Fasenhobel … das Ergebnis von ein paar vergnüglichen Stunden

20140324 019Schon seit längerer Zeit habe ich mich mit dem Gedanken beschäftigt, einen Fasenhobel zu bauen. Man braucht nicht wirklich einen in der Werkstatt… man kann sich auch anders behelfen, die Fase zu brechen. Eigentlich ist so ein Werkzeug reiner Luxus. Solche Dinge selber herzustellen, in einer Phase nach einem größeren Projekt, ist in meinen Augen auch wieder Luxus. Somit hatte ich quasi ein absolutes Luxuswochenende, an dem ich mich dem Hobelbau verschrieben habe.

Vor ein paar Wochen schon, hatte ich mich mit dem „Druiden“ in Verbindung gesetzt. Hab ihm von der Idee „Fasenhobel“ geschrieben und gefragt, ob er ein geeignetes Hobelmesser für mich hätte. Gerd hatte eines  – 25 mm – und ich es einen Tag später in meinem Briefkasten.

20140323 002Dieses Wochenende war ich zu der Überzeugung gekommen, das Eisen liegt schon lange genug in der Werkstatt herum. Nun bau endlich den Fasenhobel und träume nicht länger davon!

Besonderheiten zum Bau:

Bisher hatte ich ja schon 3 unterschiedliche Hobel im Stil von James Krenov gebaut. Dieser nun unterscheidet sich im Wesentlichen in drei Punkten…

1. Das Hobelmesser hat keinen Spanbrecher

2. Die Hobelsohle ist nicht plan, sondern in einem 90° Winkel ausgeschnitten

3. Das Hobelmaul kann durch die Bauweise nicht so eng gehalten werden, wie bei einem herkömmlichen Hobel

Für den Fasenhobel habe ich 3 Holzarten verwendet:
– Akazie für das Mittelteil
Akazie ist extrem hart. Der Hobel wird ja nur auf den ausgeschnittenen 90° Backen
geschoben. Ich denke mir, für diese Beanspruchung ist Akazie gut geeignet.
– Walnuss für die Seitenteile und den Keil
– Hainbuche für das Keilwiderlager

Beim Bau des Hobels habe ich mich weitestgehend an die Abläufe gehalten, wie bei den anderen Krenov Hobeln, die ich schon gebaut hatte.

Hier nun ein paar Bilder vom Luxuswochenende:

Ein 90° Winkel wird in den mittleren Hobelkörper geschnitten.

Und nun noch ein paar Bilder vom fertigen Objekt. Übrigens … feine Hobelspäne kann er auch machen 😉

 

 

 

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6 Antworten zu Fasenhobel … das Ergebnis von ein paar vergnüglichen Stunden

  1. uwe.adler schreibt:

    Hallo Volker,

    ja es ist Luxus, aber einen den man nicht mehr missen möchte. Wenn der Fasenhobel dann bei einem Projekt alle Fasen gleichmäßig erledigt hat, dann freut man sich, die Arbeit geleistet zu haben. Viele Meter tolle Fasen und der ist Dir gut gelungen,

    herzliche Grüße

    Uwe

  2. Christoph Meyer schreibt:

    Hallo Volker,

    sehr schöner Hobel ist das geworden! Gerd Fritsche macht wirklich gut Eisen, ich habe auch zwei von ihm, toll, dass es noch jemanden gibt der individuelle Hobeleisen herstellt.

    Ist der Hobel bei dir wirklich nur an einem Wochenende entstanden?

    Ich habe nur ein schnödes Plastikteil für einen Veritas Einhandhobel mit dem ich gleichmäßige Fasen anziehen kann. Dein Hobel ist da schon eine Klasse für sich. Die Bilder bringen einen auf die Gedanken sich selbst im Hobelbau zu versuchen. Vielen Dank für die Anregung!

    Grüße
    Christoph

    • slowwood schreibt:

      Hallo Christoph,
      ich warne dich! Überlege gut ob du dir mit dem Hobelbau anfangen willst – es macht süchtig!!!

      Einen normalen Krenov Hobel baut man mit Übung in maximal 2 Tagen. Für den ersten Hobel evtl. 3 Tage. Der Hobelbaukurs bei Charles Beresford hat 3 Tage gedauert aber da verbringt man auch viel Zeit mit Zusehen.

      Ein Fasenhobel hat keine aufgesetzte Hobelsohle (die mindestens 1/2 Tag Zeit in Anspruch nimmt) – also somit in 1 1/2 Tagen leicht zu bauen.
      Ich würde dir aber trotzdem empfehlen erst mit einem normalen Krenov Hobel zu beginnen. Warum? Weil du den bei Holztätigkeiten immer nutzen kannst. Ein Fasenhobel ist dann schon eher Luxus.
      Die Bauanleitung findest du ja bei mir im Blog unter https://slowwood.wordpress.com/2013/12/01/hobelbau-im-stil-von-james-krenov/

      Viele Grüße und viel Spaß beim Bau
      Volker

  3. Dominik schreibt:

    Hallo Volker,
    also die Bauanleitung hätte schon ausführlicher sein können ;-).
    Nein, im Ernst, dein Hobel ist dir wirklich sehr gelungen!! Ich habe die Woche mal ein paar Stücke Kirsche und Nuss passend gehobelt und geschnitten. Mal sehen wann ich dazu komme den Fasenhobel selber zu bauen.
    Müssen die Winkel, die auf den Bildern zu sehen sind, genau so sein? Wo genau hast du das Stück Heinbuche platziert? Genau so wie bei deinen letzten Hobeln?
    Bei dem vorderen Teil des Hobelkorpus hast du noch ein kleines Stück abgetrennt. Ist das notwendig? Fragen über Fragen…
    Schönen Gruß,
    Dominik

    • slowwood schreibt:

      Hallo Dominik,

      Thema Winkel: Nein die Winkel müssen nicht so sein. Beim hinteren Hobelkörper spielt das natürlich mit dem Winkel des Hobelmessers zusammen. Frage ist auch wie du das Messer einsetzen willst: Bevel Up (Eisenfase nach oben – dann musst du immer ohne Spanbrecher arbeiten) oder Bevel Down (Eisenphase nach unten). Die Krenov Hobel sind keine Flachwinkelhobel. Ich glaube deshalb muss man hier immer mit der Eisenphase nach unten arbeiten. Hier kenne ich es so, dass man dann im Normalfall mit einem 45° Winkel arbeitet. Steiler stellt man das Messer nur bei schwierigen Harthölzern. Ich kann dir aber aus eigener Erfahrung hier keinen Ratschlag geben, da ich bisher immer auf den 45° Winkel gesetzt habe.
      Der Winkel im Vorderbereich ist nicht so kritisch. Den ersten Hobel den ich bei Charles gebaut habe, hat einen 70° Winkel. Meine späteren Hobel habe ich mit einem Winkel von 60 oder 62° gebaut (das habe ich im Buch von David Fink gelesen). Der Vorteil den Winkel hier nicht so steil zu stellen ist ganz einfach – Du hast mehr Platz und kannst mit den Fingern die Hobelspäne leichter entfernen.
      Thema Plazierung des Keilwiderlagers: Ja habe ich an der gleichen Stelle plaziert. Vergiss aber nicht dabei, dass deine Hobelsohle nicht am Tieften Punkt des Hobels ist, sondern da, wo das Messer dann später beginnte den Span abzutragen – also genau in dem 90° Winkel!

      Das kleine abgeschnittene Stück im vorderen Teil: Ja das mus weg, weil du ja sonst das Messer nicht nach unten durchschieben kannst bzw. du das Hobelmaul nur unnötig groß machen müsstest.

      Ich hoffe ich konnte ein wenig behilflich sein mit meinem Erklärungsversuch!

      Viele Grüße
      Volker

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