„Seekarblick“ der Sechste

Ein Fenster besteht ja leider nicht nur aus einem Fensterstock und einer Fensterlaibung… es hat in der Regel auch mindestens einen Fensterflügel, der meist auch geöffnet können werden soll. Ein Fensterflügel – einfach betrachtet – besteht nur aus ein paar „massiveren Latten“ . Diese „Latten“ hatten es aber in sich.

Ich traue es mir beinahe gar nicht schreiben, aber. … ich hab erst wieder an einem Probestück (Erle) geübt. Und das vorherige Üben, hat sich (schon) wieder gelohnt.
Trotz Üben habe ich mich 1 x verschnitten. Falze haben den Teufel gesehen. Man lernt dabei aber was. Ich will nicht behaupten fürs Leben, …. aber für die Werkstatt.

Nach der Erle folgte die Eiche. Mit dem Holzpreis im Hinterkopf, steigt auch der Druck, dass kein Mist am Ende herauskommt.

Meine Liebe zum Anreißen mit den Streichmaß oder dem Anreißmesser ist in den vergangen Jahren stetig großer geworden. Den Bleistift verwende ich nur noch bei groben Arbeiten. Ein feiner Schnitt ist unumstritten um ein vielfaches genauer als ein Bleistiftstrich. Probleme habe ich aber den feinen Schnitt im großporigen Holz (wie Eiche) zu erkennen. Sehr hilfreich ist dann farbiges Tapetenband.

Die äußeren Fensterrahmen waren dann fertig und ich mit dem Ergebnis auch zufrieden.

Die Sprossen

Ursprünglich war meine Idee, dass jedes Fenster 2 Sprossen erhalten sollte. Ich vertrat die Meinung, kleinere Scheibenflächen sehen besser aus und eine Sprosse mehr gäbe dem Fenster auch mehr Stabilität. Nach dem Bau des ersten Fensterflügels änderte ich meine Meinung und der 2. Flügel bekam deshalb nur noch eine Sprosse.
Da die Fenster in der Hütte später nicht nebeneinander bzw. im gleichen Raum eingesetzt werden, fällt es nicht auf, dass die Bauweise unterschiedlich ist. Das Fenster mit 2 Sprossen wird im Schlafraum eingebaut und das in meinen Augen optisch schönere Fenster (mit nur einer Sprosse), wird in der Stube eingebaut.

Die Sprossen haben eine Breite von 35 mm. Das Stemmen der Zapfenlöcher per Hand war schon sehr zeitaufwendig. Bei der 2. Sprosse hab ich mal getestet ob man mit der Domino Dübelfräse die Zapfenlöcher nicht vor-bohren könnte. Mit der breitesten Einstellung und einem 10 mm Bohrer schafft man eine Breite von ca. 33 mm. Ab der 2. Sprosse hab ich die Zapfen dann lediglich ein wenig abgesetzt und die Kanten mit Schleifpapier und Raspel abgerundet. Alle Einzelteile wurden final mit der Hand gehobelt und danach die Fensterflügel verleimt.

Das war aber noch nicht alles. Die Fensterflügel fallen im Stock in einen Falz. Somit musste jeder Flügel mit dem passenden „Gegenfalz“ versehen werden. Für diese Aktion lohnt es sich die Tischfräse aufzubauen. Wichtig: Man fräst auch Querholz bei einem Rahmen. Somit unbedingt ein Opferholz am Werkstückende anbringen. (Siehe 1. Bild unten.) Würde man das nicht machen, sähe der Rahmen aus wie das Opferholz. (Siehe 2. Bild unten.)

Mit der Tischfräse wurden so die passenden Falze gefräst und auf der Innenseite der Fenster noch eine Fase im 45° Winkel.
Die neuen Fensterflügel sehen nun identisch aus wie das Original aus dem Jahr 1931. Nur eben ein ordentliches Stück größer und sie schlagen exakt in den Fensterstock.

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10 Antworten zu „Seekarblick“ der Sechste

  1. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,
    das sieht gut aus, da macht das Zuschauen Spaß, schöne Arbeit!
    Zu den Zapfenlöchern, was spricht gegen einen Oberfräse um das erste grobe Material wegzunehmen?
    Grüße
    Christoph

    • Volker schreibt:

      Hallo Christoph,
      herzlichen Dank!
      Was gegen eine Oberfräse spricht? Hmmmm…… Vom Grundsatz her nichts, aber man benötigt schon eine saubere Führung bzw Schablone, sonst bleibt es nicht bei der angezeichnet en Größe.
      Die Domino hat halt einen exakten Anschlag. Und man kann von beiden Seiten das Dübel Loch fräsen und beide Löcher treffen sich auch an der richtigen Stelle. So konnte ich 45 mm problemlos durchfräsen.
      Gruß
      Volker

  2. Mario Zimmermann schreibt:

    Hallo Volker,
    sehr schön, klasse gemacht, Glückwunsch!
    Der Trick mit dem Tapetenband ist auch gut. Ich verwende dafür immer Schulkreide, die ich in den Riss einreibe, funktioniert auch sehr gut.
    Viele Grüße,
    Mario

  3. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    schöne Lernkurve. Wünsche gute Maßhaltigkeit aller Teile. Wie bist Du mit dem Titebond III zufrieden? Wie tief schneidest Du mit dem Anreissmesser? Mit einer stumpferen (Winkel) Klinge könnte man den Anriss etwas verbreitern. Für solche Arbeiten haben sich bei mir unterschiedliche Klingenstärken und Fasenwinkel bei den Anreissmessern in der Werkstatt eingefunden.
    Es ist eine sehr anschauliche Dokumentation, die sich mit dem Fortgang erklärt. Bin mal auf den Endzustand gespannt. Bis dahin viel Plaisir mit den Flügeln!

    herzliche Grüße

    Uwe

    • Volker schreibt:

      Hallo Uwe,
      den Titebond III nehme ich, wenn ich stressfrei leimen muss/will. Er zieht halt deutlich später an.
      Ich habe auch den Eindruck dass deutlich weniger Leim aus der Leim-Fuge gepresst wird. Bei den Fenstern habe ich so gut wie nichts naträglich säubern müssen. Ich denke das liegt daran, dass der Leim viel flüssiger ist als seine roten und blauen Geschwister.
      Für größere Aktionen bzw. Flächen werde ich ihn nun immer verwenden.
      Wie tief ich anreiße? Sorry kann ich nicht sagen. Werde ich auch bestimmt nicht messen….. Wüsste auch nicht wie … bin ich zu doof😎 Das blaue Klebeband hat kein größeres Vermögen gekostet. Ich glaube unter 3 € für 50 Meter. Vermutlich reicht es die nächsten 5 oder 10 Jahre. Ich sehe den Anriss echt gut auf der Farbe und für mich ist das eine wirkliche Erleichterung. Ich gebe dir aber Recht, viele Wege gibt es auf unserer Reise und egal ob Kreide, verschiedene Klingenbreiten oder blaues Band… Hauptsache sie führen ans Ziel.
      Ich finde es aber toll, dass nun schon 3 Lösungen wegen meinem Beitrag hier präsentiert worden sind.
      Liebe Grüße
      Volker

  4. Volker Braun schreibt:

    Hallo Volker,
    das bisherige Ergebnis beeindruckt mich, eine großartige handwerkliche Leistung!
    Ich lese Deinen Blog seit geraumer Zeit und möchte deshalb jetzt auch ein generelles Lob ausprechen.

    Die Beiträge sind spitze fotografiert und in Szene gesetzt, Deine humorvolle und unterhaltsame Art macht das Lesen wirklich zum Vergnügen, vielen Dank dafür!
    Ich habe einiges gelernt und bin auf neue Ideen gekommen. Leider weckt das Lesen der Beiträge auch Begehrlichkeiten im Bezug auf neues Werkzeug, aber auch hier schließt sich nach einer Investition wieder neue Freude an ;-).

    mit der Hoffnung auf viele weitere Projekte und vielen Grüßen
    Volker

    • Volker schreibt:

      Hallo Volker,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar und natürlich auch für das ausgesprochene Lob.
      Im Durchschnitt verlaufen sich täglich so zwischen 120 und 150 Leser auf meine Seiten. Ich freue mich über jeden, der dann auch mal seinen inneren Schweinehund überwindet und ein paar Worte hinterlässt.
      Das ist ja das, was am Bloggen Spaß macht – dass auch ab und zu mal etwas zurückgegeben wird.
      Deshalb nochmal…. vielen Dank!
      Viele Grüße
      Volker

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