Mein Pferd

Ein Pferd sollte wissen wo es wohnt! 😉

Shaving Horse, Schnitzbank, Ziehbank, Schnitzpferd, Schneidesel, Hoanzlbank, Hoanzlbock, Schälbank….. hab ich einen Begriff vergessen? Bestimmt gibt es noch mehr!

Schälbank und Hoanzlbock kannte ich selbst noch nicht – diese Bezeichnungen sind mir im Internet über den Weg gelaufen. Alle anderen hab ich schon mal gehört. Man könnte sich nun die Frage stellen, warum hat die Ziehbank, so bezeichne ich dieses wunderbare Arbeitsgerät, so viele unterschiedliche Bezeichnungen? Mir fällt kein weiteres Werkzeug mit dieser Namensvielfalt ein. Aber bevor ich vor lauter Grübeln nicht mehr in die Werkstatt komme, nehme ich es einfach als gegeben hin: Das alte „Pferd“ hört auf viele Namen.

Ich hab nun auch ein neues „krasses Pferd“ mir gebaut… quasi ein Vorspiel für die „Königsdisziplin“ der Tischlerei – dem traditionellen Stuhlbau. Anregungen, Ideen und Pläne findet Mann (Frau auch!) dafür genügend im Internet. Herausgekommen ist mein Schneidesel… Schnitzbank… Hoanzlbock…. ach egal, Ihr wisst schon was ich meine.

Den Rahmen zu erstellen, ist eigentlich kein großes Problem. Das geht recht zügig. Etwas aufpassen muss man beim schrägen Ausstellen der Hinterbeine. Da schneidet man an der Innenseite der Beine einen schrägen Keil weg, den man dann auf die Außenseite der Beine wieder aufleimt. Klingt komisch…. ist aber so! Fragt doch mal die Maus 😉

Spätestens als ich dieses Bild gemacht habe, hätte ich auch die Maus fragen sollen. Etwas seltsam fand ich die Position des Lagers schon aber nach dem Motte wird schon passen, hab ich die Holzdübel eingeleimt. 😦

2 (ZWEI) Fehler!

  1. Fehler: Lager war gut 9 cm zu weit vorne – Grund: Plan war in Zoll, hab zwei umgerechnete Zahlen addiert und bei der zweiten Zahl statt mm mit cm gerechnet.
  2. Fehler: Die Dübel werden nicht eingeleimt, sondern nur durch die Seitenwangen und das Lager gesteckt. So steht es im Bauplan. Doof dass ich mir den Text vor dem Bau nie durchgelesen hatte. Gebrausanweisungen lesen – nö! Bilderanschauen reicht!…. eben nicht 😦

Was nun?
Bleibt nichts anderes übrig als sich kurz zu schütteln (an die Schipfwörter kann ich mich nicht mehr erinnern. Vorteil meines fortgeschrittenen Alters!), den Rahmen bzw. das eingeleimte Lager aufzusägen und das Lager neu zu bauen.

Mit einem schönen alten Fuchsschwanz ist das eine super Sache! 🙂
Danach anfertigen eines neuen Lagers. Das geht flott, schließlich baut man so ein Lager nicht zum ersten Mal.

Sitzt dann (nach dem 2. Versuch) das Lager um 9 cm weiter vorne, hat man deutlich mehr Platz für den verstellbaren Arbeitstisch und deren Arretierung. Den Arbeitstisch hab ich mit Leder belegt.

An der Stelle möchte ich den Hinweis geben, dass Lederreste oft eine tolle bzw. hilfreiche Verwendung in der Werkstatt finden. Für ein paar € bekommt man an den bekannten Marktplätzen eine ganze Schachtel voll. Oder man ist in der glücklichen Situation und hat noch einen Schuster oder eine Sattlerei bei sich ums Eck.

Dem von mir angestrebten Stuhlbau bin ich während der Erstellung der Sitzfläche schon ganz nahe. Die Vorfreude auf das was kommen wird, steigert sich. Zu erahnen ist die Fülle von Varianten der Formgestaltung. Klar ist mir, dass „Buchführung“ über Anrisslinien und Aufteilung der Flächen ein Muss ist. Duplikate der selben Form herzustellen, erscheint mir ansonsten wenig aussichtsreich.

Der letzte Arbeitsschritt ist das Bauen des Klemmbügels. Die Breite des Bügels überschreitet die Länge der im Baumarkt erhältlichen Schlossschrauben. Einfache Lösung des Problems, war die Verwendung einer Gewindestange, die bestens als Achse der beweglichen Teile geeignet ist.

Die fertige Hoanzlbank… Schnitzbank…. Ziehbank…. etc.

 

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9 Antworten zu Mein Pferd

  1. danielhennemann schreibt:

    Krasses Pferd!

  2. Uwe Müller schreibt:

    Ich hoffe du kannst es zähmen! 😉

  3. Wolfgang schreibt:

    Wirklich schön geworden das Pferd, steht ab sofort auch auf meiner Liste

  4. Rudy Everts schreibt:

    Sehr schön geworden, Volker. Ich freue mich auf deine Stühle!

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