„Seekarblick“ der Zweite

Nach meiner langen Projekteinleitung (vorheriger Beitrag), widme ich mich heute gleich dem richtigen „Fensterln„. Nein, falsch – eigentlich eher dem „Probefensterln„.
Da mir das „Fensterln“ bisher vollkommen fremd war, hab ich mich entschlossen, erst mit einfachen Holz (Erle) zu üben, bevor ich mich an die edlen Teile (Eiche) heranwage.
Ich nehme mal gleich das Fazit vorweg:
Das „Probefensterln“ hat sich auf jeden Fall gelohnt!

Für die 70 mm Eichenbohle (0,114 cbm) hab ich ca 240 € bezahlt. In meinem Schuppen liegt ein ganzer cbm Erle für die ich insgesamt nur ca. 350 € bezahlt habe. Die Eichenbohle ist für beide Fenster knapp bemessen. Bevor ich mich bei der verschneide, nehme ich erst ein Stück Opferholz und übe jede für mich ungewöhnliche Holzverbindung.

Aber was ist eine „für mich ungewöhnliche Holzverbindung“? Das erste Mal hab ich mich bereits bei dem einfachen Falz verschnitten. Die Sägeblattbreite (3 mm) mal kurz ignoriert und schon ist der Abfall größer als kalkuliert. Das ist mir aber nach dem Schnitt sofort aufgefallen!!!

Schlitz- und Zapfen-Verbindung in Kombination mit einem Falz ist auch ein netter Hinterhalt für die Holzwerkerüberheblichkeit. Der Schlitz ist schnell gestemmt. Der Zapfen schnell gesägt bzw. versägt.
Das Gute daran ist: Man merkt es auch sofort!

So nun ist aber genug mit albern. Jetzt machen wir mal was für die persönliche Lernkurve.

Ordentlich überlegt und visualisiert und schon treffen sich 2 unterschiedliche Falze mit einer Schlitz- und Zapfen-Verbindung im rechten Winkel sauber, wie es sein muss.
Stolz habe ich nun meine Holzverbindung mit der Originalverbindung aus dem Jahre 1931 verglichen.

Leider bin ich kein Restaurator, sonst könnte ich jetzt behaupten meine erste Lösung war ja bereits richtig 🙂

Auf dem ersten Bild gut zu sehen, der Größenunterschied von Alt zu Neu. Die angefertigten Rahmenteile nutze ich nun als „story stick“ – altmodisch auch Vorlage genannt. Übrigens bei meiner Schlitz-, Zapfen- mit unterschiedlichen Falz-Verbindung, waren mir 3 Streichmaße eine echte Hilfe. Wenn man nach jedem Anreißen das Maß neu einstellen müsste, wäre die mögliche Fehlerquelle um ein Vielfaches größer.

Am Ende des Tages und mit einer guten Portion Erfahrungsschatz mehr im Rucksack, wage ich mich nun an die gute deutsche Eiche ran.

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2 Antworten zu „Seekarblick“ der Zweite

  1. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,

    ich musste schmunzeln, Handwerkerüberheblichkeit. Die braucht man doch auch, sonst wagt man sich an so ein Projekt nicht heran. Ich bin mir aber sehr sicher, dass du das schaffen wirst.

    Eine spannende Aufgabe. Viel Spaß, ich bin gespannt wie es weiter geht.

    Grüße
    Christoph

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