Etwas gaga…. sonst aber alles ok

Zwei Tage habe ich nur Gratleisten in Küchen(Schrank)-Türen eingebaut. Bin noch nicht fertig damit. Diese Tätigkeit wird mich auch noch das kommende Wochenende beschäftigen. „Macht echt Spaß…. so abwechslungsreich!“ hab ich zu meiner Rotex gesagt.

Sie hat mir aber nicht geantwortet. Ich hatte sogar den Eindruck, dass sie mir nicht einmal zugehört hat, der blöde Brummkreisel. Wenn sich der Küchenbau noch lange hinzieht, mach ich mir ernsthaft Gedanken bezüglich meiner Gesundheit. Eindeutig Anzeichen eines „Küchenbauburnouts“ konnte ich heute in meiner Werkstatt beobachten.

Da hilft nur eines – sich ab und zu, mit unnützen Zeug abgeben. Zum Beispiel mit einer Gratnutsäge. Die braucht heute eigentlich kein Mensch mehr. Bis vor wenigen Wochen wusste ich auch nicht, wie man damit umgeht. Ein recht talentierter Sägebauer aus dem hohen Norden der Republik, hat mir seinen Prototyp mal zum Ausprobieren zukommen lassen. Prototyp ist eigentlich der falsche Ausdruck – richtig müsste es heißen: Kopie einer alten Säge, die heute nicht mehr industriell gefertigt wird. (vermute ich zumindest!)
Viel einfacher ist es doch eine Gratnut mit der Oberfräse herzustellen – das stellt keiner in Frage. Ich auch nicht – da bin ich sogar im Moment recht gut in Übung 😦

Schöner ist aber der handgemachte Schlitz im Holz – das find ich einfach wunderbar! (Ach bin ich wieder albern!)

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Das ist der Prototyp von Pedder’s neuer alten Gratnutsäge. Und was macht man nun mit so einem „Küchengerät“? Dafür habe ich es im ersten Moment gehalten als ich sie in seinem Blog gesehen hatte.

Hier ein paar Bilder wie man alternativ (zur Oberfräse) eine Gratnut fertigen kann

Das Geheimnis dabei ist, dass man eigentlich fast jeden beliebigen Winkel sägen kann. Man muss sich lediglich vorher ein dünnes Anschlagbrett mit dem entsprechenden Winkel herstellen. Das Brett spannt man mit einer Schraubzwinge auf das Werkstück und führt die Säge am Anschlag entlang. Danach stemmt man die Nut schnell mit dem Stechbeitel vor und räumt mit dem Grundhobel sauber aus.
Was sehr mühsam hier auf den Fotos aussieht, geht in Wirklichkeit rasch von der Hand. Nach 10 Minuten hat man eine schöne Nut, wie sie früher auch von den Alten in Handarbeit gefertigt wurde. Mir hat diese Arbeit richtig viel Spaß gemacht und den Prototypen der alten Säge habe ich dann gegen ein Serienmodell eingetauscht. Jetzt hab ich unnützes „altes“ Zeug an der Wand hängen, das aber richtig viel Spaß macht, wenn man es ab und zu mal zum Oldtimerwerken auf die Hobelbank lässt.

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17 Antworten zu Etwas gaga…. sonst aber alles ok

  1. rainerspeer schreibt:

    Das sind jetzt aber keine Nachwirkungen von dem Rotwein??

  2. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    Bei dem Anblick Deiner Rotex habe ich leise Zweifel bekommen. Beim Lesen des Textes wurden sie bestätigt. Deine Rotex hat schon schwer zu tragen.

    Aber die Gratsäge ist einfach toll. Erst die Endfassung und dann auch noch aus Zwetschge. Die Altforderen haben schon tolle Werkzeuge zur Verfügung gehabt. Und die Entwicklung von Pedder ist bemerkswert.
    Wenn ich eine Gratnut auf die Schnelle mache, dann nach dem Muster wir Du es hier zeigst: schnell und einfach.

    Das ist schon ein Kreuz mit Großaufträgen, man ist irgendwann mal ganz durch damit.

    Gute gelingen und ein schnelles Ende,

    herzliche Grüße

    Uwe

    • Volker schreibt:

      Hallo Uwe,

      es ist schön, dass du mir ein schnelles Ende wünschst 🙂
      In der Küchenschlacht brauch ich ab und zu Zerstreuung wie zum Beispiel diese Säge. Ich ertappe mich dann dabei, dass man Zeit mit unwichtigen Dingen verbringt. Am Ende des Tages hast du dann zwar nur eine Türe fertig – statt drei – aber es hat einfach nur Spaß gemacht. Und somit waren die unwichtigen Dinge sehr wichtig!
      Herzliche Grüße
      Volker

  3. pedder schreibt:

    Hallo Volker,

    schön, dass Dir die Säge auch gefällt. So anz original ist ist nicht, weil die alten Dänen etwas schmalere Hände gehabt haben müssen als Du oder ich. Den vorderen Griff habe ich an Dein Handmaß angepasst.

    Ihren ganzen Scharm entwickeln die Gratsägen erst bei abgesetzten (sagt man so) Nuten.
    Bei durchgehenden können man ja jede Säge verwenden.
    (Du könntest also bei Deinem Projekt, also wenn Dir langweilig wird…. )

    Hallo Uwe,

    vielen Dank für Dein Kompliment. Nachdem ich im Sägefeilen ganz gut geworden bin, ist es jetzt wirklich eine Freude, wieder mehr mit Holz zu arbeiten.

    Liebe Grüße
    Pedder

    • Volker schreibt:

      Hallo Pedder,
      nein, die Säge fordere ich nicht beim Küchenprojekt.
      Weil: Ich möchte in 2016 noch fertig werden.
      Liebe Grüße
      Volker

      • Pedder schreibt:

        Ach, Du würderst bestimmt viel schneller bei der 5 oder 6. Tür. :o)

      • Volker schreibt:

        Warum hab ich jetzt nur den Eindruck, dass man mich nicht ernst nimmt?
        Da lobe ich mir den Besuch, den ich am Montag in meiner Werkstatt hatte. Der griff in die große Kiste mit den Holzdübel und fragte mich: „Machst du die wirklich alle selber?“
        Da könnte sich mancher von Euch sein Beispiel nehmen!

  4. Pedder schreibt:

    Hallo Volker,

    ich nehme Dich schon ernst. Aber bei dem Ton, den vorgibst, kommt man leicht ins Frotzeln. So unernst ist mein Vorschlag denn auch gar nicht. Du musst ja nicht alle Gratnuten mit der Säge machen. Aber mal eine so zwischendurch, um den Handarbeitshunger zu stillen. .. Warum nicht?

    Kannst natürlich auch mehr Hobel bauen. Ich kenn das: Ich nehme mir Donnestags immer sonstwas vor, und wenn ich Samstag in der Werkstatt bin, wird es doch wieder nur Sägenbauen oder Aufarbeiten oder Feilen. Das macht halt am meisten Spaß.

    Liebe Grüße
    Pedder

    • Volker schreibt:

      Hallo Pedder,
      Bitte hier keine Rechtfertigungen!!! 🙂 mir ist schon klar, dass gefrotzelt wird bei dem Blödsinn, den ich hier ab und zu ins Netz stelle. Das ist ja gerade das Schöne!

      Aber mal im Ernst: Wenn man eine abgesetzte Gratnut (den Ausdruck hab ich jetzt von dir übernommenen – ich weiß auch nicht ob er richtig ist) mit der Säge machen will, wie verhinderst du, dass sie nicht verstopft? Du müsstest ja mit einer runden Sägebewegung die Späne nach oben rausräumen? Kann mir jetzt nicht wirklich vorstellen, dass das gut funktioniert.

      • Pedder schreibt:

        Hallo Volker,

        die abgesetzten Nuten (2, eine mit jeder Säge), die ich bisher gemacht habe, waren einseitig offen. Zum Einschieben der Gratfeder. Bei Deiner Konstruktion würde ich ein oder zwei Löcher ans Ende der Nut setzen. Und Wahrscheinlich von beiden Seiten sägen. Aber getestet ist das nicht.

        Liebe Grüße
        Pedder

      • Volker schreibt:

        Ja, bei einseitig offen ist das kein Problem, da man den Einschnitt leicht frei bekommt.
        Ein Loch am Ende, wird das Problem nicht grundlegend beheben und man wird mit dem Sägeblatt beim Rausziehen immer anstoßen. In meinen Augen eine Lösung nur für den Notfall.
        Liebe Grüße
        Volker

  5. sigi schreibt:

    Hallo Volker,
    mal eine ganz andere Frage. Welches Gallery-Plugin verwendest du in WP mit welcher Einstellung? Ich hab deine Seite getestet. Sie funktioniert wunderbar sowohl am PC also auch am Tablet und Handy(Windows Phone) 🙂 Hilfst mir weiter? Danke Sigi

    • Volker schreibt:

      Hallo Sigi,
      mal eine ganz andere Antwort: Warum kannte ich deinen Blog bisher nicht?
      Mir ist auch bisher nicht aufgefallen, dass deine Seite bei anderen Holzwerker-Seiten verlinkt ist.
      Schade eigentlich, da du sehr kreativ, werbefrei und ohne kommerziellen Hintergedanken unterwegs bist.

      Aber nun zu deiner Frage: Natürlich helfe ich gerne weiter, wenn ich kann. Ich schick dir eine Mail dazu.

      Herzliche Grüße
      Volker

      • sigi schreibt:

        Hallo Volker,
        danke nochmals für dein Mail zur Unterstützung in WP und dem Hinweis, dass bei mir ein Impressum gefeht hat:)
        Bzgl. fehlender Verlinkung: Ja finde ich auch schade 😦 Vielleicht wirds nun besser 🙂
        lg Sigi

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