Entschleunigen

20160619 041

Die Schreibtischlampe spendet dort Licht, wo ich es brauche. Neben dem monotonen Tick…. Tack…. tick…. tack…. der Uhr an der Wand, ist lediglich das Geräusch zu vernehmen, wenn ein feiner Span mit dem Stechbeitel vom Holz abgetragen wird. Manchmal braucht man diese Ruhe. Sie verhilft einem wieder eine gewisse Erdung zu bekommen oder auch sie zu bewahren.

Ich mach gerade Schwalbenschwanzzinken. Bei dem kleinen Schränkchen aus Küchenabfällen – ihr könnt euch erinnern – möchte ich die Seitenteile so mit Boden und Deckel verbinden. Jeder Zinken und jeder Zapfen ist einzigartig und jeder Zinken und jeder Zapfen passt später nur exakt an einer bestimmten Stelle. Und wenn jeder Zinken und jeder Zapfen sauber gearbeitet ist und zu seinem Nachbarn hin absolut dicht abschießt, kann man den Leim später getrost bei Seite lassen. Eine feste Holzverbindung, die theoretisch wieder lösbar ist, so wie es uns die Altforderen vorgemacht haben.

(Entschuldigt Bitte die falsche Reihenfolge der Bilder, aber auf Geschäftsreise, nur mit Tablet gerüstet, bekommt ich die Sortierung nicht hin)

Die Schwalben wurde angezeichnet und mit der Schlitzsäge auf der Abfallseite gesägt.

Danach wird gestemmt. Zunächst bis zur Hälfte von einer Seite. Dann der Rest von der 2. Seite.

Mit scharfen Stemmeisen werden dann die Flanken rechtwinklig geputzt.

Die Schwalben spanne ich auf den Boden- bzw. den Deckel und reiße mit dem Messer die Zapfen an.

Nun wieder gleiches Vorgehen: Sägen, Stemmen, Putzen!

Wichtig: Zeit lassen und sauber arbeiten!

Dann erfolgt die vorsichtige Anprobe – nur dort wo die Verbindung noch zu stramm sitzt, wird wenig entfernt. „Wenig beschreibt Charles Beresford mit den Worten: „A little is a lot!“

Die vier Schrankelementen können nun zusammengefügt werden.

Bis man soweit ist, vergehen aber einige Stunden in der Werkstatt.

 

 

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4 Antworten zu Entschleunigen

  1. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    eine schön beschriebene Vorgehensweise. Die Holzverbindungen haben was. Ohne Leim und trotzdem fest, dass man versucht ist, das Ganze ohne Leim zu lassen. Für mich die schönste Art, Hölzer in Verbindung zu bringen und das auch zu zeigen. Ich setze mich immer darüber hinweg, dass der allgemeine Tenor solche sichtbaren Verbindungen als grobschlächtig bezeichnet. Viel Freude bei der Fertigstellung.

    Herzliche Grüße

    Uwe

    • Volker schreibt:

      Hallo Uwe,
      ja aus Küchenabfällen darf man ja wohl was grobschlächtiges bauen für die Werkstatt 😉
      Herzliche Grüße
      Volker

  2. Timo schreibt:

    Hallo Volker,
    das sieht sehr sehr schön aus!
    Viele Grüße
    Timo

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