Wie man eine zerrüttete Werkstattbeziehung therapiert

Ich glaube es ist ganz normal, dass man manche Dinge mehr mag und andere weniger. Das begleitet einen das ganze Leben. Ob es Mensch oder Tier ist, Essen, Gerüche, Kleidung… ganz egal – alles eben. Manches mag man mehr, das Andere eben weniger! Und diesem Mehr oder Weniger kann man sogar beim Hobby nicht aus dem Weg gehen. In meiner Werkstatt mache ich manche Arbeiten lieber als andere. Ich verwende lieber Nussbaum, Ahorn, Eiche, Hainbuche und Birke. Ich meide Akazie, Fichte, Kiefer und Lärche. Jeder Holzwerker hat bestimmt ein Lieblingswerkzeug, ja vielleicht sogar einen Lieblingshobel oder Lieblingsbeitel. Und jeder hat sicherlich auch Werkzeug oder Maschinen, die er nicht mag. Also ich hab so eine Maschine, die in meiner Werkstatt wohnt und mit der ich nicht gut befreundet bin. Ja es gibt sogar Tage da grüßen wir uns nicht einmal, wenn wir uns über den Weg laufen. Ich ignoriere sie und sie ignoriert vermutlich auch mich. Jeder duldet den anderen…. mehr nicht. Sie schreit mich immer laut an, wenn ich sie anschalte. Und schon oft habe ich sie laut angeschriene, nachdem ich sie wieder abgestellt hatte. Wir pflegen sozusagen eine zerrüttete Werkstattbeziehung miteinander.
Zerrüttete Beziehungen gehen nicht gut auf Dauer. Da gibt es nur zwei Möglichkeiten: Man trennt sich oder versucht gemeinsam einen Neubeginn. Unser Therapeut hat uns zu einem Neubeginn geraten. Wir sollen die unschönen Erlebnisse aufarbeiten, sie als wertvolle Erfahrungen sehen und nicht als Fehlschläge abstempeln! Der Therapeut, er ist zufälligerweise mein Werkzeughändler, hat uns geraten, wenn wir uns Näherkommen wollen und es soll so richtig Funken zwischen uns, dann sollten wir ruhig auch mal zu Hilfsmitteln greifen. Da müssen wir uns nicht schämen, das machen andere auch. Und soll ich Euch was sagen – das mit dem Hilfsmittel stimmt wirklich. Setzt man es zum richtigen Zeitpunkt dosiert ein, bleibt einem der Höhepunkt in der Werkstatt nicht länger verwehrt. Und deshalb mögen wir uns seit ein paar Tagen wieder… meine Oberfräse und ich!

20131231 072Das Wundermittel heist MFS 400 oder MFS 700 und man bekommt es rezeptfrei beim Festool-Händler. Den Höhepunkt den man damit erreicht, ist eine absolut präziese Führung beim Fräsen. Die Schablone ist einfach zu verstellen. Ist die Schablone zu klein, lässt sich mit ihrer Hilfe auch ganz schnell eine Schablone in gewünschter Größe aus einer MDF-Platte (10mm) fräsen. Oder man besorgt sich die Verlängerungsschienen von Festool, wenn man diese Investition nicht scheut.

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4 Antworten zu Wie man eine zerrüttete Werkstattbeziehung therapiert

  1. Dominik schreibt:

    Hallo Volker,
    du sprichst mit deinen Beiträgen einem zum Teil wirklich aus der Seele. Dein Schreibstil ist spannend und schön zu lesen.
    Die Schwarz-weiß-Bilder passen sehr gut zu dem Projekt. Das inspiriert sehr!
    Schönen Gruß und viel Spass mit der hoffentlich verbesserten Beziehung zu der Maschine.
    Dominik

  2. Andi schreibt:

    Vielen Dank für den sehr gut geschriebenen Artikel. Ich wünsche euch Beiden alles Gute.

    Gruß Andi

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