Viel Arbeit mit dem Werkzeugkasterl

20170508 055

Schon eine ganze Weile habe ich mit dem Bau eines Werkzeigkasterls für meine Hobel geliebäugelt. Ich hätte es aber nie für möglich gehalten, wie viel Arbeit der Bau so eines kleinen Hobelschränkchens nach sich zieht! Warum ist das so?

Ein 100%iges Eigennutzprojekt kämpft mühsam gegen die Konkurrenz in der hausinternen Prioritätenliste. Da heißt es, die Gunst  der Stunde nutzen, wenn die Familienmitglieder einen Projektabschluss nicht sofort registriert haben und unverzüglich mit dem Bau beginnen. Nur so ist es mir gelungen, dieses Vorhaben „einen Schrank für meine Hobel“, umzusetzen. Im Entfernten ähnelt diese Vorgehensweise einer Hausbesetzung – nur dass es sich um meine Werkstatt bzw. meinem handwerklichen Geschick handelt.
Wenn ich mal mein Buch geschrieben haben, „Der alte Mann und das Holz“, findet Ihr solche Tipps im Kapitel „Strategien eines Holzwerkers“.
Aber ich schweife wieder zu sehr vom Thema ab…

Ich habe also unverzüglich mit dem Bau begonnen und der Korpus, also das Äußere meines Hobelschrankes war bald fertig. Das Innenleben kann ich aber erst dann machen, wenn der Schrank an der Wand hängt. Koffertüren wirken sich beim Öffnen nicht unbedingt positiv auf die Balance eines provisorisch abgestellten Möbels aus. Bevor es mir den Kasten, mit einer spektakulären Rolle vorwärts, von den Böcken haut, hänge ich ihn lieber auf. Ein geeigneter Platz dafür, ist auch schon gefunden. Da soll er hin….

Solche Arbeiten liebe ich – „Werkstattwandoptimierungen“! In diesem Moment der hilflosen Betrachtung, fragt man sich…. „brauchst du wirklich einen Schrank für die Hobel?“ Für all das, muss ein neuer Platz gefunden werden.

Wenn man schon in den sauren Apfel beißen muss, dann kann man es auch gleich vernünftig machen. Frei Wandfläche in der Werkstatt, sind ein kostbares Gut. Ein Schraubzwingenwagen schafft Platz und ich hab die Zwingen dort, wo ich sie brauche bzw. dort, wo sie nicht im Weg umgehen. Den Wagen hab ich aus Esche gebaut.

Das war schon beinahe die halbe Miete.

Wohin mit den Schrauben? Die, die ich häufig brauche, müssen in meine Schleifecke mit umziehen. Für dort musste kurzfristig ein Regal gebaut werden.

Für die kleine Holzwerkernachschlagebibliothek wurde auch ein neues Plätzchen gefunden.

Die ganze Arbeit….. hatte ich nur einem kleinen Hobelschränkchen zu verdanken.

 

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6 Antworten zu Viel Arbeit mit dem Werkzeugkasterl

  1. rainerspeer schreibt:

    Ja, so ist das: vom hundertstel ins tausendstel. An meinen Wänden ist inzwischen auch kein freierPlatz mehr. Jetzt kann ich wenigstens nichts mehr kaufen. Obwohl: ich bräuchte da noch…..

  2. uwe.adler schreibt:

    Hallo Ihr Beiden,
    so lasst mich als Dritter in Euren Chor mitsingen. Bevor was Neues reinkommt, muß was Altes raus. Ich habe da noch einige Japansägen die Platz für meine neue Säge machen könnten …!?
    Ich bin aber zudem auch noch sehr auf den neuen Schrank, für Hobel, gespannt. Mal schauen, wann meine Neugierde befriedigt wird.
    Liebe Grüße
    Uwe

    • Volker schreibt:

      Hallo Uwe,
      mit dem Raus, bevor wieder Rein, hast Du vom Prinzip her schon Recht. Ich trenne mich inzwischen auch schon leichter von dem einen oder dem anderen Teil. Ich gebe aber auch zu, dass ich mich in einem Fall schon mal von etwas falschem getrennt habe. Der Maschine weine ich heute noch hinterher. Hilft aber nicht.
      Bezüglich deiner Neugierde: Gut Ding will Weile haben….. und Zeit und Lust, dass ich mich vor den PC setze.
      Ich denke noch 8 bis 10 Blogbeiträge bis zum Finale :-))))))) Ok – das war jetzt ein übler Scherz 😉
      Liebe Grüße
      Volker

  3. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,
    eine Werkstatt ist nie wirklich fertig, es gibt immer Optimierungsmöglichkeiten und Kompromisse, das wollte ich früher nie so recht glauben.
    Man muss sich selbst etwas Disziplin auferlegen, dann klappt es mit der Inflation an Werkzeug ganz gut. Aber so eine kleine Bandsäge dürfte sich noch zu mir gesellen,… 🙂
    Für das erste Bild hast du aber bestimmt extra aufgeräumt und gesaugt, bitte sage mir das es so ist. Nicht das es immer so aussieht, da würde ich ja ein schlechtes Gewissen bekommen.
    Grüße
    Christoph

    • Volker schreibt:

      Hallo Christoph,
      früher in meiner alten Werkstatt herrschte das kaos. Da wurde alles immer nur reingestellt bzw alles auf den Werkbänken abgelegt.
      Als ich mir meine neue Werkstatt gebaut hatte, hab ich mir etwas Disziplin auferlegt 😉
      Am Montag abend endet mein Wochenende. Und jeden Montag abend bevor ich das Licht in der Werkstatt lösche, wird das Werkzeug aufgeräumt und die Werkstatt gefegt. Diese 10 Minuten sind inzwischen ein Ritual und ich freue mich jeden Montag abend wieder auf den kommenden Samstag, wenn ich eine saubere Werkstatt vor finde.
      Und das funktioniert inzwischen seit 7 Jahren wunderbar.
      Mit deinem Gewissen musst du jetzt selbst klar kommen. 🙂
      Viele Grüße
      Volker

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