Kein Domino-Day

Im Herbst 2005 habe ich mir die Domino-Fräse DF 500 Q gekauft. Ich gebe offen zu, ich bin ein absoluter Fan von dieser Maschine und dieser Technik. Ich glaube dass diese Maschine einen großen Teil dazu beigetragen hat, dass ich dieses Hobby so exzessiv betreibe. Durch ihre Vielseitigkeit und Genauigkeit, hat sie mir Erfolgserlebnisse in der Holzbearbeitung zu Teil werden lassen, die mir Ansporn für neue und größere Herausforderungen waren.

Gestern war kein guter Domino-Day! Gestern hat sie mich zum ersten Mal im stich gelassen! Mitten unter der Arbeit fing sie plötzlich das Qualmen an und wurde heiß. Dann war der Domino-Day beendet und ich sauer.
Die Arbeiten an der Schreibtischplatte musste ich einstellen – an ein Weiterarbeiten ohne Domino-Fräse war nicht zu denken. Mir war sofort klar, es gibt nur zwei Möglichkeiten:
1. Maschine zu Festool einsenden und Kostenvoranschlag für die Reparatur abwarten – dauert bestimmt 2 bis 3 Wochen.
2. Neukauf am Montag – sehr teurer Spaß (ca. € 800,–) – aber ein baldiges Weiterarbeiten ist möglich.

Da ich hoffe, dass die Variante 1 mich doch etwas günstiger kommt, habe ich meinem Bruder (der auf den Schreibtisch wartet) mitgeteilt, dass ich eine mehrwöchige Schaffenspause einlegen werde und er sich gedulden muss. Ja, das Leben ist hart!

Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen. Der unfreiwillige Baustopp hat mich nicht in Ruhe gelassen. Bin ich der Sklave meiner Maschinen? Das kann doch nicht sein!
Ich erinnerte mich an das Buch von James Krenov, welches ich im Urlaub gelesen hatte – „The fine art of cabinetmaking“. Krenov baute Möbel mit einer Excellence, die ich vermutlich in 30 Jahren noch nicht erreichen werde. Krenov hatte aber keine Dominofräse! Er fügte Korpusteile entwerder mit Schwalbenschwanzverbindungen oder mit „blinder“ Holzverdübelung zusammen. Damit er die Löcher für die Holzdübel an beiden Brettseiten an der richtigen Stelle bohrt, fertigte er sich eine einfache Schablone mit Anschlag. Von dieser simplen Idee war ich im August schon begeistert. Ein Ersatz für den Festool-Bestseller war gefunden – ich nenne es Krenovtool!

Und so funktioniert das Krenovtool:

Womit wieder bewiesen wäre… Holzwerken und Improvisieren gehören fest zusammen!

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5 Antworten zu Kein Domino-Day

  1. tbreitkopf schreibt:

    Schönen guten Abend Volker,
    Meine alte These. Erst die Not macht erfinderisch. Mir ging’s am Wochende ja leider ähnlich. Ich hätte auch sehr gut eine Domino gebraucht, hatte aber keine.

    Deine Lösung gefällt mir aber auch gut – wenn ichs auch anders gelöst habe. Wie fängst du da Arbeiten des Holzes auf. Sind das Langlöcher?

    Staubige Grüße

    Tom

  2. slowwood schreibt:

    Hallo Tom,
    ich habe nur die Dübel eingeleimt. An den Seitenteilen ist kein Leim. Der Seitenriegel ist Hainbuche und die Platte Erle. Erle ist ja relativ weich – ich hoffe das reicht zum Arbeiten. Die Bohlen liegen auch schon ewig bei mir in der Werkstatt und sind gut trocken.
    Staubige Grüße
    Volker

  3. Dominik schreibt:

    Hallo Volker,
    danke für deinen wirklich interessanten und geistreichen Post! Ich fühl mich in letzter Zeit manchmal auch immer mehr „abhängig“ von meinen Maschinen. Aber ohne könnt ich die ganzen Projekte, die ich in den letzten drei Jahren (bis auf eines) angefertigt habe getrost vergessen. Deine Lösung gefällt mir gut! Ist das Buch von Krenov lesenswert??
    Schöne staubige Grüße,
    Dominik

  4. slowwood schreibt:

    Hallo Dominik,
    das Buch von Krenov ist Kult – unbedingt lesen!
    Gruß
    Volker

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