Eine Küche von VOLKEA

Wie viele Tupper-Parties wird sie wohl aushalten bevor es sie zerreißt?
Ich mach mir Sorgen um meine Küche! Hat das erste bunte Kunststoffschälchen eine Küchenschublade erobert, dauert es nicht lange und die großzügig geplanten Schränke sind voll mit dem Zeug.

Die erste Party

Die erste Party hat sie hinter sich gebracht

Sieht man es so, hätte ich die Hohlräume gleich mit Montageschaum ausspritzen können. Nein, Tupper ist viel schlimmer als Montageschaum – es wird gesammelt… nein.. gehortet von den Frauen. Sie besitzen jede Größe, Farbe und Form egal ob man sie braucht oder nicht.
Was für die moderne Frau die Tupper Schüssel in der Küche, ist für den ambitionierten Holzwerker der Hobel in der Hobbywerkstatt. Er besitzt ihn in jeder Größe, Farbe und Form – egal ob er ihn br…… – Um Gottes Willen was schreibe ich da???!!!
Kommen wir nun zum eigentlichen Thema: Die Küche ist fertig! Nein eigentlich noch nicht, aber ich habe mich mit ein paar Pannen und vermeidbaren Nacharbeiten so arrangiert, dass ich den Küchenauftrag als erledigt betrachte und meine Holzwerkergedanken bereits in einem neuen Projekt schwelgen.
Das Montagewochenende hatte es auf jeden Fall in sich. Um es gleich vorweg zu nehmen… das Wechselbad der Gefühle wäre mir erspart geblieben, wenn ich bei der Vorbereitung etwas gründlicher vorgegangen wäre. Also selbst schuld!

Was hat sich ereignet und warum gönne ich mir nun noch ein wenig Nacharbeit?

Den Samstag (1. Montagetag) konnte ich entspannt angehen. Meine Tochter hatte sich bereits früh morgens mit Freunden verabredet. Die alte Küche musste abgebaut, danach die Wände noch frisch gestrichen werden.

Diese Küche (eine alte Schwedin) galt es zu verschönern

Somit hatte ich gut bis Mittag Zeit das notwendige Werkzeug vorzubereiten. Zum Glück hatte meine Tochter einen Sprinter geliehen. Der war nach dem Einladen der neuen Küche sehr gut gefüllt.

Das erste Probestellen sieht doch gut aus.

„Nun, dann lass uns mal als erstes die Hängeschränke auf der Fensterseite montieren!“ Ich zeichnete an der Wand an, wo die Montageschienen sitzen müssen. Warum hört sich das Anzeichnen so dumpf an? Klopf, klopf an die Wand….. mir wurde schlecht – eine Rigipsplattenwand!!! Da werden meine Dübel nicht halten!
Warum ich die Schiene noch angeschraubt habe, weiß ich eigentlich nicht – vermutlich wollte ich nur meine Prognose bestätigt haben.
Ich bin bei der Besichtigung der Räumlichkeiten nicht auf die Idee gekommen, dass eine Küchenwand aus einem anderen Material als Ziegel sein könnte.

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Unter Belastung zieht es die Schrauben samt Dübel aus der Wand – so kann ich die beiden Hängeschränke auf dieser Küchenseite nicht montieren. Also ab zum Baumarkt und schauen, ob es eine vernünftige Befestigungsmöglichkeit gibt.

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Wir wurden fündig. Diese Kegel schraubt man in die Gipskartonplatten ohne vor zu bohren. Das scharfe Gewinde schneidet sich selbst seinen Weg. Mit insgesamt 10 Dübel / Schrauben wurden die beiden Schienen an der Wand fixiert und halten ausgezeichnet.

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Nun gut das mit der Rigipsplattenwand konnte ich nicht wissen – ich hätte es aber vorher prüfen können! Es folgte kurz darauf die nächste Panne. Sie gehört nicht zur Kategorie „sorglos“ (die Wände werden schon stabil genug sein), sondern eher zur Kategorie „peinlich“ – nein ich erhöhe „richtig peinlich“!
Auf diese Panne wurde ich aufmerksam, als ich die Schienen für die Hängeschränke an der 2. Küchenseite (Ziegelwand) befestigt habe. Hier sollten montiert werden ein Element mit 80 cm und 3 Elemente mit je 60 cm. Meine Tochter hatte eine Länge von 250 cm von Wand zu Wand gemessen und ich hab da bei der Auftragsannahme am Telefon gesagt ja prima da bekommen wir 3 x 60 und 1 x 80 unter und haben noch 10 cm Luft. Ich war mir so sicher, dass ich mir auf meinen Plan nicht mal mehr die Länge notiert hatte, sondern nur die Anzahl an Schränken. Wie peinlich!
Vor vielen, vielen Jahren amüsierte ich mich über den Kommentar, den eine Lehrerin einem meiner Kinder ins Zeugnis geschrieben hatte. Da stand „Die Schülerin L… rechnet annähernd richtig.“
Ich fragte mich damals, wie man „annähern“ richtig rechnen könne. Seit Samstagabend, weiß ich: das funktioniert!

Nun gut, wie macht man nun das Beste aus so einer mathematischen Fehlleistung?
Ruhe bewahren und Brandstelle beleuchten war angesagt.
Danach haben wir in größerem Umfang umgestellt – mit dem Ergebnis, dass alle Unterschränke (ja auch der mit 80 cm Breite) untergebracht wurden.
Lediglich der Korpus eins Hängeschranks mit 80 cm Breite war zu viel. Die Türen fanden bzw. finden auf 2 Elementen zu je 40 cm Breite Verwendung und sehen dort auch noch sehr gut aus.
Meine Nacharbeiten beschränken sich somit auf 60 cm (hängend) die noch ausgefüllt werden müssen. Da baue ich einen Schrank Korpus mit einer Breite von 40 cm – wegen den übrigen Türen und einen Korpus mit 20 cm Breite für Kochbücher, Weinflaschen (liegend) oder Sonstiges. Alles in allem eine gute Lösung und wenig Zeitaufwändig.

Hier nun Bilder vom Kücheneinbau

Mit den Nacharbeiten wurde schon begonnen: Die Einzelteile für den Korpus 40 cm und 20 cm sind zugeschnitten. Auch die Abschlussleiste für die Küchenplatte ist fertig und ebenfalls die Frontplatte der Spülmaschine. Unter die 2. Küchenzeilen kommt am Schluss noch ein schwarzes Sockelbrett.

An dieser Stelle möchte ich noch ein paar Worte über die entstandenen Kosten verlieren. Ich schätze die kompletten Materialkosten die angefallen sind, auf ca. 2500 €

750 € Multiplexplatten (vom Großhandel bezogen)
550 € Beschläge (Aufhänger, Griffe, Scharniere, Schubladenauszüge) – Sehr gute Qualität!
500 € Ahorn Massivholz (52 mm)
200 € Küchenplatte
500 € LED Strahler, Spülbecken, Spülgarnitur
0 ,0 € Arbeitszeit Papa (5 Monate je 2,5 Tage pro Woche)

Was ich andeuten will – so ein Küchenprojekt ist nichts für jemanden von der „Geiz ist geil Fraktion“. Es gibt Möbelhäuser, die bieten Küchen mit Geräten schon unter 1000 € an. Eine Wertung der Qualität der dort verbauten Materialien gebe ich nun nicht ab.

Hier nun Bilder vom Endergebnis:

Die alte Schwedin hat ausgedient – die neue Küche ist von VOLKEA

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19 Antworten zu Eine Küche von VOLKEA

  1. Konstantin schreibt:

    Hallo Volker,

    ich gratulier Dir zum gelungen (fast) Projektabschluss. Sieht super aus!
    Eine Küche mit so einer Fronttextur ist sicher einzigartig!

    Viele Grüße,
    Konstantin

    • Volker schreibt:

      Hallo Konstantin,
      vielen Dank!
      Ja die Fronten wird man nur schwerlich (mit Holz) kopieren können – mit Fototapete d.h. Folie ist heute ja schon alles möglich.
      Viele Grüße
      Volker

  2. Very clean lines. Looks nice and stylish. Your refridgerators are much smaller than our American ones which is why we’re so fat. Haha

  3. Dominik Pogrzeba schreibt:

    Hallo Volkea,
    ich lass auch mal wieder was von mir hören. Die Küche ist ein Traum! Ich würde sie auch nehmen 😉. Die Textur ist wirklich schön und harmoniert super miteinander.
    Bzgl. dem Preis gebe ich dir recht. Aber deine Qualität würde eine Küche aus einem Möbelhaus kaum erreichen…
    Herzliche Grüße,
    Dominik

    • Volker schreibt:

      Hallo Dominik,

      freut mich, dass Du dich wieder mal meldest. Ich hoffe Dir geht es gut!
      Vielen Dank für deinen Kommentar bzw. für das Lob!
      Herzliche Grüße
      Volker

  4. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,

    die Küche ist gut geworden, das Bild der Fronten ist herausragend, hierfür hast du ein Händchen!

    Ich finde es sehr sympatisch, dass du hier auch von allen Herausforderungen berichtest die sich so ergeben. Bei Gipskarton als Küchenwand hätte ich in deiner Situation wohl sehr viel böse Worte verloren.

    Dein Rechnung würde ich wie folgt korrigieren.
    Arbeitszeit Papa (5 Monate je 2,5 Tage pro Woche) = unbezahlbar

    Ich wünsche dir das schöne Gefühl der Genugtuung nach Fertigstellung der Restarbeiten. Es können nicht viele sagen, die Küche habe ich selbst gebaut!

    Viele Grüße
    Christoph

    • Volker schreibt:

      Hallo Christoph,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Das mit den beiden Pannen hab ich hier deshalb berichtet, weil ich nach ein paar Stunden (als der erste Ärger verflogen war) über meine „wenig professionelle“ Herangehensweise selbst lachen musste.
      Viele Grüße
      Volker

  5. uwe.adler schreibt:

    Lieber Volker,

    es gibt keinen Vergleich zu irgendeiner Schwedin. Du hast etwas Einmaliges geschaffen, und die Gesamtheit der Fronten ist toll. WELL DONE! Gibt es etwas schöneres als für die eigenen Lieben zu schaffen? Da zählen andere Währungen, wie Christoph bereits schrieb, monitär unbezahlbar.

    Ich wünsche Dir einen erfolgreichen Endspurt und dann wieder viel Vollholz!

    Liebe Grüße

    UWe

    • Volker schreibt:

      Lieber Uwe,
      Ja ich tummle mich schon wieder mit dem Vollholz.
      Von dem Ahorn sind so ein paar Stücke übrig geblieben, die konnte ich für die Küche nicht gebrauchen. Quasi Küchenabfälle.
      Aber Abfälle darf (ja lt. Klaus in einem Forum Beitrag „soll“) man ja für Werkstatt Schränke verwenden.
      Herzliche Grüße
      Volker

  6. Timo schreibt:

    Hallo Volker,

    wow! das Projekt hat sich für deine Tochter sehr gelohnt! Die Küche ist technisch extrem gut und ein Kunstwerk zugleich. Die Fronten sind einfach der Hammer. Vielen Dank für die schönen Bilder du Vorzeigepapa!

    Viele Grüße
    Timo

  7. Pedder schreibt:

    Hallo Volker,

    nun habe ich lange drauf gewartet und dann verschlafe ich die Fertigstellung…

    Herzlichen Glückwunsch, die Küche ist Dir toll gelungen!

    Vielen Dank für viele schöne Momente beim Lesen dieses Dauerbeitrages!

    Liebe Grüße
    Pedder

    • Volker schreibt:

      Hallo Pedder,

      das freut mich sehr (wirklich!), dass das Lesen eines „Dauerbeitrages“ schöne Momente hervorrufen kann.
      Dann hat sich ja für mich die Mühe des Schreibens gelohnt.
      Herzliche Grüße
      Volker

  8. Mario Zimmermann schreibt:

    Hallo Volker,

    nun ist sie fertig und wirklich toll geworden!
    An die 5 Monate Bauzeit wirst du dich immer gern erinnern, wenn die Tochter stolz berichtet, dass der Papa die Küche selbst gebaut hat!

    Glückwunsch zu der schönen Küche und ich freue mich schon auf dein nächstes Projekt.

    Viele Grüße,
    Mario

    • Volker schreibt:

      Hallo Mario,
      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Obwohl ich noch Nacharbeiten hab – die laufen nebenher – bin ich gedanklich schon zu 110% im nächsten Projekt.
      Bereits vergangenes Wochenende hab ich damit begonnen. Eine sehr spannende Zeit, da eine Idee so langsam Gestalt annimmt.
      Ich werde natürlich berichten.
      Herzliche Grüße
      Volker

  9. Hallo Volker,
    das ist richtig, richtig toll geworden. Da ich bezüglich der Mathematik auch gerne mal ähnliche Fehlleistungen produziere, kann ich Dir gut nachfühlen ;-).

    Bezüglich des Preises hatte ich auch spontan die Assoziation mit „unbezahlbar“, aber das hat Christoph oben ja schon auf den Punkt gebracht.

    Jedenfalls danke für die ausführliche Dokumentation des Projekts. Ich habe – wie immer hier – viel gelernt!

    Beste Grüße,
    Andreas

  10. Manfred schreibt:

    Hallo Volker,
    also die von Dir geschätzten 2500,- sind für diese Küche ein absoluter Schnapper. Das Ergebnis ist sagenhaft und was die Qualität der Küchen um die 1000,- Euro gebe ich Dir Recht. Da brauch man nichts drüber zu sagen. An der Küche wird Deine Tochter noch Jahre Ihre Freude haben. Die Ahornfronten verleihen der Küchen einen sehr hochwertigen Charakter.

    LG Manfred

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