vorsichtiges Feilen angesagt.

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Bohrt Euch ein paar 8mm Löcher in einem Restestück Hartholz. Hier kann man die Zapfen einpassen und gängig machen, ohne dass das vorgesehene Loch in der Seitenwand des Hobels ausleiert. Sind die Zapfen gleichmäßig rund und passen fest (das Keilwiderlager muss sich im Hobel bewegen lassen!) in die Aufnahme, rundet man die vorderen Kanten des Keilwiderlagers noch mit dem Hobel ab.

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Das Verleimen des Hobelkörpers

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Hierbei sind 4 Dinge wichtig…

  1. Man benötigt eine stabile und plane Unterlage und Pressklötze, die die Größe der Hobelseiten haben.
  2. Die Enden der Fixierungsdübel und die Enden des Keilwiderlagers, dürfen nicht überstehen.
  3. Vor dem Verleimen muss das Keilwiderlager in den Hobel eingesetzt werden.
  4. Die Schraubzwingen sollten im Abstand von 5 cm gesetzt werden – der Hobelkasten muss dabei aber unbedingt ausgespart bleiben!

Der Keil

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Bei der Herstellung des Keils kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Von besonders schönen Abfallstücken kann ich mich nur schwer trennen – die landen dann immer in meiner Fundgrube und ich freue mich, wenn ich ab und zu daraus mal wieder einen Holzgriff, Schubladenknopf oder wie in diesem Fall einen Keil herstellen kann. Die Natur liefert das schönste Design!

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In meinen Augen wird ein Werkstück, auch wenn es nur ein Hobel ist, durch solche Details stark aufgewertet!

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Herstellen der Hobelsohle

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Zunächst wird auch die Hobelsohle mit 3mm Dübeln am Hobelkörper fixiert. Dabei ist darauf zu achten, dass der Faserverlauf in Richtung Hobelende zeigt. Somit verringert man die Reibung und der Hobel läuft später besser.
Durch den Hobelkasten zeichnet man sich das auzustemmende Hobelmaul mit Bleistift auf der Sohle an. Danach bohrt man in der Mitte des Hobelmauls eine Reihe 3mm Löcher. Das erleichtert das Ausstemmen. Achtung eine Reihe in der Mitte genügt – das auf dem Bild war schon beinahe zuviel – ich hätte die Sohle um ein Haar ein 2. Mal anfertigen müssen!

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Nun beginnt man mit dem Ausstemmen. Hierzu baut man sich einen Hilfskeil mit 45°, einem Stück Schleifpapier auf den Boden geklebt und schon kann man mit einer Schraubzwinge diese Werkstatthilfe einsetzen.

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Mit einem schmalen Stechbeitel 6mm oder 9mm stemmt man nun von beiden Seiten im 45° Winkel aus. Ist das Hobelmaul grob ausgestemmt, verleimt man die Hobelsohle mit dem Hobelkörper. Vor dem Verleimen, richtet man die Unterseite des Hobelkörpers auf der Abrichte oder mit einem Handhobel noch plan ab.

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Nach dem Verleimen, sticht man das Hobelmaul durch den Hobelkasten sauber mit dem Stemmeisen aus. Danach feilt man das Maul mit einer feinen Eisenfeile sauber im rechten Winkel.

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Die Öffnung wird so groß gefeilt, bis das eingeschobene Hobelmesser nur noch an der untersten Kante der Sohle anstößt.

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Den Hobel in Form bringen

Gewünschte Form aufzeichnen und mit der Bandsäge ausschneiden. Beachten muss man eigentlich nur 2 Dinge dabei:

  1. Den Hobelkasten sollte man auf jeden Fall so tief ausschneiden, dass das Hobeleisen von oben frei zugänglich ist. Zum Justieren ist es notwendig, dass man das Eisen mit einem Metallhammer gut erreicht.
  2. Über dem Zapfenloch des Keilwiderlagers sollte auf jeden Fall noch 1,5 cm Holz stehen bleiben. Die Kräfte des eingeschlagenen Keils wirken nach oben – das Holz könnte an dieser Stelle sonst ausreißen.

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Danach kann man die Hobelsohle auf einem langen Stück Schleifpapier (Körnung 220) abrichten. Dazu spannt man ein Stück mit der Schraubzwinge auf dem Abrichttisch fest und zieht den Hobel so lange darüber, bis das Messer nicht mehr an der Sohle hängen bleibt und ein schmaler Schlitz entsteht, durch den später der feine Spahn geschoben wird. Hobelmesser vorher entfernen!!!

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Das Finish

Ganz zum Schluss gestaltet man noch die Oberfläche des Krenov Hobels. Ideales Werkzeug dafür sind Taschenhobel, Schweifhobel, Schnitzmesser, feine Feilen oder (Charles bitte wegsehen!) eine Schleifwalze.

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Was nun noch fehlt ist das Hobeleisenschleifen. Da sich hier die Geister der Holzwerkergemeinde scheiden und jeder seine Technik für die absolut Beste hält, werde ich darauf jetzt nicht näher eingehen 😉

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Das war’s! Der Hobel ist fertig.

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Aber Vorsicht: Hobelbau macht süchtig!

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Hobelbaukurs in Niederalteich (November 2013)

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Ein paar Tage wieder mal weg von der Arbeit… auch mal 3 Tage Auszeit von der Familie und dem gewohnten Umfeld. Sich seinem Hobby zum 100% widmen.. ja besser noch… hingeben und dabei absolut abschalten können. Einen geeigneteren Ort als das Benediktinerkloster Niederalteich kann ich mir nicht mehr vorstellen. Der Ort, die meditative Atmosphäre zwingt einen zur inneren Ruhe auch wenn man keiner Konfession angehört.

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2012 im Kurs, hatte ich zum ersten Mal einen Krenov Hobel in der Hand. Er gehörte dem Kursleiter Charles Beresford. Ich fragte ihn damals ob er mir auch einen bauen könnte: „Bau dir selbst einen – für 2013 habe ich einen Kurs geplant – da hast du mehr davon!“ Charles hatte Recht – ich habe mehr davon. Inzwischen 3 Wochen nach dem Kurs, habe ich 2 Krenov Hobel und ein Dritter ist in Planung. Möbelbau ist super schön aber ab und zu einen Hobel selbst zu bauen, bringt den puren Spaß.

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Der Kurs war wieder vom Feinsten. Die 10 Teilnehmer aus Holland, Österreich, Schweiz und Deutschland, verstanden sich ab der ersten Minute super und waren entweder mit dem eigenen Hobelbau beschäftigt oder miteinander am Fachsimpeln. Durch das Hochwasser wurde zwar die Holzwerkstatt zum Sanierungsfall (ich habe darüber berichtet), aber das Benediktinerkloster hat als Ausweichquartier die alte Klosterschreinerei zur Verfügung gestellt. Die Firma Dictum versuchte alles um diesen Notbetrieb so angenehm wie möglich zu machen.

Charles

Charles Beresford tat das Übrige, um die 3 Tage zum vollen Erfolg werden zu lassen. Er ist ein begnadeter Kunsttischler und versucht sein ganzen Wissen und seine Erfahrung an die Teilnehmer weiterzugeben. Mit Lob hält er sich sehr zurück bzw. sagen wir mal so… er findet immer noch einen Ansatz, wie man mit dem Werkstoff Holz noch besser umgehen kann!
Wer ihm zuhört und umsetzt was er sagt, der profitiert. Seine Regeln, die er versucht mitzugeben, prägen sich ein und ich rufe sie inzwischen wie selbstverständlich an meiner Werkbank ab. Sein vordringlichstes Ziel ist nicht, den Teilnehmern einen Hocker, Stuhl oder Hobel mit nach Hause zu geben… sondern einen Spirit zu vermitteln, der dem von James Krenov (“The Fine Art Of Cabinetmaking”) sehr nahe kommt.  Es macht Freude mit Ihm ein paar Tage schreinern zu dürfen. Ich werde die Gelegenheiten weiter konsequent nutzen.

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Die Natur liefert das Design


Die Natur gestaltet oft Schönheit, die man bei flüchtiger Betrachtung übersieht oder sogar im ersten Moment als störend empfindet.

In der Holzwerkstatt findet man oft solche Kuriositäten. Madengänge oder Wurmlöcher, eingewachsene Äste, Pilzbefall und Naturkanten landen in den meisten Fällen in der Brennholzkiste. Ich halte sie für wunderschöne Designelemente. Der beste Tischler ist die Natur, wenn man sie lässt.

Gezinkter Hocker 2Maden haben das Birkenholz unter der Rinde bearbeitet. Der Hocker würde seinen Charme verlieren, wenn man das Brett besäumt und die Naturkante entfernt.

Gezinkter Hocker 1

Den nachfolgenden Tisch aus Nussbaum habe ich für Freunde gemacht. Sie wollten einen Couchtisch aus dunklem Holz. 80 cm x 80 cm und mit geraden Tischbeinen. Als ich bei meinem Holzhändler die wunderbaren Nussbaumbohlen ausgesucht hatte, wollte mir der Zuschnitt nicht wie bestellt gelingen…. ich gehöre aber immer noch zu ihren Freunden.

Couchtisch Nussbaum 021 Couchtisch Nussbaum 030

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Für Kinder und Jugendliche in Bayern – kein verschenktes Wochenende!

Die Firma für die ich arbeite veranstaltet seit zwei Jahren kurz vor Weihnachten einen kleinen Weihnachtsmarkt. Die Mitarbeiter sind eingeladen sich aktiv daran zu beteiligen. Selbst Gebackenes oder Gebasteltes wird verkauft. Der Erlös aus dem Verkauf geht zu 100% an die Stiftung für Kinder und Jugendliche in Bayern. Vergangenes Wochenende war deshalb Weihnachtsschreinern bei mir angesagt. Eine schöne Gelegenheit, wie ich finde, um Holzreste (von denen sich ein Holzwerker nur ungern trennt) sinnvoll zu verwerten.

Kerzenständer

Aus Ahorn, Akazie und Nussbaum habe ich Kerzenleuchter gebaut. Wie, muss ich hier nicht beschreiben – Veronika Zenz hat in Ihrem Blog bereits 2012 eine schöne Anleitung eingestellt. Die möglichen Variationen sind beliebig. Das Bauen hat mir Spaß gemacht. Die Kollegin, die einen kauft freut sich. Und bedürftige Kinder und Jugendliche in Bayern profitieren davon. Also ein perfektes Holzwerkerwochenende

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Die „Dictum Kurswerkstatt“… leider auch ein Hochwasseropfer

BildVor zwei Tagen stand ich wieder hier – vor der Kurswerkstatt von Dictum in Niederalteich. Jedoch musss ich gestehen, dass es mir etwas die Sprache verschlagen hatte. Anfang Juni 2013 stand das Donauhochwasser in der Kurswerkstatt bis zu den Fensterbrettern. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt gerade mal zwei Jahre alt. Von außen macht sie noch einen ganz passablen Eindruck. Wirft man jedoch einen Blick in das Innere sieht man das ganze Ausmaß, was die Hochwasserkatastrophe in dem wunderbaren Gebäude angerichtet hat. Der Neubau musste entkernt werden.

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Kann man nur hoffen, dass die Renovierungsarbeiten bald ein Ende haben und die Dictum-Kurse wieder in den alten neuen Räumlichkeiten abgehalten werden können.

Die Kursräumlichkeiten vor dem Hochwasser:

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Arbeitsböcke aus Holz

Viele Jahre schon, habe ich meine Metallböcke im Einsatz. Viele Jahre schon, hab ich mich über sie geärgert. Seit Jahren ziehe ich Lederhandschuhe an, wenn ich die Böcke zusammenklappe. Meine Finger waren oft genug dazwischen.

Eigentlich haben Arbeitsböcke aus Metall in einer Holzwerkstatt nichts verlohren.

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Im Urlaub hatte ich ein wunderbares Buch von James Krenov gelesen „The Fine Art Of Cabinetmaking“. Auf einem Bild in seiner Holzwerkstatt, waren Arbeitsböcke aus Holz zu sehen, die er sich mit Sicherheit gebaut und nicht gekauft hatte. An so einem verregneten Sonntag wie heute, war das genau der richtige Zeitvertreib um 2 große und 2 kleine Arbeitsböcke zu bauen.

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Die Holzböcke nehmen in meinen Augen auch nicht mehr Platz ein, als die zusammengelegten Metallböcke.

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Meine Hobelbank hat eine Arbeitshöhe von 84 cm. Die großen Böcke sollten die gleiche Höhe haben und 60 cm breit sein. Das hat den Vorteil, dass man die Hobelbank als weitere Auflagefläche mit der gleichen Arbeitshöhe einbeziehen kann.

Ich hatte ein paar kurze Erlenbretter 32mm stark, die mir kürzlich  übrig geblieben sind. Schnell waren daraus 7 cm breite Riegel geschnitten, die ich auf 28mm gehobelt habe. Für das obere Auflagebrett habe ich Buchenreste verwendet.

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Die Auflage aus Buche hat eine Höhe von 5,5 cm. Ich habe die Träger deshalb 4 cm eingesägt und anschließend ausgestemmt, damit der Buchenriegel 1,5 cm übersteht.

Wichtig: Dieser Buchenriegel wird nicht eingeleimt sondern von jeder Seite mit einer Schraube fixiert. So kann man später ganz einfach die obere Auflagefläche auswechseln, wenn sie mit den Jahren deutliche Arbeitsspuren aufweist.

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Mit 10mm Dominodübeln werden die einzelnen Riegel dann zusammengeleimt.

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Am Ende des Tages kann man die Metallböcke aus seiner Wolzwerkstatt verbannen.

Und hier die Beschreibung für einen Arbeitsbockaufsatz für die Sägebank.

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